Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia (Nintendo DS)
 
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Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia (Nintendo DS)

Rezension von Björn Backes

 

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Während die Fortsetzung der Narnia-Chrniken demnächst die Leinwand stürmen wird und auch eine Reihe interessanter Videospiel-Adaptionen hinter sich ziehen, erlaubt die Software Pyramide noch einmal einen Rückblick auf die Ursprünge der Märchenwelt von C.S. Lewis. Via ak tronic erscheint dieser Tage nämlich ein weiteres Mal das erste Kapitel aus Narnias Videospielgeschichte, und dies wie gehabt zum Vorzugspreis. Und dass das Spiel insgesamt sogar noch eine Stufe besser abschneidet, als der etwas enttäuschende Spielfilm, sollte sich mittlerweile auch schon herumgesprochen haben.

 

 

Das Spiel:

 

„Der König von Narnia“ basiert inhaltlich zwar auf der gleichen Story wie Buch und Film, wird zugunsten einer lebhafteren Inszenierung auf dem Dualscreen jedoch besonders im Bezug auf die Charaktereigenschaften der vier Hauptfiguren sehr wohl wollend modifiziert. Dabei beginnt alles wie gehabt: Die vier jungen Hauptdarsteller wandern durch den berüchtigten Schrank in die Sagenwelt und finden sich alsbald im Wald von Narnia wieder. Hier erfahren sie vom Schicksal des Landes, vn der weißen Hexe und ahnen auch schon von ihrer Rolle, die darin besteht, die Herrschaft des Bösen zu verhindern und den einzig wahren König auf den Thron zu bringen.

 

Ohne große Umschweife landet man nun sofort im aktiven Spielgeschehen und kämpft sich mit Edmund, Peter, Lucy und Susan gegen allerhand bösartige Kreaturen, zunächst nur mit der eigenen Körperkraft voran. Während des Spiels offenbart sich dann auch sehr schnell die Struktur: es gilt, verschiedene Aufträge zu erfüllen, Dungeon-ähnliche Höhlen zu durchkämmen und die Fabelwesen Narnias an seine Seite zu binden. Mit tatkräftiger Unterstützung der Einheimischen reist man nun durch die schier unendliche Welt, sammelt Edelsteine, mit denen man sich später im Waffenladen bedient, sammelt zunehmend Kampferfahrung, die ganz RPG-like in einzelne Persönlichkeitslevels übertragen wird und gewinnt dabei auch stets neue Fähigkeiten hinzu, die sich abhängig von der jeweiligen Mission auf die verschiedenen Charaktere verteilen. Natürlich ist es dem Spieler freigestellt, welche Person er gerade spielt, wobei man immer prompt das Zepter weiterreichen kann, da man den größten Part des Spiels in einer Party umherstreift. Lediglich verschiedene Kurzaufträge sind spezifisch an eine einzelne Person gerichtet, lassen sich aber meist mühelos bewältigen. Indes ist es natürlich auch möglich, verlorene Charaktere durch Einsatz von Heilkräften wieder zu reanimieren. Und um das Ganze noch einen Schritt fairer zu gestalten, stehen die Betroffenen nach einer Zeit wieder ganz von selbst auf, um erneut aktiv ins Spielgeschehen einzugreifen.

 

Im Laufe der Aufträge bekommt man schließlich immer mehr Infos zum Verbleib der bösen Hexe, die man zu guter Letzt mit optimaler Ausrüstung bekämpft, um Narnia den Frieden zurückzubringen. Vorher stehen einem jedoch noch gewaltige Riesen, allerlei fiese Halblinge und die finsteren Schergen der weißen Gegnerin im Wege, deren erfolgreiche Bekämpfung zwangsläufig mehrere Stunden in Beschlag nimmt – Stunden, die man sich aufgrund des feinen Spielsystems aber auch gerne nimmt!

