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Die Macht der Elemente

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Seit einigen Jahren arbeiten ZDF und BBC zusammen und werfen ihr gesammeltes Know-How in die Waagschale, um Dokumentationen zu produzieren, die den europaweiten Geschmack treffen, unterhaltsam aber zugleich auch informativ sind. Nach „Expedition Erde“ folgt nun die vierteilige Serie „Die Macht der Elemente“.

 

Mit der „Macht“, die den Elementen innewohnt, verbinden die meisten Menschen heutzutage eher Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis. Dass aber Feuer, Erde, Luft und Wasser das Leben und die Entwicklungen auf der Erde nachhaltig beeinflussen und formen, ist nur wenigen klar und den Naturwissenschaftlern erst seit einigen Jahrzehnten bewusst geworden.

Dirk Steffens zeigt an den Orten der Erde, an denen die Elemente am deutlichsten zutage treten, wie die Geschichte der Menschheit von den Elementen beeinflusst wurde.

Feuer gilt als zerstörerisch. Auch heute noch sind Waldbrände erst einmal nicht wirklich aufzuhalten, wenn sie einmal ausgebrochen sind. Vor allem in trockenen Gebieten bekommen die Menschen das zu spüren. Aber auf der anderen Seite verdanken sie dem Feuer auch die Entwicklung ihrer Zivilisationen. Nur Feuer macht es möglich, die Werkzeuge und Waffen zu schaffen, die eine Kultur voranbringen, Nahrung genießbar und ebenfalls große Kälte überstehen lässt.

Ohne Wasser ist kein Leben möglich. Pflanzen können nicht wachsen, es gibt keine Nahrung für die Tiere. Menschen brauchen es um überhaupt bestehen zu können und haben auch entdeckt, dass man auf seinen Strömungen Waren transportieren kann. Wasser ist auf der anderen Seite zerstörerisch sein und kann Leben nehmen, wenn es aufgewühlt wird. Zudem behandelt der Mensch ausgerechnet diese Ressource mit viel zu wenig Achtung, was gerade an den Orten, an denen Raubbau betrieben wird, irgendwann übelste Folgen haben dürfte, man muss sich nur den sinkenden Grundwasserspiegel in einigen Regionen ansehen..

Die Erde ist das, auf dem wir stehen, das ermöglicht Nahrung anzubauen und Bodenschätze zu bergen. Aber sie ist nicht so starr und tot, wie viele glauben – denn die solide Masse besteht aus vielen Teilen, die sich stetig bewegen und nie zur Ruhe kommen – wie man an Erdbeben und Vulkanausbrüchen merkt.

Die Luft brauchen wir schließlich nicht nur zum Atmen, sie ist auch der Motor, der alles vorantreibt und die ersten großen Reisen ermöglichte. Und das ist nur der Anfang..

 

Wer eine rein naturwissenschaftliche Dokumentation erwartet, wird enttäuscht, denn es geht nicht nur um die physikalischen und geologischen oder meterologischen Auswirkungen, die die Elemente aufeinander haben oder wie sie miteinander zusammenhängen, sondern auch, wie sie die Menschheitsgeschichte nachhaltig beeinflusst haben. Dabei kommen bemerkenswerte Dinge ans Licht.

Warum entstanden die ersten großen Zivilisationen am Nil im Zweistromland und an anderen großen Strömen der Welt, auch wenn rundherum eher Einöde ist? Wie beeinflusste diese Lage später auch den Wachstum der Lander und Städte?

Warum suchen die Menschen seit jeher die Nähe zu den zu den tektonischen Plattengrenzen und Verwerfungen auch wenn sie irgendwann schmerzhaft miterleben müssen, dass es auch Gefahren birgt in den Regionen zu leben, in denen es immer wieder Erdbeben oder gar Vulkanausbrüche gibt.

Und auch heute noch befindet sich die Hälfte der größten Megacities der Welt genau an diesen Orten, obwohl mittlerweile klar ist, dass Katastrophen wie die in Fukushima nur der Anfang sein könnten.

Heraus kommt eine interessante Mischung an Informationen und Fakten, die von Dirk Steffens sehr familienfreundlich präsentiert wird. Er selbst begibt sich an die Orte, an denen die Elemente besonders deutliche Spuren hinterlassen hat. Dazu kommen atemberaubende Naturaufnahmen, wie man sie von der BBC kennt und diverse Computeranimationen, die den Verlauf einer Katastrophe oder einer geologischen Entwicklung zeigen.

Natürlich können die Schilderungen nur an der Oberfläche kratzen, sie geben aber einen recht klaren Überblick über den Einfluss der Elemente auf die Entwicklung unserer Zivilisation. Die Menschen haben durchaus gelernt, diese Vorgänge besser zu verstehen und versuchen entsprechend damit umzugehen, sie nehmen aber immer noch bewusst die damit verbundenen Risiken in Kauf.

Die vier Folgen von „Die Macht der Elemente“ geben so einen sehr interessanten und vor allem auch aktuellen Einblick und regen zum Nachdenken an. Denn die Informationen werden so gekonnt vermittelt, dass man sie im Kopf behält und so wacher durch die Weltgeschichte wandert. Das ist wohl das größe Lob, dass man einer Dokumentation machen kann. Die Aufmachung der DVD’s selbst der Serie angemessen. Es gibt allerdings keine Extras.

 

Fazit:

Alles in allem richtet sich „Die Macht der Elemente“ diesmal nicht nur an die an den Naturwissenschaften interessieren Zuschauer, sondern auch an die, die Geschichte bisher noch nie unter diesem Aspekt gesehen haben. Es lohnt sich durchaus, die vier Folgen anzuschauen, da sie sehr unterhaltsam interessantes und aktuelles Wissen vermitteln.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051821538801bfb7
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DVD:

Die Macht der Elemente

3-teilige Dokumentation von ZDF und BBC, D/GB 2010

Moderator: Dirk Steffens

Format: Dolby, PAL, RC 2

Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 17. Oktober 2011

Spieldauer: 180 Minuten

ASIN: B005EJ5DK4

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 03.11.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01