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Die Lieder der Erde von Elsbeth Cooper

Reihe: Die wilde Jagd Band 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Die englische Autorin Elsbeth Cooper wurde 1968 in Newcastle upon Tyne geboren und entwickelte schon früh eine Begeisterung für epische Abenteuer. Aber erst jetzt, so wie mit ihrem Mann in Northumberland lebt, hat sie diese Freude auch in Worte gefasst. „Die Lieder der Erde“ ist ihr erster Roman.

 

Gair weiß schon lange, dass er ein „Schattenkind“ ist, einer derjenigen Menschen, die über Gaben verfügen, die durch das heilige Buch von Eador geächtet sind. Denn dies gebietet, keinen Hexer oder keine Hexe leben zu lassen. Auch wenn der elternlose Junge seine Kindheit und Jugend im Schatten der Kirche verbrachte und selbst zu einem Kämpfer für diese magieverachtende Religion werden sollte – ist nun die Zeit gekommen, in der er nicht länger verbergen kann, was er ist.

Man stellt ihn vor Gericht und verurteilt ihn zum Tode – doch aus irgendeinem Grund wird das Urteil in Brandmarkung und Verbannung umgewandelt, was aber auch nicht bedeutet, dass er in Sicherheit ist.

Dafür sorgt der geheimnisvolle Reisende Alderan, der dafür sorgt, dass ihn seine Feinde nicht zu fassen bekommen und ihn schließlich auf eine Schule bringt, die fern des Festlands auf einer Inselgruppe liegt. Dort soll Gair lernen, seine Kräfte zu verstehen und zu beherrschen und selbst entscheiden wie er sie eines Tages nutzen will. Gerade weil er der mächtigste Anwender der Magie seit langem ist, setzt der alte Gelehrte große Hoffnungen in ihn.

Der junge Mann geht auf das Angebot ein, nun nachdem sein altes Leben in Trümmern liegt und versucht seine bisherigen mit den neuen Erfahrungen zu vereinen. Er findet Freunde und sogar eine Liebe, aber nichts hat ihn auf die Bedrohung vorbereitet, die schließlich wie ein Sturmwind über ihn und die Insel kommt...

 

Natürlich erfindet Elsbeth Cooper das Genre der High Fantasy nicht neu, aber sie verwendet die vertrauten Versatzstücke in einen interessanten Kontext und interpretiert sie teilweise anders als gewohnt. Zwar mag man sich bei der Kirche an die christliche Inquisition und die Zeit der Hexenjagden erinnert fühlen, aber man bekommt auch schon früh das Gefühl, dass Gair Teil eines weit größeren Planes ist, als man ihm verraten will.

Nach und nach erschließen sich die Geheimnisse im Hintergrund – und was als einfaches Abenteuer, verbunden mit der Suche nach einer neuen Heimat beginnt, verwandelt sich schnell in eine Geschichte, die weit größere Kreise zieht als vermutet. Auch die Nebenhandlungen ergeben irgendwann einen Sinn und schließen den Kreis, führen den jungen Helden seiner Bestimmung zu.

Zwar geht die Autorin bei der Gestaltung ihrer Figuren nicht all zu sehr in die Tiefe, erschafft aber sympathische Charaktere und wahrhaft sinistre Schurken. Sie nutzt die Seiten, um Gair, Alderan und die anderen einzuführen, nach und nach aber auch andere Facetten ihres Seins zu enthüllen. So machen diverse Szenen, die anfangs für sich stehen später einen Sinn und die Handlung bleibt immer spannend, auch wenn sie insgesamt eher ruhig verläuft. Man hat niemals das Gefühl, dass die Autorin die Fäden aus der Hand verliert, so dass man auch am Ende das Buch zufrieden aus der Hand legt und neugierig auf die Fortsetzung wirkt. Wie Brandon Sanderson, Peter V. Brett und andere Autoren der jüngeren Generation setzt sie dabei nicht auf epische Schlachten sondern einzelne Figuren, die den Lesern ans Herz wachsen und dennoch das Schicksal der Welt durch ihre persönlichen Entscheidungen in der Hand halten.

 

Wer also High Fantasy mag, die sich vor allem auf die Personen konzentriert, auf vordergründige Action verzichtet und die Lesern den epischen Hintergrund erst mit der Zeit entdecken lässt, der wird bei der Lektüre von „Die Lieder der Erde“ sicherlich seinen Spaß haben. Gerade weil das Buch durchdacht alle Fäden am Ende zusammenfügt und die Autorin dafür sorgt, dass einem die Figuren ans Herz wachsen, bleibt es nicht aus, dass man die Fortsetzung mit viel Neugier erwartet.

 

Eure Meinung:

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Buch:

Die Lieder der Erde

Reihe: Die wilde Jagd Band 1

Original: Songs of the Earth, Juni 2011

Autorin: Elsbeth Cooper

Taschenbuch, 558 Seiten

Heyne, November 2011

Übersetzer: Michael Siefener

 

ISBN-10: 3453267133

ISBN-13: 978-3453267138

 

Erhältlich bei Amazon

 

Kindle-ASIN: B00627H7VU

 

Erhältlich bei Amazon Kindle-Edition

weitere Infos:


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Erstellt: 15.04.2012, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35