Die dreibeinigen Herrscher – Staffel 1 (DVD)
 
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Die dreibeinigen Herrscher – Staffel 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

In den 1960er Jahren verfasste der britische Autor John Christopher eine Trilogie, die nicht nur erfolgreich in andere Länder verkauft wurde, sondern auch noch knapp 20 Jahre später in eine Fernsehserie umgesetzt wurde, gerade als der durch “Star Wars” ausgelöste Hype für das Genre Science Fiction am höchsten war.

„Tripods“ oder „Die Dreibeinigen Monster“ lehnt sich an der Beschreibung und Darstellung der Außerirdischen nicht von ungefähr an „Krieg der Welten“ von H. G. Wells und der Verfilmung aus den 1950er Jahren an. Jugendliche und Kinder hatten – da der Film damals sehr oft im Fernsehen lief – die Wesen und ihre Schiffe vor Augen und mussten sich nicht mehr viel vorstellen.

 

Im Jahr 2089, gut hundert Jahre nach der Gegenwart, haben die sogenannten „Dreibeiner“ die Macht übernommen. Da die irdische Atmosphäre und Bakterien für sie gefährlich sind, verlassen sie niemals ihre Schiffe und Stationen. Dafür beherrschen sie die Länder aber mit ihrer überlegenen Technik und haben dafür gesorgt, dass die Menschen in ein vorindustrielles Zeitalter zurück gefallen sind.

Sie leben nur noch in dörflichen Agrargemeinschaften zusammen, alle Städte sind verlassen und zerstört. Damit sich kein Widerstand regt, werden die Jugendlichen in einem bestimmten Alter „geweiht“. Sie erhalten eine Kappe, die dafür sorgt, dass der eigene Wille unterdrückt wird.

Auch der junge Will Parker hat nur noch wenige Monate, bis er selbst geweiht wird. Dennoch freut er sich nicht darüber, ihn erfüllt die Tatsache eher mit Grauen. Denn ihm ist eines aufgefallen – Jungen und Mädchen, die sich vorher durch Einfallsreichtum und Entschlossenheit ausgezeichnet haben, sind danach nur noch ein Schatten ihrer Selbst.

Diesen Zweifel nährt der Vagant Ozymandias. Er zieht durch die Lande, um Kinder zu suchen, die wie Will Angst vor der Weihe haben. Denn nur sie scheinen stark genug zu sein, um sich gegen die Tradition zu stellen. Er weiht Will in sein Geheimnis ein und bringt ihn schließlich dazu, zusammen mit seinem Bruder und Freund Henry zu fliehen. Sie sollen England verlassen und nach Frankreich gehen, um dort eine Enklave der freien Menschen zu suchen, die wie Ozymandias falsche Kappen tragen und nie geweiht wurden.

Tatsächlich gelingt es den jungen nach einigen Abenteuern nach Frankreich zu kommen. Dort schließt sich ihnen Jean-Paul Deliet, alias „Beanpole“ an, ein junger Franzose, der ebenfalls nicht geweiht werden will.

Zu dritt kämpfen sie sich durch ein gefahrvolles Land, dicht verfolgt von den Schergen der Dreibeiner, die die entflohenen Jugendlichen um jeden Preis fangen wollen.

Die Jungen wissen bald nicht mehr ein, noch aus. Als Will verunglückt, scheint alles aus zu sein, aber der Herr der Familie Ricordeau ist trotz Weihe immer noch ein Ehrenmann. Er bietet Will – als dieser später im Gegenzug Eloise, die Tochter des Hauses vor dem Ertrinken rettet – an zu bleiben und sein Schwiegersohn zu werden.

Aber der Junge lehnt ab. Ihm erscheint es jetzt um so wichtiger, die freien Menschen zu finden. Über Paris und Südfrankreich erreichen sie schließlich mit den Maschinen der Dreibeiner im Nacken die Berge, in der diese Enklave liegen soll...

