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Die letzten Worte des Wolfs von Tobias O. Meißner

Reihe: Im Zeichen des Mammuts Band 2

Rezension von Holger Hennig

 

Weiter geht es in der Öko-Fantasyserie von Tobias O. Meißner „Im Zeichen des Mammuts“. Das Mammut ist eine Art Eingreiftruppe, das in einer fantastischen Welt gegen Umweltverschmutzung und Ausrottung verschiedener Tiere vorgeht.

 

Dieses Mal geht es um Wale. Rodraeg, ehemaliger Abenteurer, Stadtschreiber und Volksschullehrer, führt die kleine Truppe an, ist furchtbar verliebt in Schmetterlingsmädchen Naenn, die aber wieder nicht mit dem Mammut mitziehen wird. Bestar ist ein Klippenwäldler und könnte glatt Conans jüngerer Bruder sein, ein klassischer Barbar. Hellas ist kein Grieche, aber ein fast perfekter Bogenschütze und er ist eiskalt. Und es gibt auch ein neues Mitglied: Eljazokad. Ein Lichtmagier und Pazifist. Zu viert ziehen sie nach Wendry, wo die letzten Buckelwale bald stranden werden, so viel weiß der Auftraggeber des Mammuts. Die Gruppe soll dieses Stranden verhindern und die Tiere retten.

 

Auf dem Weg treffen sie auf Dasco, einen zwielichtigen Gesellen, der mit der Kutsche des Mammuts mitfahren will. Der stellt sich als Werwolf heraus, wird erst vom Mamut bekämpft, dann merkt man, dass so ein Werwolf ja nichts schlimmes sein muss, aber dann kommen die Jäger aus einer anderen Welt – wer immer die auch sind – und bringen den Werwolf routiniert um. Vorher darf Dasco noch ein paar Worte sagen, weil sonst das Buch seinen Titel ja zu Unrecht hätte. Als das Mammut in Wendry ankommt, wartet noch eine große Menge Arbeit auf die vier Abenteurer zu, weil es keinerlei Anhaltspunkte für Fängermagie und messerschleifende Walschlächter gibt.

 

Irgendwie ist diese Fantasywelt, die Tobias O. Meißner da verfertigt hat, eine eher betuliche. Da darf es auch schon mal um Fabrikationen und Bürokratie gehen, manches klingt nach einer Kleinstadt im Sauerland. Aber das ist nicht wirklich ein Kritikpunkt, nicht negativ einzurechnen, weil er mit dieser betulichen Welt ähnlich vorgeht, wie Tolkien mit dem Auenland. Er gibt erst mal eine Welt vor, die dem Leser absolut bekannt vorkommt. Andererseits gibt es genug Mittelalterliches und Fantastisches, dass auch der ganz alltägliche Eskapismusdrang gut bedient wird.

 

Eher zu kritisieren sind die Längen, die etwa die erste Hälfte des Buches prägen. Das ist doch alles ein bisschen zu beliebig, oder zumindest wirkt es so, denn da gibt’s es ja ganz sicher einiges, was im nächsten Band aufzulösen ist. Aber Naenns Schwangerschaft, Rodraegs Krankheit und seine Verbindung zu den Elementen, das wirkt alles irgendwie unmotiviert, da gibt es auch keine wirkliches Weiterkommen in der Geschichte. Nachdem das Mammut endlich in Wendry ist, wird der Roman deutlich interessanter, wenn auch nicht ganz so spritzig, wie der erste Band, und schon gar nicht wie Meißners ausgezeichneter und höllisch spannender Roman „Paradies der Schwerter“. In diesem Zyklus fehlt noch so einiges, auch wenn er ganz gut zu lesen und mit Sicherheit nicht schlecht ist – aber leider eben auch nicht richtig gut.

 

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Eure Meinung:

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Die letzten Worte des Wolfs

Reihe: Im Zeichen des Mammuts Band 2

Autor: Tobias O. Meißner

Taschenbuch, 347 Seiten

Piper, März 2006

ISBN: 3492266045

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.03.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35