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Die erste Wahrheit von Dawn Cook

Reihe: Die Bücher der Wahrheit, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Sie kommen wieder, die Romane, die weniger durch exotische Kreaturen und Rassen, als durch eine interessante Charakterzeichnung und komplexen Hinter grund überzeugen, der sich erst im Lauf der Geschichte entfaltet. Dazu gehört auch die Tetralogie um „Die Bücher der Wahrheit“ von Dawn Cook, die nun in einer edlen Aufmachung mit Klappbroschur bei Blanvalet erscheinen.

 

Alissa hat nie an Magie geglaubt. Sie war bisher nur ein fernes, als böse verschrieenes Märchen und fernab jeder Realität. Und das obwohl ihr lange verstorbener Vater daran geglaubt und ihr immer wieder neue verrückte Geschichten erzählt hat. Nach seinem Verschwinden und Tod vor mehr als neun Jahren ist das junge Mädchen allerdings pragmatisch geworden, um zu überleben, denn ihre Mutter scheint in einer Welt der Träume zu leben und manchmal die Alltäglichkeiten völlig zu vergessen. Selbst Arbeiten wie das Kochen und Brotbacken gehen der Älteren daneben. Allein lassen kann man sie eigentlich nicht. Deshalb reagiert das junge Mädchen unwillig, als ihre Mutter eines Tages verlangt, dass sie zu einer alten Festung zu reisen habe, um dort neben einem alten Buch aus dem Besitz ihres Vaters auch ihre eigene Bestimmung zu finden.

Alissa bricht grollend auf, weil sie schließlich keine andere Wahl hat. Da sie im Reisen keine Erfahrung besitzt, wird die Begegnung mit einem jungen Barden aus dem Tiefland zu einer großen Hilfe. Doch kann sie dem leichtlebigen und wagemutigen Strell überhaupt trauen? Und vor allem - wie ist er an die Karte ihres Vaters gelangt?

Weil sie das wissen will, duldet Alissa Strell erst einmal an ihrer Seite und macht im Zusammenspiel mit ihm manche neue Erfahrung.

Schließlich erreichen sie die Festung, von der die Mutter gesprochen hat. Doch dort ist alles anders als gedacht. Nur ein Mann lebt noch dort, und erkönnte zu Alissas gefährlichstem Feind werden, wenn er jemals herausfindet, wer sie ist.

 

Man merkt sehr deutlich, dass „Die erste Wahrheit“ nur der Auftakt einer viel längeren Geschichte ist. Dawn Cook nimmt sich die Zeit, die Figuren und den Hintergrund sorgfältig einzuführen und achtet dabei auf kleine Details, die im Laufe der Geschichte immer wieder neue Facetten zum Gesamtbild hinzu fügen. Immer wieder macht sie kleine Andeutungen, die zum Ende des Buches hin einen Sinn ergeben und so den roten Faden stärken.

Der Roman verzichtet weitestgehend auf Action. Zwar kommt es zu bedrohlichen und gefährlichen Situationen, Gewalt ist aber eher die letzte Lösung, die die Helden und Schurken einsetzen. Um ihre Ziele zu erreichen, müssen sie mit List und Verstand arbeiten, ihr Gegenüber genau beobachten, um seine Schwächen auszukundschaften und mit diesem Wissen manipulieren zu können.

Magie ist nicht nur aufgesetztes Beiwerk, sondern ein wichtiges Thema in der Geschichte. Ihr Einsatz ist nicht immer einfach und muss mit viel Fingerspitzengefühl geschehen, sonst kommt es zu Katastrophen. Wie Alissa lernt auch der Leser nach und nach die Segnungen und Tücken der Zauberkraft dieser Welt kennen und muss akzeptieren, dass es sie wirklich gibt. Dabei funktioniert vor allem die Vielschichtigkeit der Figuren, die immer dann eine neue Seite zeigen, wenn man nicht mehr damit rechnet, aber schon einmal fatale Fehler machen und sich gehörig täuschen und dabei fast in die Falle locken lassen.

Interessant ist auch die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren. Auch wenn man den beiden nicht absprechen kann, dass sie einander nach und nach immer mehr zugetan sind, so artet das ganze doch nicht in eine kitschige Romanze aus. Auch hier nimmt sich die Autorin sehr viel Zeit.

Durch die vielen kleinen Alltäglichkeit entsteht eine stimmige Atmosphäre. Die stete Entwicklung der Figuren sorgt ebenfalls für eine stetig steigende Spannung in der Handlung und kleine Überraschungen. Vielleicht gibt es keine epischen Schlachten und großen Enthüllungen, aber viele kleine Rätsel, deren Lösungen nach und nach entdeckt werden wollen.

 

Das macht „Die erste Wahrheit“ zu einem interessanten Buch für all diejenigen, die genug von den oberflächlichen Romanzen und Abenteuern haben und nach einem Roman sucht, der auf mehreren Ebenen gleichermaßen gut überzeugen kann.

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Die erste Wahrheit

Reihe: Die Bücher der Wahrheit, Bd. 1

Autor: Dawn Cook

Original: First Truth, USA 2002

Klappbroschur, 480 Seiten

Blanvalet, erschienen Mai 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Volk

Titelbild von Martha Dahlig

ISBN-10: 3442265762

ISBN-13: 978-34425763

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.06.2008, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35