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Die Erwählte von Torsten Fink

Reihe: Die Tochter des Magiers Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Erwählte“ ist der abschließende Band der Trilogie um „Die Tochter des Magiers“ , in der das Mädchen Maru endlich aus dem Schatten ihres alten Lebens heraus tritt. Denn bis vor ein paar Monaten war sie nur eine einfache niederrangige Sklavin, die nicht viel vim Leben zu erwarten hatte. Doch dann erwarb sie der Abenteurer und Betrüger Tasil und machte sie zu seiner Komplizin.

Seither ist Marus Leben alles andere als langweilig, denn Tasil ist alles recht, was Geld bringt und sein Leben so angenehm wie möglich macht. Er ist ein Meister der Intrigen und Betrügereien, hat keine Skrupel jemanden zu töten oder Gräber auszuplündern und macht es sich schließlich sogar zu Nutze, dass Maru ganz offensichtlich magische Gaben besitzt.

Allerdings haben sich beide mit Numur von Serkesh einen Feind geschaffen, der es sich nicht nehmen lässt, trotz seiner Feldzüge zur Eroberung des Landes auch hin und wieder nach ihnen zu jagen. Und da ist noch Utukku, ein Daimon aus alter Zeit, der mehr von Maru möchte als nur Aufmerksamkeit. Er scheint eingene dunkle Pläne mit dem Mädchen zu haben.

 

Beide haben nun endlich Ulbai, die Hauptstadt des Reiches Akkesch erreicht, um die Menschen dort von Numurs Plänen zu erzählen. Allerdings kommen sie zu spät, denn das Heer des Eroberers ist dicht hinter ihnen und beginnt die Stadt einzuschließen, so dass es kein Entkommen mehr gibt.

Tasil macht aus der Not eine Tugend und bietet sich an, der Unterhändler des Kaidhan zu sein. Doch er denkt dabei nur an seinen eigenen Vorteil und beginnt die beiden Seiten durch gezielte Falschinformationen gegeneinander auszuspielen, denn der Tribut, den die Stadt an Numur zahlen soll ist mehr als verlockend hoch, warum soll er davon nicht einen gehörigen Teil für sich abzwacken.

Maru hat diesmal keinen so großen Anteil an seinen Machenschaften, denn sie plagen anderen Sorgen und Nöte. Zum einen findet sie mit der Hilfe eines Schreibers heraus, dass Utukku ein Daimon ist, der gerufen wurde, um Akkesch zu zerstören, und zum anderen wer ihre Eltern sind, auch wenn sie schon lange nicht mehr in der Stadt weilen. Dafür finden sich aber andere, die diese Kennen und das Mädchen in ihr Herz schließen.

Währen Tasil in seiner Gier bereit dazu ist, eine ganze Stadt zu opfern, nur um unermesslichen Reichtum an sich zu bringen, tut das Mädchen genau das Gegenteil, denn sie setzt alles daran, um die Menschen, die sie lieb gewonnen hat, zu retten ...

 

Auch wenn die Inhaltsangabe episch klingt, die Geschichte ist es nicht, denn Torsten Fink bleibt seiner Linie treu, die Menschen und die Kultur, in der diese leben, zum Mittelpunkt seiner Geschichte zu machen und nicht irgendwelche epischen Schlachten oder dramatischen Rituale. Zwar geht es in dem Buch nicht immer sanft zu und einige verlieren ihr Leben, aber die Gewalt wird niemals sinnfrei eingesetzt, nur um die Spannung zu erhöhen.

Maru lernt eine Menge über sich selbst und ihre Gaben, sie erfährt von ihren Wurzeln und löst sich von ihrem alten Leben. Denn Tasil, der sie erst aus ihrer vorherbestimmten Existenz gerissen hat, erweist sich nun mehr denn je als Hemmschuh und gefährliche Schwäche, die sie so wie ihr Sklavendasein hinter sich lassen muss, um sich weiter zu entwickeln. Auch was den Abenteurer angeht, bleibt der Autor dem Charakter treu, denn dieser schwenkt nun nicht plötzlich zu guten Taten um und wird zu einem Retter – nein bis zum Schluss denkt er tatsächlich nur an seinen eigenen Vorteil. Auch wenn er damit viele Sympathien verspielt haben dürfte, er kommt trotzdem davon.

Das ist ein weiterer Pluspunkt des Romans, der sich zügig und spannend weiter entwickelt. Allein der Höhepunkt wird etwas zu abrupt abgehandelt, so als habe er nur eine begrenzte Seitenzahl zugestanden bekommen, ansonsten stimmt die Atmosphäre des exotisch-orientalischen Settings bis ins kleinste Detail und die Figuren bieten auch immer wieder kleine Überraschungen die zu Wendungen in der Handlung führen, mit denen man so nicht gerechnet hat.

 

Alles in allem bietet „Die Erwählte“ einen sauberen wenn auch etwas überstürzten Abschluss der Saga und lässt sich ein gewaltiges Hintertürchen auf, mit dem die Geschichte um „Die Tochter des Magiers“ durchaus weiter fortgesetzt werden könnte. Wie auch die anderen Bände dürften sich vor allem Lesern angesprochen fühlen, die einerseits farbenprächtige Abenteuer mögen, andererseits aber auch die Entwicklung der Charaktere und die Enthüllung mythischer Geheimnisse vor epische Schlachtengemälde und ähnlich geartete Action stellen.

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Buch:

Die Erwählte

Autor: Torsten Fink

Reihe: Die Tochter des Magiers Band 3

Taschenbuch, 400 Seiten

Blanvalet, September 2009

 

ISBN-10: 3442266335

ISBN-13: 978-3442266333

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.11.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35