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Die dunkle Königin von George R.R. Martin

Reihe: Das Lied von Eis und Feuer Bd.8

Rezension von Holger Hennig

 

„Das Lied von Eis und Feuer“, der wahrscheinlich stärkste Fantasyzyklus dieser Tage, geht mit der vorliegenden dunklen Königin – ein Titel, der so ziemlich gar nichts mit dem Buch zu tun hat – in die achte Runde. George R. R. Martin hat lange auf den im Original vierten Band „A Feast of Crows“ warten lassen, und selten war eine Fortsetzung so heiß erwartet. Dass der deutsche Verlag – Blanvalet – die Bücher immer in zwei Teile zerrupft und viermal so teuer verkauft, wie die englischen Originale, ist ein wirkliches Ärgernis und muss an jeder möglichen Stelle immer wieder negativ erwähnt werden.

 

Die Zeit der vielen Könige ist größtenteils vorbei, Throne sind unbesetzt und das Land ist verheert. Im Norden hat König Stannis die Mauer für die Wildlinge geöffnet und die Burgen gegen eine unheimliche Bedrohung besetzt. In King’s Landing, der eigentlichen Hauptstadt von Westeros herrscht Königin Cersei für ihren unmündigen Sohn Tommen, nachdem dessen großer Bruder Joffrey bei seiner Hochzeit erstickte. Der König des Nordens, Robb Stark kam bei der Bluthochzeit um und seine Brüder gelten auch als Tod, und auch Balon Greyjoy, der König der Inseln fiel von einer Brücke und verblieb tot – was zu großen Nachfolgestreitigkeiten führt.

 

In dieser verkehrten Welt geht das Leben weiter. Wir erfahren, wie es Samwell Tarly ergeht, dem Bruder der Nachtwache, der genau wie Arya Stark nach Braavos verschlagen hat. Auch Arya geht weiter auf ihrem seltsamen Weg. Ihre Schwester Sansa muss sich weiterhin als uneheliche Tochter des Lord Littlefinger ausgeben, der durch seine Ränke Herr über die Eyrie geworden ist – allerdings fehlt ihm die Herrschaft über das dazugehörige Tal, da er von den Unterlords nicht anerkannt wird.

 

Aber auch in King’s Landing ist nicht alles so, wie man sich das wünscht. Cersei, Königin der Intrigen, weiß weder mit Margaery Tyrrell, die ihrem Sohn Tommen anverlobt ist, noch mit ihrem Zwillingsbruder Jaime umzugehen, der, seit er seine Schwerthand verlor, auch ziemlich verbittert ist. Währenddessen sucht in dessen Auftrag die kämpferische Jungfrau Brienne immer noch nach den beiden Stark-Mädchen, es gehen mörderische Freischärler um, und es werden Geschichten erzählt, Geschichten von einer Königin in fernen Ländern, die über Drachen herrscht.

 

So kompliziert wie diese Inhaltsangabe klingt, ist der Epos nie, schließlich ist über viele hundert Seiten eine faszinierende Welt mit einer Unzahl an großen und kleinen Geschichten ausgebreitet, immer fesselnd, immer spannend und vor allem sehr real. Das ist keine Fantasy, die mit Magie und Fabelwesen herumspielt, sondern eine harte mittelalterliche Welt, in der die fantastischen Elemente noch wirklich mythisch und unheimlich sind. Dazu kommen Charaktere, die nun wirklich alles andere, als die üblichen Verdächtigen.

 

Dieser spezielle Band gehört zu den düsteren Teilen und es fehlen ein bisschen die sympathischeren Erzählerpersonen – zum größten Teil wird dieser Zyklus mit dem Fokus auf einzelne Charaktere erzählt, jeder Charakter bekommt dann sein Kapitel – und die mystischeren Teile sind auch ein bisschen zurückgedrängt. Und es fehlen Informationen, schließlich weiß der Leser auch am Ende des achten Bandes noch nicht, ob klassische Lieblingscharaktere wie es Bran, Daenerys oder Tyrion ergeht, man weiß noch nicht mal, ob sie noch leben. Trotzdem schlägt das Buch immer noch den größeren Teil der üblichen Fantasyneuerscheinungen, und ist einfach ein Teil einer genialen Serie.

 

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Die dunkle Königin

Reihe: Das Lied von Eis und Feuer Bd.8

Autor: George R.R. Martin

Broschiert: 606 Seiten

Verlag: Blanvalet; Auflage: 1 (11. Oktober 2006)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442244161

ISBN-13: 978-3442244164

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.02.2007, zuletzt aktualisiert: 21.02.2019 14:50