 

 

Technik/Grafik:

 

Optisch ist „Der König von Narnia“ besserer Standard, brilliert allerdings mit einer sehr guten Spielübersicht. Während man im oberen Abschnitt des Spiels das aktive Geschehen lenkt, bietet die andere Hälfte des Dualscreens ein richtig gut ausgearbeitetes Menü, welches unter anderem den steten Wechsel der Figuren ermöglicht, aber auch einen Überblick über die jeweilige Ausrüstung gibt. Schade ist lediglich, dass den einzelnen Charakteren nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Diesbezüglich gehen im Spielbildschirm leider einige Details verloren, die sich aber Gott sei Dank nicht auf das Gameplay auswirken.

 

Des Weiteren ist der strukturelle Aufbau des Spiels beispielhaft. Die Adaption der Welt Narnia wurde in recht großem Ausmaß vorgenommen, und die Levelaufbauten selber wurden mit vielen netten Ideen versehen. Hinzu gesellt sich ein anständiger sphärischer Sound, der dem Ganzen den passenden Rahmen gibt. Und da ach der Einsatz der Stylus-Funktion ohne jeglichen Makel verläuft, gibt es auf technischer Ebene absolut nicht zu bemängeln.

 

 

Spielspaß:

 

Entgegen vieler Befürchtungen ist „Der König von Narnia“ hinsichtlich der Langzeitreizes fast schon eine Blaupause eines Action-Adventures. Dank der Rollenspielelemente gewinnt das Spiel nicht nur an Umfang, sondern auch deutlich an Tiefgang, die Vielzahl der Aufgaben sorgt derweil für das nötige Mindestmaß an Abwechslung, und bevor man überhaupt einen Gedanken an Langeweile verschwenden kann, taucht auch schon der nächste große Bösewicht auf, um die nächste außerordentliche Herausforderung auszusprechen.

 

Lediglich der Anfang ist ein wenig schwer, da sich die Einführung der Story ein wenig zieht und auch die Action noch nicht ganz das endgültige Format erreicht. Auch die Tatsache, dass man zwischendurch immer mal wieder lange Wege zurücklegen muss, ohne dabei sein eigenes Spiel entscheidend weiterbringen zu können, schmeckt ein wenig bitter, wird aber im Hinblick auf das gehörige Potenzial der übrigen Szenarien gerne in Kauf genommen. Letzter wiederum entwickeln sich mit zunehmender Spieldauer zu einem echten Verwirrspiel, da man manchmal gar nicht weiß, ob man in den jeweiligen Unterwelten bereits aktiv war. Da man aber jederzeit speichern kann und nicht fürchten muss, vergebens auf Risiko zu setzen, ist auch dies nicht weiter schlimm – zumal man eigentlich auch schnell wieder den Überblick zurückerlangt.

 

Für das Spiel sprechen am Ende noch das sehr flüssige Gameplay sowie die feine Multiplay-Option, die auch mehreren Spielern gleichzeitig erlaubt, den Abenteuern in Narnia beizuwohnen. Dies, kombiniert mit der sehr sympathischen Präsentation, resultiert schlussendlich in einem wahrlich märchenhaften Action-Adventure, welches nicht zuletzt wegen seiner lebendigen Inszenierung die Erwartungen und Befürchtungen weit übertrifft.

 

 

Fazit:

 

„Der König von Narnia“ ist alles andere als eine Kino-Adaption von der Stange. Stattdessen haben die Entwickler hier den Beweis angetreten, inwieweit ein Lizenzspiel ein begeisterndes Eigenleben entwickeln kann, ohne sich dabei von den vorgegebenen Linien zu distanzieren. In seiner Kategorie gehört „Der König von Narnia“ daher auch drei Jahre nach Erstveröffentlichung immer noch zu den besten Titeln.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202407121343411d459389
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Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia (Nintendo DS)

von Software Pyramide

System: Nintendo DS

USK: Freigegeben ab 6 Jahren gem. 14 JuSchG

ASIN: B0015NDV3Y

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 


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Erstellt: 12.05.2008, zuletzt aktualisiert: 21.10.2022 08:12, 6485