Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Die Drachen der Blutsteinlande von R.A. Salvatore

Reihe: Die vergessenen Welten; Bd. 16

Rezension von Christel Scheja

 

Im Dunstkreis von Drizzt Du’Urden, der beliebtesten und bekanntesten Figur der D&D-Kampagnenwelt „Vergessene Reiche“ haben inzwischen auch andere Figuren einen gewissen Kultstatus erreicht, so etwa der Assassine Artemis Entreri und der Dunkelelfensöldner Jarlaxle, der sich wie Drizzt eher eigene Wege geht, wenn er auch den Maximen seines Volkes - böse, egoistisch und gemein zu sein - eher treu bleibt und es gar nicht einsieht, sich aufzuopfern.

Diese beiden haben die Nordlande verlassen und versuchen anderenorts auf dem Kontinent Faerun ein angenehmes neues Betätigungsfeld zu finden.

 

Schon eine ganze Weile zieht das ungleiche Paar durch die Lande. Auch wenn sie das eigentlich gar nicht beabsichtigt haben, so sind sie durch ihren Sieg gegen den Hexenmeister Zengyi zu Helden der unwirtlichen Blutsteinlande geworden. Sie haben in sogar Gefährten und Freunde gefunden: Ellery, eine Ritterin des Lichts, Mariabronne, einen erfahrenen und bereits zur Legende gewordenen Waldläufer, Athrogate, den Zwerg, den niemand aufhalten kann, Arrayan, die schönen Halborkin und den undurchschaubaren Magier Canthan.

Nun erwarten sie neben einer hohen Belohnung auch noch Ehrungen durch die Herrscher des Landes: König Gareth und Königin Christine. Eigentlich legt Artemis gar keinen Wert auf solche Dinge, denn ihn beschäftigt anderes. Nicht weit von hier ist er geboren worden. Und er hat das Gefühl, seinen Wurzeln nachgehen zu müssen...

Doch Jarlaxle vereitelt seine Pläne. Der Dunkelelf hat eigene Ideen über das, was man nun anstellen könnte und spielt seine List und Machtgier aus. Das bringt Artemis in große Gefahr, denn die Herren der Blutsteinlande sind gar nicht darüber erbaut, dass Jarlaxle Artemis plötzlich zum König über das einst von Zengyi beherrschte Land ausruft und auf die Anerkennung des Anspruchs pocht.

Ehe er weiß wie ihm geschieht, gerät der Attentäter in großes Schwierigkeiten, denn er ist nun nicht mehr länger Held sondern ein gefährlicher Konkurrent, der beseitigt werden muss. Und das mit allen Miteln, auch wenn Freunde und Geliebte sterben müssen. Jarlaxle stört das wenig, denn er hat Spaß an dem Chaos, das er anrichtet.

 

Wieder einmal beweist R. A. Salvatore, das er sein Handwerk beherrscht und präsentiert einen rasanten und actionreichen Fantasy-Roman, in dem Helden durch Intrigen wieder einmal zu Gejagten werden und nun versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Gewohnt routiniert spulen sich die Ereignisse ab, allerdings gibt es keine überraschenden Wendungen. Auch Widerstände sind schnell überwunden und werden notfalls mit Gewalt oder Magie niedergestreckt. Ähnlich oberflächlich wie die Handlung sind auch die Charaktere, denn auch wenn sie schon ein paar eigene Züge entwickelt haben, so entsprechen sie doch mehr oder minder den klassischen Archetypen des D&D-Universums.

 

„Die Drachen der Blutsteinlande“ ist wie immer pure, actionreiche Unterhaltung mit schlicht gestrickten Charakteren und einer unkomplizierten Handlung, die sich wunderbar als leichte Urlaubslektüre eignet.

Nur eines sollte man von dem Roman überhaupt nicht erwarten: eine tiefschürfende komplexe Geschichte, die im Gedächtnis bleibt, und interessante, sich entwickelnde Charaktere, die einem wirklich ans Herz wachsen. Diese Ansprüche will das Buch gar nicht leisten, es richtet sich vor allem an die Fans kurzweiliger Fantasy-Abenteuer.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Titel: Die Drachen der Blutsteinlande

Reihe: Die vergessenen Welten, Bd. 16

Autor: R. A. Salvatore

Broschiert, 507 Seiten

Heyne, erschienen Mai 2007

ISBN 978-3-442-24458-4

Titelbild von Todd Lockwood

Übersetzung aus dem Englischen von Regina Winter

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 10.06.2007, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28