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Die Ballade von Halo Jones 1

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn sie in anderen europäischen Ländern nicht in dem Maße beachtet wurde, so entwickelte sich auch die britische Comicszene in den 1960 bis 1980er Jahren rasant, löste man sich doch von den amerikanischen und francobelgischen Vorbildern und interpretierte sie neu. Eine wichtige Funktion hatte dabei das Magazin 2000 AD, das zu Sprungbrett und Spielwiese vieler aufstrebender Künstler wurde.

Aus diesem Dunstkreis stammt auch die Comic-Serie Die Ballade von Halo Jones, deren erstes Album nun bei Panini wieder erschienen ist.

 

Halo gehört zu den vielen Männern und Frauen, die im »Ring« leben einer riesigen Station, in der es kaum Jobs gibt, der Kampf ums Überleben alles dominiert und linke Geschäfte an der Tagesordnung sind.

Durch ihre Freunde ist sie nicht ganz unglücklich, aber sie merkt auch, dass es nicht immer so weiter gehen kann, vor allem als sie auch noch eine wichtige Person in ihrem Leben verliert.

Der nächste Schritt ist daher unumgänglich, doch wird sie ihn meistern, auch wenn sie mit ihrem resoluten Auftreten und ihrer großen Klappe die richtigen Voraussetzungen mitbringt?

 

Man merkt, dass der Comic einstmals für eine Magazin-Veröffentlichung optimiert war, denn die Abenteuer der Heldin sind in Blöcke zu je acht Seiten aufgeteilt, die immer mit einer Art kleinem Cliffhanger enden.

Dabei nimmt sich die Serie Zeit, die Figur und ihr Lebensumfeld erst einmal in Ruhe vorzustellen. Die Heldin ist eine Kriegerin und Kämpferin, sondern wirkt eher wie eine junge Frau, die gelernt hat, sich auch in einer heruntergekommenen Gesellschaft durchzusetzen. Hier geht es eher darum, sich um seine Freunde zu kümmern und sich irgendwie durchzumauscheln. Den Spaß hat man nur bedingt, meistens mit einem unangenehmen Nebengeschmack.

In der Hinsicht ist die Serie erfrischend anders, auch wenn das Szenario futuristosch und mit allerlei seltsamen Figuren inklusive Außerirdischen gespickt ist. Und es gibt Halo viele Möglichkeiten zu wachsen und sich in eine interessantere Richtung zu entwickeln. Und dafür werden in diesem ersten Band auch gründlich die Weichen gestellt.

Ian Gibson zeichnet sehr detailreich und realistisch, aber dennoch eigenwillig genug, um die Charaktere heraus zu arbeiten. Der Stil gibt dem Geschehen erst die richtige Atmosphäre, zusammen mit der Farbe bekommt man gleich auch den richtigen Eindruck von der heruntergekommenen Welt des »Rings«.

 

Fazit:

»Die Balade von Halo Jones« ist ein interessantes Frühwerk, zweier heute überall bekannter englischer Künstler. Eine Serie, die aber auch die besondere Sichtweise der Briten auf futurische Szenarien sehr gelungen und atmosphärisch in Szene setzt – denn hier stehen keine kernigen Söldner oder weltraumreisende Gauner im Mittelpunkt, sondern eine junge Frau aus den Slums, die sich erst noch anschickt, eine Legende zu werden.

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Eure Meinung:

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Comic:

Die Ballade von Halo Jones 1

Originaltitel: The Ballad of Halo Jones

Autor: Allan Moore

Zeichner: Ian Gibson

Farbe: Barbara Nosenzo

Übersetzung: Timothy Stahl

Panini Verlag, 09/2020

Vollfarbiges Hardcover, 72 Seiten

 

ISBN-10: 3741620696

ISBN-13: 978-3741620690

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 17.10.2020, zuletzt aktualisiert: 17.10.2020 11:24