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Die Fahrt der Shadowmoon von Sean McMullen

Reihe: Die Saga der Mondwelten

Rezension von Christel Scheja

 

„Fluch der Karibik“ hat das Genre des Piratenfilms aus seinem Dämmerschlaf geweckt. Die Mischung aus Abenteuer, Komödie und Horror hat das Publikum begeistert, und so wundert es nicht, dass nicht nur die Saga im Kino eine Fortsetzung findet, sondern man den Erfolg auch für andere Medien und Genres ausnutzt. Nicht ohne Grund kann man das Titelbild von „Die Fahrt der Shadowmoon“ aus etwas weiterer Entfernung für das Kinoplakat halten. Der Roman von Sean McMullen ist jedoch nur der Auftakt der „Mondwelten“-Saga.

 

Ein ganzer Kontinent der Welt Verral wird in kürzester Zeit durch einen einzigen Mann mittels Feuer zerstört. Der wahnsinnige Kaiser Warsovran hat die magische Waffe „Silbertod“ an sich gebracht, die ehemals einen Gott gehörte und ihm nun Unsterblichkeit mit relativer Jugend und große Macht verleiht. Seine Flotten haben sich über die ganze Welt verteilt und kontrollieren die Meere. Sie bereiten ihrem Herrscher den Weg, der sich dazu aufmacht auch die anderen Kontinente unter seine Knute zu zwingen. Widerstand erstickt er persönlich im Keim, selbst wenn sie aus den höchsten Kreisen seines eigenen Hofstaates stammen.

Denn das kleine Schiff „Shadowmoon“ ist in letzter Sekunde dem Inferno entkommen. Neben dem wagemutigen Kapitän Feran und seiner unerschrockenen Mannschaft befinden sich noch illustre Passagiere mit an Bord, die sich dazu entschlossen haben, den Kaiser zu bekämpfen und ihm irgendwie den „Silbertod“ zu entreißen. Das sind Laron, der einzige Vampyr der Welt, der im Körper eines Jungen gefangen ist; die ehrwürdige Terikel, eine Priesterin der Metrologen, die ihre eigenen Intrigen spinnt und der entmachtete und entmannte König Druskarl, der auf Heilung hofft.

Auf hoher See müssen sie nicht nur den Häschern des Kaisers entkommen, sondern sich auch noch mit unkontrollierbaren Elementargeistern herumschlagen, die durch den Einsatz des „Silbertods“ entfesselt wurden.

 

Auch wenn „Die Fahrt der Shadowmoon“ zunächst den Eindruck macht, ein Piratenroman zu sein, oder zumindest größtenteils mit Seefahrt zu tun zu haben, so wird man sehr schnell eines besseren belehrt. Hinter dem Buchdeckel steckt nicht mehr und nicht weniger als einer der üblichen „Eine-Heldengruppe-rettet-die-Welt“-Geschichten. Kapitän Feran und seine Leute spielen gegenüber Laron, Terikel und Druskarl gerade an diesem Roman eine eher untergeordnete Rolle. Sie sind mehr oder minder Befehlsempfänger, die vielleicht mal aufmucken dürfen, nicht aber die Handlung gestalten. Die ruht sicher in den Händen des großen Gegenspielers und der eigentlichen Helden, die sich mehr schlecht als recht den ihnen entgegenkommenden Gefahren stellen.

Der Roman weiß zwar durch eine actionreiche und farbenprächtige Handlung kurzfristig zu unterhalten, kann aber ansonsten nicht so recht überzeugen: Er ragt weder in der Gestaltung der Helden noch der Geschehnisse in irgend einer Form aus der Masse gleichartiger Romane heraus, ist zwar routiniert geschrieben – aber weder ein Piratenabenteuer, noch in irgend einer Form mit „Fluch der Karibik“ vergleichbar.

Eure Meinung:


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Die Fahrt der Shadowmoon

Reihe: Die Mondwelten-Saga

Autor: Sean McMullen

Broschiert - 367 Seiten

Heyne, erschienen Juli 2006

ISBN: 3-453-52066-1

Titelbild von Arndt Drechsler

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.06.2006, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45