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Die Diebin von Torsten Fink

Reihe: Die Tochter des Magiers Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Bevor er mit dem Schreiben von Romanen anfing, arbeitete der 1985 geborene und heute in Mainz lebende Torsten Fink als Texter, Journalist und literarischer Kabarettist. Mit „Die Diebin“, dem ersten Band der Trilogie um „Die Tochter des Magiers“ debütiert er im Bereich der Fantasy.

 

Nehis rechnet schon fest damit, dass sie ihr weiteres Leben auf irgendwelchen Feldern, oder als Dienstmagd in den Küchen von Tempel und Palästen verbringen wird, nun, da sie auf dem Markt als Sklavin verkauft werden soll. Allerdings scheint das Schicksal etwas anderes für sie vorgesehen zu haben, denn der Händler, der sie in seiner Gewalt hat, verkauft die seiner Meinung nach wertlose Ware durch einen Trick an den undurchsichtigen Reisenden Tasil, der sich zunächst ziemlich darüber ärgert, mit einem Mädchen übers Ohr gehauen worden zu sein und dem auch Ausdruck verleiht.

Doch dann freundet er sich kurzerhand mit dem Gedanken an, jetzt ein Weib an seiner Seite zu haben und nennt sie Maru – wie den Jungen, der kurz zuvor im Treibsand versunken ist und seine Vorgänger.

Schon bald findet das junge Mädchen heraus, dass ihr neuer Herr mitnichten ein einfacher reisender Händler oder Bote ist. Seine Geschäfte sind anderer Natur – Betrug, Intrigen, ja er schreckt nicht einmal vor Mord und Grabraub zurück, wenn es seinen Zwecken zu gute kommt.

Schon bald wird sie in seine Machenschaften verwickelt. In Serkesch benutzt Tasil Maru, um die beiden Thronfolger gegeneinander auszuspielen, nun da überraschend deren Vater verstorben ist, um daraus Gewinn zu schlagen. Er schlägt sich mal auf die eine, mal auf die andere Seite, ohne Rücksicht auf Verluste. Als dann auch noch der vom Kaidhan, dem obersten Herrscher, ausgesandte Immit Schaduk auftaucht, eskaliert die Situation.

Denn sowohl Maru als auch Tasil müssen erkennen, dass das Mädchen mehr als nur eine aufgeweckte Sklavin ist und sich nicht nur ein Daimon aus alter Zeit, sondern nun auch die Magier für sie interessieren, die den Mächtigen in diesem Landstrich hin und wieder zu Diensten sind. Und so drängt sich immer mehr in den Vordergrund: Wer ist Maru wirklich? Und welches Erbe trägt das Mädchen mit sich herum?

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren wählt Torsten Fink keine mittelalterliche Welt im Stil von Tolkien und Co. bei der er nicht mehr viel erklären muss, sondern macht sich die Mühe, einen ganz eigenen Kosmos zu entwickeln, der sich von den gängigen Klischees unterscheidet.

Der erfahrene Leser wird die ein oder andere Anlehnung an orientalische Kulturen erkennen – zum Teil fühlt man sich an die frühen Reiche des Islam erinnert, dann wieder an die antiken Kulturen, die über das Zweistromland und Vorderasien hinweg tobten, aber er mischt die einzelnen Elemente so, dass ein recht eigenständiger und ungewöhnlicher Hintergrund entsteht, bei dem alles zusammen zu passen scheint.

Unter dem sorgfältigen Aufbau des Hintergrundes leidet allerdings ein wenig die Geschichte. Vor allem die Figuren bleiben blass. Man nimmt gar nicht so recht wahr, dass Maru etwas besonderes ist – ihr Geheimnis scheint gegenüber den plastischen Beschreibungen der Umgebung eher zweitrangig zu sein.

Aus diesem Grunde hat auch die Handlung nicht die Spannung und Stärke, die sie haben könnte und plätschert trotz einiger gefahrvoller Momente mehr oder weniger vor sich hin. Trotzdem ist das Buch nicht ganz so langweilig wie befürchtet – der Autor macht vieles durch seinen lebendigen Stil und einen abwechslungsreich bleibenden Inhalt wieder wett.

 

Alles in allem dürfte „Die Diebin“ wie vermutlich auch der Rest des Zyklus um „Die Tochter des Magiers“ vor allem den Lesern gefallen, die Abenteuer vor exotischer Kulisse mögen und vor allem an der Vorstellung einer Welt Spaß haben. Wer mehr von Figuren und Handlung erwartet könnte dagegen etwas enttäuscht werden. Aber dennoch reicht es aus, um wissen zu wollen, wie die Geschichte weiter geht.

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Buch:

Die Diebin

Autor: Torsten Fink

Reihe: Die Tochter des Magiers Band 1

Taschenbuch, 414 Seiten

Blanvalet, Mai 2009

 

ISBN-10: 3442266319

ISBN-13: 978-3442266319

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.06.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35