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Die Hexe von Yasmine Galenorn

Reihe: Schwestern des Mondes, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Noch vor einigen Jahren entführten die Autoren in fremde Welten und zu geheimnisvollen Kreaturen voller Magie, heute ist das anders. Viele Geschichten spielen auf der Erde oder sind durch die Hauptfiguren eng mit dieser verbunden. Vampire, Werwölfe, aber auch Feen und Elfen tauchen inzwischen vermehrt auf, um unter den Menschen ihr Unwesen zu treiben. Das ist auch in Yasmine Galenorns Saga um die „Schwestern des Mondes“ der Fall, deren erster Band nun erschienen ist.

 

Auch die Wesen der Anderswelt haben Vorurteile, wenn es um Mischlinge geht. Das bekommen die drei Schwestern Camille, Delilah und Menolly zu spüren, die aufgrund ihrer menschlichen Mutter aus dem Elfenreich verbannt werden, als sie alt genug sind, um für sich zu sorgen. Außerdem funktionieren ihre Kräfte nicht perfekt, so dass fehl geschlagene Zauber oder Verwandlungen immer wieder die Umwelt und andere Wesen gefährden könnten. Auch deshalb müssen sie entfernt werden.

Das ist zumindest die offizielle Version. Tatsächlich stellen sie die idealen Agenten für den AND (Anderswelt-Nachrichten-Dienst) dar. Sie haben die Aufgabe zu verhindern, das magische Wesen in der normalen Welt für unverlangtes Aufsehen sorgen, müssen verhindern, dass Dämonen oder Menschen den Wesen der Anderswelt schaden oder gar die geheimen Zugänge in die magische Dimension entdecken.

Mehr schlecht als recht führen die drei Schwestern so ein „normales“ Leben in der Großstadt Seattle. Camille ist noch am unauffälligsten – wenn sie nicht gerade zaubert. Sie hat ein Auge auf ihre Schwestern Delilah und Menolly. Während die eine sich aus Versehen immer wieder in eine kuschlige Katze verwandelt, ist die andere vor vielen Jahren gegen ihren Willen zu einer Vampirin gemacht worden.

Dann geschieht ein Mord, der sie in Alarmbereitschaft versetzt. Der Türsteher des „Wayfarer“, ein „Kollege“ der Schwestern im AND, wird ermordet.

Da das Lokal nicht nur ein beliebter Treffpunkt der magischen Wesen ist, sondern auch einen der Zugänge der Anderswelt verbirgt, wird schnell klar, dass die Tat nicht aus Geldgier, Rache oder anderen menschlichen Leidenschaften geschah. Sehr schnell bekommen die Schwestern heraus, dass ein sehr gefährlicher Feind hinter allem steckt.

Der Dämon Schattenschwinge ist zum neuen Herrscher über die Unterwelt avanciert und will seine Macht ausweiten. Seine Schergen sind deshalb auf der Suche nach dem sogenannten „Geistsiegel“, das vor langer Zeit von den Herren der Elemente geschaffen wurde, um die drei Ebenen voneinander zu trennen. Damit niemand es benutzen konnte, wurde es in neun Teile gespalten und in alle Winde verstreut. Sollte es Schattenschwinge also gelingen, die Bruchstücke komplett in die Hand zu bekommen und wieder zusammen zu fügen - sind die magischen Wesen und die Menschen verloren.

 

„Die Hexe“ bietet zwar hin und wieder etwas Action, führt aber in erster Linie in die Welt der „Schwestern des Mondes“ ein, der sich als Urban Fantasy im klassischen Sinne erweist, auch wenn die Helden selbst keine versponnenen Außenseiter mehr sind. Ganz im Geschmack der Zeit ist Camille eine selbstbewusste junge Frau, die durchaus weiß, wie sie ihren Sex-Appeal einsetzen muss und sich ebenso intensiv für Männer wie auch für modische Kleidung und Schuhe interessiert. Zudem hat sie einen ausgeprägten Mutterinstinkt gegenüber ihren Schwestern, die in diesem Band noch im Hintergrund bleiben.

Überhaupt geht es im Roman sehr familiär zu, die Geschichte widmet sich vor allem erst einmal den kleinen Alltäglichkeiten im Leben von Camille, Delilah und Menolly. Erst in der Mitte des Buches setzt die eigentliche Handlung ein. Dann bekommen die drei jungen Frauen auch einiges zu tun und müssen sich mit Dämonen und anderen Kreaturen der Unterwelt herumschlagen, enthüllen alte Geheimnisse und versuchen Geistern der Vergangenheit Frieden zu geben.

Das alles geht weitestgehend ohne Gewaltexzesse ab, auch wenn es zu dem ein oder anderen Kampf kommt. In der Hinsicht bleibt der Roman ausgesprochen weiblich und ergänzt damit die Schilderungen von Wünschen und Gefühlen der Heldin, aus deren Perspektive erzählt wird.

Auch wenn sie einiges an phantastischen Elementen einbaut, dürften Genrefans eher enttäuscht sein, da Erörterungen über Mode und Männer oder die Affären der Heldinnen fast ebenso viel Raum einnehmen wie die Abenteuerhandlung.

 

„Die Hexe“ dürfte wie auch die anderen Titel der Saga um die „Schwestern des Mondes“ vor allem für junge Frauen und Mädchen interessant sein, die mit Vorliebe zu den Vampirromanzen greifen. Puristische Fantasy-Fans dürften trotz der netten Ideen und des interessanten Hintergrundes eher durch den Liebesroman-Anteil abgeschreckt werden.

 

Eure Meinung:


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Die Hexe

Reihe: Schwestern des Mondes, Bd. 1

Autorin: Yasmine Galenorn

Klappbroschur , 398 Seiten

Knaur, erschienen Januar 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Katharina Volk

Titelbild von Tony Mauro

ISBN-10: 3426501554

ISBN-13: 978-3426501559

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.03.2009, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28