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Die Ostküste der USA

Rezension von Christel Scheja

 

Die Atlantik-Küste der Vereinigten Staaten erstreckt sich über 2500 km und durch mehrere Klimazonen, so dass eine sehr vielfältige und unterschiedliche Landschaft entsteht, die auch das Leben der Menschen prägt. „Die Ostküste der USA“ präsentiert in fünf Folgen deshalb einen spannenden Streifzug von der Südspitze Floridas bis hin zur kanadischen Grenze, zeigt die Landschaft, besucht aber auch Land und Leute.

 

Der „Sonnenstaat Florida“ beginnt nicht erst mit der Südspitze des Festlandes, schon auf den vorgelagerten Inseln herrscht buntes Treiben. Da gibt es die Reichen, die das Tropenparadies vor der eigenen Haustür genießen und die einfachen Leute, die sich einen gelassenen Lebensstil angewöhnt haben oder sich um den Naturschutz kümmern, wie in einer Schildkröten-Aufzuchtstation. Noch heute sind die Inseln wie die Everglades besondere Lebensräume, die es in all ihrer Vielfalt zu erhalten gilt.

„Die Südstaaten“ präsentieren eine eher grüne und stark bewaldete Küste, an der die unterschiedlichsten Menschen ihr Auskommen und zu einem grüneren Lebensstil gefunden haben. Aber auch hier sind weniger die Mündungen der Flüsse und die großen Städte interessant als die vielen kleinen Landstriche dazwischen, in denen zwar nicht die Zeit stehen geblieben ist, aber der Fortschritt und die Wirtschaft gegenüber der Natur eine untergeordnetere Rolle spielen.

„Big Apple und das Meer“ dreht sich ganz um die Region New York und die schillernde Stadt selber, denn sie besteht nicht nur aus Manhattan, sondern auch den anderen Stadtteilen. Nah am Herzen der USA aber doch in einer malerischen und abgeschiedenen Region lassen es sich die Wohlhabenden in den Hamptons gut gehen, während diejenigen mit dem kleineren Geldbeutel mit den Vergnügungsparks in Long Island vorlieb nehmen müssen. Aber auch die Metropole selbst erzählt viele kleine und spannende Geschichten jenseits der Bürotürme von Manhattan.

Geschichtsträchtig ist die Region darüber. „Im Herzen Neuenglands“ erzählt nicht nur von der schillernden Vergangenheit der dortigen Städte und den berühmten Universitäten sondern besucht auch die Bewohner der Küstenstädte, die ihren Weg gefunden haben, alte Traditionen zu bewahren und sei es nur in einem seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Diner, das die Einheimischen der ganzen Region anzieht.

Naturparadiese findet man dagegen in „New Hampshire und Maine“, den nördlichsten Staaten der USA an der Ostküste, die nicht mehr so stark bewohnt sind und deren Inseln einen besonderen Service genießen – Postflugzeuge, die ein enges Netz bilden, um die Menschen mit der Welt zu verbinden und schließlich ist die Grenze zum nördlichen Nachbarn offener als man denkt …

 

Das interessante an „Die Ostküste der USA“ ist wohl der Mix aus verschiedenen Themenbereichen. Denn es dreht sich nicht nur um Landschaft und Natur, sondern auch den Lebensstil der Einheimischen. Man merkt daher sehr schnell, dass die Macher keinen Anspruch darauf erheben, die Region umfassend vorzustellen, sondern schlaglichtartig einen Blick auf die Ecken zu werfen, die man vielleicht noch nicht so wahrgenommen hat. Viel interessanter als die oftmals betrachteten und untersuchten Everglades und Städte wie Miami, Savannah oder Charleston sind die Regionen dazwischen. So wie Florida nicht schon bei seiner Hauptstadt aufhört, sondern stattdessen eine schillernde Inselwelt aufweist, so bestehen auch andere Küstenstriche nicht nur aus Städten und Industrie.

Die einzige Stadt, die etwas mehr Aufmerksamkeit erhält ist New York. Aber auch da verweilen die Macher nicht nur bei den Wolkenkratzern von Manhattan, sondern wenden sich eher den Küstenregionen am Rand zu. Wer sich bisher von den in Serien gerne zitierten „Hamptons“ kein Bild machen konnte, der vermag es jetzt.

In den geschichtsträchtigeren Regionen erinnern viele Städte wie Nantucket an die Walfänger-Vergangenheit und zeigen, dass die Arbeit mit dem Meer auch heute noch viele Menschen begeistert. Maine und Newhampshire warten noch mit unberührter Natur auf, versprühen aber auch den Charme des Indian Summer.

Man mag der Dokumentation vorwerfen können, dass sie sich zu sehr mit unbedeutenden Kleinigkeiten aufhält und nicht wirklich einen Überblick über die verschiedenen Landschaften gibt – aber gerade das macht den Charme der Folgen auf. Durch den Blick auf eine Schildkrötenauffangstation, die großen Farmen der Austernfischer, einen Handwerker, der die Wassertanks auf den Wolkenkratzern New Yorks instand hält, aber auch die Betreiberin eines Diner, das seit mehr als fünfzig Jahren feste Stammkunden hat, die auch weite Wege auf sich nehmen, schaffen sie persönliche Nähe. Der Zuschauer kann sich so einfach das Leben in Metropolen wie New York oder auf den einsamen Inseln vor der Küste Maines besser vorstellen, bekommt sogar selbst Lust sich das Diner einmal genauer anzuschauen. Letztendlich sind sie Menschen wie du und ich, auch wenn sie auf der anderen Seite des Atlantik leben.

Die Dokumentation zeigt allerdings fast nur die schönen Seiten der Ostküste. Ökologische und gesellschaftliche Probleme bleiben außen vor. Umweltverschmutzung wird zwar erwähnt aber nicht gezeigt. Die Luftbildaufnahmen konzentrieren sich bewusst auf die schönen und sauberen Strände, vermeiden die Verwüstungen in den städtischeren Regionen zu zeigen, die sicherlich auch vorhanden sind.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist „Die Ostküste der USA“ eine charmante, wenn auch nicht umfassend informierende Dokumentation zum Thema. Die einzelnen Folgen geben einen kleinen Überblick über die Schönheit der verschiedenen Regionen und stellen dabei auch noch ein paar interessante Leute vor, die entweder das Lebensgefühl der Gegend verkörpern oder einen ganz anderen Weg gehen. Mehr als gute und kurzweilige Unterhaltung mit vielen schönen Aufnahmen sollte man auch deshalb nicht erwarten – schon gar keine Kritik und die Aufbereitung von Problemen, denn nicht einmal in New York bekommt man etwas davon zu sehen.

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DVD:

Die Ostküste der USA

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 2 DVDs

Polyband/WVG, 23. Mai 2014

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 250 Minuten

 

ASIN: B00JFIPSR8

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302050330383e453f7b
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Erstellt: 10.06.2014, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01