 

Die erste 13 Folgen umfassende Staffel umfasst genau die Handlung, die auch das erste Buch der Trilogie abdeckt. Eine zweite Staffel erzählt den mittleren Roman nach, während auf eine dritte Staffel aufgrund der hohen Produktionskosten verzichtet wurde.

Das mag befremdlich wirken, da die Tricks für heutige Verhältnisse sehr billig wirken und leicht zu erkennen sind, gerade wenn Modelle und Menschen in einer Szene agieren. Gerade die dreibeinigen Fortbewegungsmaschinen wirken sehr steif und behäbig, auch die Kulissen sind einfach gehalten, ebenso wie die Kostüme.

Die Serie selbst setzt mehr auf die Menschen und ihre Interaktionen. So dauert es eine Weile, bis sich Will und Henry dazu entschließen, auch die Flucht wird ausführlich in Szene gesetzt. Dabei sind die einzelnen Episoden in sich geschlossen, auch wenn sie eine fortlaufende Geschichte erzählen. Aber man findet sehr schnell wieder in die Geschehnisse hinein, wenn man eine Folge überspringt.

Alles in allem hält sich die Spannung eher in Grenzen, da nicht wirklich viel passiert. Und die Serie hat ein wenig von der Studioatmosphäre, die viele britische Serien dieser Zeit auszeichnet. Auch Außenaufnahmen wirken so, als seien sie im Studio nachsynchronisiert worden. Auch sind Szenen in die Länge gezogen, die Erzählweise ist um einiges langsamer als heute.

Das lässt die Serie recht altbacken wirken, obwohl die Handlung eigentlich recht interessant und vielschichtig ist. Aber man muss schon ein wenig Geduld mit den oft sehr steif agierenden Schauspielern haben, wenn man wirklich mit den Figuren warm werden möchte. Das gelingt erstaunlich gut bei „Beanpole“, der durch seine lockere, vorwitzige und neugierige Art einen kleinen Gegenpol zu den beiden eher ernsten englischen Jungen bietet. Nur Frauen spielen in der ganzen Geschichte eine untergeordnete Rolle. Bis auf Eloise bleiben sie Statisten und auch die junge Adelstochter hat nicht viel mehr zu tun, als Will aufzumuntern und sich später von ihm retten zu lassen.

Die Folgen sind ein wenig aufbereitet und wirken recht störungsfrei. Auf den letzten DVDa gibt es einige Extras wie Audiokommentare „Behind the Scenes“ –Aufnahmen und Stuntproben, Visual Effects Tests und nicht zuletzt ein Promoreel. Weitere Aussagen über die Ausstattung können nicht getroffen werden, da nur eine Presseversion vorlag

 

 

 

Fazit:

 

Insgesamt bietet „Die dreibeinigen Monster“ wohl mehr einen nostalgischen Reiz, der in erster Linie die Fans fesseln dürfte, die in den 1980er Jahren aufgewachsen sind, für heutige junge Zuschauer dürften zu wenige visuelle Reize vorhanden sein, um sie wirklich zu fesseln. Auch ist die Erzählweise viel langsamer, auch wenn die Umsetzung selbst sehr werkgetreu ist.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024042214465052393c8f
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DVD:

Die dreibeinigen Herrscher – Staffel 1

GB 1984

Original: Tripods,

Regisseure: Graham Theakston, Christopher Barry und Bob Blagden

Komponist: Ken Freeman

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 4:3

Umfang:: 3 DVDs

FSK: 12

Koch, 23. Oktober 2009

Spieldauer: 322 Minuten (13 Folgen a ca. 25 min)

 

ASIN: B002MWSYH0

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

John Shackley

Ceri Seel

Jim Baker

Roderick Horn

Robin Hayter

Charlotte Long


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Erstellt: 14.01.2010, zuletzt aktualisiert: 07.02.2024 17:01, 9873