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Die Nacht der Totems

Reihe: Luuna Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Szenarist und Autor Didier Crisse liebt es, in seinen Geshcichten starke aber leicht bekleidete Heldinnen aufzukommen, die in einer harmonischen Idylle aufgewachsen sind und sich ein wenig Naivität bewahrt haben, ohne wirklich dumm zu sein. Ihnen fällt es so einfach leichter, dem Bösen zu begegnen, es kann sie nicht wirklich korrumpieren, weder „Atalante“, noch die Heldin aus „Das Kristallschwert“ oder aber „Luuna“.

 

Schon in mythischer Zeit bildete der Stamm der Paumanoks die Verbindung zwischen Götter und Menschenwelt. Männer wie Frauen zogen aus, um ihr Totem zu finden und so zum Boten weiser Ratschläge und kluger Warnungen zu werden. Nicht immer kehrten sie von dieser Suche lebend zurück, einige blieben auch verschwunden. Und so ranken sich viele Legenden um die Geschehnisse in den Nächten der suche, so dass niemand weiß, was davon wirklich wahr ist.

Nun ist auch die Zeit für Luuna gekommen, die Tochter des Häuptlings. Die eine besondere Nähe zum Wald verspürt und mit den Tieren sprechen kann. Wie jeder andere Auserwählte ist auch sie aufgeregt und gespannt darauf, wie sie bestehen, und was sie im Wald erwarten wird. Trotzdem zieht sie mit offenem Herzen und voller Mut los, um ihrem Schicksal zu begegnen. Begleitet wird sie von ihren engsten Freunden unter den Tieren.

Doch nichts von all dem, was sie gehört hat, bereitet sie auf das Schicksal vor, das auf sie zukommt.

Nicht nur, dass sie bemerkt, wie finstere Gestalten durch den Wald streifen, sie hat sich ausgerechnet auch noch die Nacht ausgesucht, in welcher der böse Geist Unkui besonders mächtig und stark ist. Und das dunkle Wesen frohlockt.

Schon lange hat er auf so ein unschuldiges Opfer gelauert. Doch als er sie sich einverleiben will, schreiten andere Geister, die Luunas reine Seele spüren ein und schließen einen Pakt mit ihm, um sie wenigstens nicht ganz an Unkui zu verlieren.

Nicht nur ein, sondern zwei Totems soll Luuna besitzen, die ihr die Richtung weisen, symbolisiert durch ein Wolfszwillingspaar – einer weiß, der andere tiefschwarz. Und in einer Nacht des Mondlaufes soll Luuna voll und ganz Unkui gehören.

Als das Mädchen wieder zu sich kommt, erscheinen ihr die Ereignisse wie ein ferner Traum, aber sie spürt, dass sie noch den Rat des großen Waldgeistes braucht, um damit zurecht zu kommen.

Nur eines ist sicher: So kann sie nicht mehr zu ihrem Stamm zurück kehren, denn sie ist durch das Wirken des bösen Geistes zu einer unkontrollierbaren Gefahr geworden...

 

Crisse spielt mit indianischen Mythen und Legenden, ohne die wirklich nachzuerzählen. Zwar sind viele Elemente sehr akkurat umgesetzt, er macht aber keinen Hehl daraus, dass große Teile der Geschichte seiner und Nichocals Keramidas Phantasie entspreingen und in erster Linie eine unterhaltsame Geschichte erzählen wollen. Sehr viel Wert legen die beiden auf Details und eine märchenhafte Stimmung, in der Tiere und Menschen, Geister und Sterbliche gleichberechtigt nebeneinander agieren. Der verspielte und liebevolle Zeichenstil unterstützt das noch. Action sollte man hier weniger erwarten. Sie ist zwar vorhanden, Konflikte werden aber eher auf einer anderen Ebene ausgetragen, und die Spannung entsteht vor allem durch Rätsel und Geheimnisse, das magische Wirken des Waldes und den Zauber, der den Figuren innewohnt. Das merkt man auch vielen der Bilder an, die nur auf den ersten Blick niedlich erscheinen, durch die Details aber wesentlich mehr enthüllen. „Die Nacht der Totems“ ist in sich geschlossen und zeigt die Initiation Luunas, deren wirkliche Abenteuer jetzt wohl erst beginnen und neugierig auf mehr machen.

 

Der Comic dürfte all die Leser interessieren, die Fantasy mit mythischen Hintergrund und vor exotischer Kulisse mögen. Spannend, atmosphärisch und liebevoll führt der erste Band der Reihe „Luuna“ eine Heldin ein, die gleichermaßen klug und naiv, freundlich und furchtbar sein kann – so wie ihr Totem.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Die Nacht der Totems

Reihe: Luuna, Bd. 1

Autor: Didier Crisse

Zeichner: Nicholas Keramidas

Hardcover-Album, 48 Seiten

Splitter, Januar 2008

ISBN-10: 3939823805

ISBN-13: 978-3939823803

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 30.07.2008, zuletzt aktualisiert: 10.12.2019 18:33