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Die Prophezeiung von Vadim Panow

Reihe: Die verborgene Stadt, Bd. 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den jungen russischen Autoren gehört auch der 1972 geborene Vadim Panov, der Funktechnik am Moscow Aviation Institute studierte, heute aber doch als freier Autor arbeitet, weil er die Liebe zu phantastischen Romanen entdeckte. Seine Saga um „die verborgene Stadt“ ist in der Heimat ein Bestseller geworden, ein Grund mehr, die Romane auch im westlichen Ausland zu verlegen.

 

Schon lange bevor die Menschen auf der Bildfläche erschienen, gab es humanoide Völker auf der Erde, teilweise mit besonderen Kräften oder besonders langem Leben ausgestattet. Doch all diese Rassen, die kaum von den sterblichen zu unterscheiden waren, wurden nach und nach vertrieben und fast ausgerottet. Die überlebenden gingen in den Untergrund und die Schatten. Sie erschufen sich inmitten von Moskau eine eigene geheime Stadt, die zu ihrer Zuflucht wurde.

Sie lassen es sich aber auch nicht nehmen, auch die Menschen weiter zu beobachten und hin und wieder deren Entwicklungen oder Freizeitaktivitäten zu nutzen. Die Macht zu ergreifen wie in früheren Jahrhunderten, das jedoch wagen sie nicht.

Was die alten Völker und ihre Herrscherhäuser im Moment beschäftigt ist die Erfüllung einer Prophezeiung. Der sogenannte „Bote“ scheint geboren zu sein und heran zu wachsen – er soll die seit langem starre Ordnung in der „Verborgenen Stadt“ auf den Kopf stellen.

Nicht alle empfinden den jungen Lubomir vom sogenannten grünen Hof daher als Segen, sondern sehen eine große Gefahr für ihr bisher so angenehmes Leben – gerade die Herren des Dunklen Hofs. Deshalb hat es der junge Zauberer nicht leicht zu bestehen, was ihn in den kommenden Jahren entsprechend prägt.

Auch Menschen werden in den sich anbahnenden Konflikt zwischen den Herrscherhäusern der „Verborgenen Stadt“ gezogen. Da ist einmal der junge Söldner Artjom, der ohne sein Zutun – nur bei der Erfüllung eines Auftrages – zwischen die Fronten gerät und zum anderen Major Kornilow, der Chef einer Sonderermittlungstruppe der Moskauer Polizei, der versucht eine Reihe von geheimnisvollen Morden aufzuklären...

 

Nicht nur vom Aussehen, sondern auch vom Inhalt her wirkt „Die Prophezeiung“ sperrig. Das liegt daran, dass der Autor den Leser bereits in den ersten Kapiteln mit einer größeren Menge von Figuren und Schauplätzen überrollt und die Handlungsebenen über weite Strecken des Buches nebeneinander her führt.

Das mag zwar einen ersten Überblick über seinen Kosmos geben und diesen etwas plastischer machen, ist der Handlung allerdings nicht gerade sehr zuträglich. Etwa in der Mitte des Buches beginnt man sich nämlich zu fragen, was eigentlich das Ziel des Buches ist – geht es darum, die Verstrickungen der menschlichen Charaktere in die Machenschaften der alten Rassen zu schildern oder vielleicht doch mehr um das Schicksal von Lubomir, der eigentlich nicht so ganz der strahlende Auserwählte ist.

Da es so viele unterschiedliche Themen und Motive gibt, hat man das Gefühl, der Autor verliert seine Geschichte etwas aus den Augen. Auch die Charaktere bleiben eher oberflächlich und blass- gerade wenn sie den älteren Rassen angehören, was die Motivation der ein oder anderen Figuren sehr uninteressant macht.

Für den Hintergrund benutzt der Panov viele verschiedene Sagenmotive, einige der Völker sind sicher vom östlichen Kulturkreis inspiriert, den „Grünen“ und „Dunklen“ Hof kennt man aber auch aus der Anderswelt der britsch-keltischen Mythologie.

Alles in allem bleibt das buch sehr ruhig und hat nur eine geringe Spannung, da selbst die spannenden und actionreichen Szenen sehr ausgeschmückt und ruhig erzählt werden.

 

Man braucht schon ein wenig Geduld und Durchhaltevermögen um mit „Die Prophezeiung“, dem ersten Band von „Die verborgene Stadt“ wirklich warm zu werden, das das Buch trotz Action und Dramatik sehr schwerfällig geschrieben ist und durch die vielen Handlungsebenen oft genug verwirrt. Deshalb wird nur der Leser Spaß an der Erzählung haben, der sich auf genau diese Schwächen einlassen kann.

 

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Buch:

Die Prophezeiung

Reihe: Die verborgene Stadt, Bd. 1

Autor: Vadim Panow

Klappbroschur, 576 Seiten

Heyne, erschienen Juli 2010

Aus dem Russischen von Matthias Dondl

Titelbild von Animagic, Karte von Andreas Hancock

ISBN-10: 3453527143

ISBN-13: 978-3453527140

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.09.2010, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34