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Die eiserne Kette von Steve Cockayne

Reihe: Die Glückssucher Bd.2

Rezension von Carsten Kuhr

 

Nach seinem begeisternden Debut in »Die Magische Münze« schliesst der Englische Autor mit diesem Band direkt an die dort beschriebenen Ereignisse an. Erneut berichtet er uns in drei zunächst voneinander getrennten Handlungssträngen von seiner besonderen, weil ganz eigenständigen Welt.

Rusty Brown ist mittlerweile erwachsen. Zunächst fristet er ein recht karges Dasein als Illustrator für den Anzeiger, später macht er sein Glück als Verleger für Stadtpläne, und gründet eine Familie.

Leonardo Pegasus, ehemaliger Hofmagier und der Erfinder der Empathiemaschinen, die jetzt als Signalmaschinen genutzt werden, arbeitet weiterhin in einem abgelegen situierten Pub in der Provinz. Noch weiss er nicht, dass seine Erfindung missbraucht wird.

Und schliesslich Tom Slater, ein von seinem Vater emotional missbrauchter Junge, mit einer ganz besonderen Beziehung zu der Eisenkette, mit der sein Vater ihn zu fesseln pflegte, der mit einem aufgeweckten Geist zunächst seinen Weg zu machen scheint.

Als der König entdeckt, dass er mit der Empathiemaschine nicht nur ein Kommunikationsmittel für Fernverbindungen in der Hand hat, sondern auch eine Maschine, mit der sich seine Untertanen ausspionieren lassen tritt diese ihren Siegelzug im Reich an. Doch dann manifestieren sich geheimnisvolle Gestalten innerhalb der Maschinen ...

 

Steve Cockayne verfasst Fantasy Bücher, die sich abseits der allzu ausgetretenen Pfade bewegen, Wenn sie genug haben von den Magiern, den schwertschwingenden Recken und Drachen, dann könnten die Romane aus der Feder des Engländers eine willkommene Abwechslung für sie sein.

Mit spitzer Feder beschreibt der Autor eine Welt, deren Gesellschaft radikal umgekrempelt wird. Der junge König schneidet alte Zöpfe ab, wendet sich ganz dem Neuen zu. Dass er es dabei so manches Mal übers Ziel hinausschiesst, neue bürokratische Moloche schafft, und einen Überwachungsstaat schafft, der seinesgleichen sucht wird unauffällig aber deutlich aufgezeigt. Gerade die schwächeren Mitglieder der Gesellschaft fallen durch das weit geknüpfte soziale Netz, während Opportunismus und Egoismus überhand nehmen.

Insbesondere das Schicksal von Tom Slater packt den Leser. Oftmals selbst unschuldig an seiner Misere schlittert er trotz aller Intelligenz von einem Fiasko ins Nächste. Gerade im Vergleich zu Rusty's fast kometenhaften sozialen Aufstieg wirkt sein Schicksal um so ergreifender. Allerdings macht Tom sein irrationales Verhalten nicht eben zu einem stromlinienförmigen Protagonisten. Des weiteren fiel mir auf, dass der mythologische Aspekt, der mit den Fahrenden im ersten Band noch einen recht breiten Raum einnahm, diesmal fast gänzlich aussen vor blieb.

Insgesamt aber wusste dieser Roman auf ganz andere Art wie der erste Teil der kleinen Reihe zu überzeugen, und bietet dem Leser humorvoll erzähltes, ideenreiches Vergnügen abseits der ausgetretenen Pfade.

 

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Die eiserne Kette

Autor: Steve Cockayne

Reihe: Die Glückssucher Bd.2

Broschiert - 474 Seiten - Blanvalet

Erscheinungsdatum: Dezember 2005

ISBN: 3442243297

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 10.03.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35