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Die Legende von Dörte von Mary-Anne Raven

Ein nerdiger Fantasy-Trip

 

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Klappentext:

»Was zum Teufel!«

Dörte traut ihren Augen nicht, als sie plötzlich Hals über Kopf in eine mittelalterliche Fantasywelt katapultiert wird. So etwas gibt es doch nur in Geschichten und nicht im realen Leben. Irgendwie ist das alles auch nicht so lustig, wie sie es sich immer vorgestellt hat. Schon bald muss sie erkennen, dass auch in einer Fantasywelt Menschen halt doch nur Menschen sind. Selbst ihr heißumschwärmter, schillernder Held entpuppt sich als hohle Mogelpackung. Dumm nur, dass sie ausgerechnet in seiner Nähe bleiben muss, um aus dem ganzen Schlamassel wieder herauszukommen.

 

Rezension:

Nach einem Streit mit ihrer Mutter will die 18-jährige Dörte eigentlich nur bestellte Bücher im Buchladen abholen. Als sie dort allerdings eine Luxusausgabe ihres Lieblings-Comics auf dem Tisch liegen sieht, muss sie einen Blick hineinwerfen. … und steht plötzlich mitten in der Welt dieser Geschichte. Schnell stellt sie fest, dass hier nicht alles wie in den Hochglanzbildern des Buches ist. Der tapfere Held, in den sie verschossen ist, stellt sich als unfähiger Idiot heraus. Trotzdem muss Dörte in seiner Nähe bleiben, denn sie hofft, am Ende der Geschichte wieder in die reale Welt ›zurückzufallen‹.

 

Die Idee hinter Mary-Anne Ravens Buch, klassische Clichés des Fantasy-Genres durch den Kakao zu ziehen, ist interessant. Damit, dass sich weibliche Protagonisten fast zwangsläufig in ›den Helden‹ verlieben, gelingt ihr schon ein absolut gelungener Auftakt, indem genau dieses Handlungselement ins Gegenteil verkehrt wird. Die Protagonistin ›entliebt‹ sich innerhalb weniger Minuten beziehungsweise Seiten von ihrem Comic-Helden. An dieser frühen Stelle der Handlung möchte man als Leser der Geschichte schon das Prädikat »Karikatur gelungen« verleihen. Leider hält die Autorin dieses hohe Level jedoch nicht lange durch. Spätestens nachdem sich Dörte der Heldentruppe um Teyrnon angeschlossen hat, läuft die Handlung wie eine weitgehend ›normale‹ (Urban-)Fantasy-Story weiter. Die Auseinandersetzung mit Genre-typischen Clichés beschränkt sich jetzt darauf, dass die Protagonistin darüber nachdenkt. Manche Handlungselemente tauchen nur kurz auf, um danach ins Buch-Nirvana zu entschwinden, wobei völlig unklar bleibt, ob das eventuell bewusst als karikiertes Cliché geplant ist.

 

Der Stil der Autorin erweist sich als angenehm lesbar. Wäre es ihr gelungen, das Niveau des Anfangs komplett aufrechtzuerhalten, wäre dieses Buch zweifelsfrei als Highlight zu bezeichnen. So bietet es leider ‚nur‘ soliden Durchschnitt.

 

Fazit:

Die diesem Buche zugrundeliegende hervorragende Idee hält leider nicht bis zum Finale durch.

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Eure Meinung:

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eBook:

Die Legende von Dörte

Ein nerdiger Fantasy-Trip

Autorin: Mary-Anne Raven

eBook im Selbstverlag

 

zur Zeit nicht erhältlich

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.05.2020, zuletzt aktualisiert: 21.06.2020 14:15