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Isnogud

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Groswesirs Isnogud Buch 5

Feenzauber um Isnogud | Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen |

Die Albträume des Isnogud

 

Rezension von Christian Endres

 

»Es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen, ein Großwesir namens Isnogud. Der war sehr böse und kannte nur ein einziges Ziel: ICH WILL KALIF WERDEN ANSTELLE DES KALIFEN! Dieser schändliche Großwesir hatte einen treuen Diener Namens Tunichgud, einen gar anständigen Mann, der unter seinem gestrengen Herrn nichts zu lachen hatte. Der Kalif von Bagdad dagegen, der gute Harun Al Pussah, der grenzenloses Vertrauen in seinen Großwesir Isnogud setzte, verbrachte die Tage seiner beschaulichen Regentschaft in sorgloser Gelassenheit. Also, es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen ...«

 

Immer das gleiche in Bagdad, der Prächtigen? Nein, natürlich nicht. Das bewährte Konzept der Serie um den unsympathischen Möchtegern-Usurpator aus 1001 Nacht ändert sich zwar niemals – Comic-Großmeister René Goscinny lässt sich aber in jeder Episode etwas Neues einfallen, um die frische Luft unter dem fliegenden Teppich zirkulieren zu lassen. Dafür steht er sozusagen mit seinem Namen, der in Comic-Kreisen immer für große Qualität spricht.

 

So bieten die ersten beiden Alben in diesem fünften Sammelband (»Feenzauber um Isnogud«; »Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen«) dann auch das gewohnte Gag-Feuerwerk von einem Goscinny (dem in diesem letzten Band rein aus seiner Feder übrigens das gesamte redaktionelle Vorwort gewidmet ist – sehr schön!) in Höchstform. Auch diesmal muss der ehrgeizige Giftzwerg aus Bagdad wieder gewohnt überdrehte und fatale Eskapaden be- und überstehen, in die Isnogud und ein Assistent Tunichgud stolpern, weil der Großwesir natürlich auch in den vorliegenden Geschichten wieder Kalif anstelle des Kalif werden möchte. In Isnoguds sinisteren Plänen ist für vieles Platz: Aufgedeckte Skandale, massig Intrigen, obskure Magie und diesmal sogar Märchenfeen. Dazu gesellen sich die gewohnt starken Anachronismen, die immer ein Highlight der Storys aus dem historisch nicht immer so korrekten und gern stark augenzwinkernden Bagdad sind.

 

Das dritte Original-Album im Bunde, »Die Albträume des Isnogud«, tanzt dann wie bereits das letzte Album im Vorgängerband der »gesammelten Abenteuer« insofern erneut aus der Reihe, als dass es keine längeren Erzählungen enthält: Abermals finden sich im letzten drittel die Einseiter, die ab Oktober 1974 wöchentlich in der französischen Zeitung Le Journal du Dimanche abgedruckt wurden. Jeder Strip stellt sich in zwischen fünf und acht Panels wieder der »Wenn ich ... wäre«-Frage. Problem dieser Onepager ist nach wie vor die Konzentration – am Stück lesen sie sich nicht wirklich gut weg und nutzen sich rasch ab. Dass sie sich gerne auf das politische und soziale Tagesgeschäft Frankreichs zur Entstehungszeit der Strips beziehen, macht sie dann natürlich nicht gerade leichter zugänglich.

 

Was diesen fünften Band davon abgesehen aber trotzdem besonders wichtig macht: Es ist das letzte Album dieser Gesamtausgabe, in dem alle Geschichten von Goscinny stammen.

 

Das allein macht ihn zu einem ganz wichtigen Stück Comic-Literatur.

 

Eure Meinung:

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Comic:

Isnogud

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud 5

Autor: René Goscinny

Zeichner: Jean Tabary

Ehapa, März 2009

Hardcover-Album, 160 Seiten

ISBN: 3770431855

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 02.09.2009, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53