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Die Prophezeiung von Fiona McIntosh

Reihe: Der Feuerbund, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den überraschenden australischen Fantasy-Zyklen, in denen nicht unbedingt Leidenschaft und Romantik, sondern eher das Abenteuer und die Magie im Vordergrund stehen gehört die Trilogie „Der Feuerbund“ von Fiona McIntosh, der mit „Die dunkle Gabe“ gestartet wurde und nun seine Fortsetzung in „Die Prophezeiung“ findet.

 

Im Mittelpunkt der Saga gehört der junge Wyl Thirsk. Bereits im Alter von vierzehn Jahren muss er in die Fußstapfen seines Vaters treten und dessen Amt als oberster Heerführer des morgravanischen Herrschers übernehmen. Es gilt immer noch, die bereits Jahrhunderte dauernde Fehde mit dem Nachbarreich Briavel zu beenden, denn so lange kann das Reich keinen Frieden finden. Was aber weder der König noch seine engsten Vertrauten ahnen, ist, dass bereits eine Schlange in ihrer Mitte lauert.

Während Wyl in den kommenden Jahren immer mehr zu einer Stütze des Reiches heran wächst und selbst vom König als lieber als Nachfolger gesehen wird als der eigene Sohn, lauert Kronprinz Celimus auf eine geeignete Chance, um die Macht an sich zu reißen. Auch wenn er ein äußerst charmanter und gut aussehender Mann ist, ist er in seinem Inneren

machtbesessen, grausam und pervers. Und er weiß, dass er seinen Konkurrenten so bald wie möglich beseitigen muss.

Aus diesem Grund schickt er seinen Heerführer auf eine Friedensmission nach Briavel – aber auch einen Meuchelmörder. Doch es kommt anders als gedacht. Wyl Thirsk stirbt nicht, so wie jeder vermutet, denn eine Hexe hat ihm kurz zuvor eine geheimnisvolle Gabe verliehen. Seine Seele geht in den Körper des Mörders über und das gleiche geschieht noch einmal, als der Meuchelmörder seinerseits niedergestreckt wird.

Im Körper einer Frau mit dunkler Vergangenheit muss der junge Mann nun durch das Land reisen um Verbündete zu suchen und gleichzeitig die Menschen, die er liebt zu retten. Zudem spürt er, dass er der Gabe – oder dem Fluch nur dann entgehen kann, wenn er die beiden Königreiche vor den Machenschaften von Celimus rettet. Doch eine wirkliche Antwort darauf kann ihm nur ein geheimnisvoller Hexer geben, den er erst einmal finden muss.

Langsam aber sicher läuft ihm die Zeit davon, denn er muss sehr umsichtig agieren, um sich nicht vor seinen Feinden zu verraten – vor allem nicht im Palast von König Celimus. Und er muss sich genau überlegen, wie er Kontakt mit denen aufnehmen kann, die ihn einst gekannt haben.

Derweil spinnt Celimus weiter seine Intrigen und ist fest entschlossen, all diejenigen zu vernichten, die ihm gefährlich werden könnten.

 

Auch wenn sich „Die Prophezeiung“ wie „Die dunkle Gabe“ vor allem auf die Figuren und ihr Umfeld konzentriert, ist das Buch nicht langweilig oder harmlos. Immer wieder geraten der Held und seine Freunde in bedrohliche Situationen und nicht wenige verlieren dabei sogar ihr Leben. Das Buch verzichtet zwar auf weitschweifige Schlachtengemälde, setzt aber dennoch auf eine abenteuerliche und spannende Handlung mit dramatischen Entwicklungen und überraschenden Wendungen, denn auch Wyl erlebt etwas, was zu seinem größten Albtraum wird.

Zum Ende des Buches hin fügen sich auch einige Andeutungen aus diesem und dem ersten Band zu einem viel größeren Bild zusammen. Auch das Nordland ist von einer geheimnisvollen Macht im Hintergrund bedroht, die ebenso wie Celimus mit Verrat und Intrigen arbeitet.

Es fällt angenehm auf, dass die Autorin weitestgehend auf Klischees verzichtet oder diese gelungen zu variieren weiß. So sind selbst der grausame König von Morgravia oder Wyls Schwester für Überraschungen gut. Alles in allem findet sie ein gesundes Mittelmaß zwischen Beschreibung, Dialog und Action, so dass man sich gut unterhalten lassen kann, auch wenn sicherlich die ein oder andere Szene etwas gestrafft hätte werden können. Und immerhin werden bereits einige Fragen beantwortet und man erkennt die Richtung, in die vermutlich der Abschluss der Trilogie gehen wird. Liebe und Romantik sind zwar vorhanden, spielen aber eher eine untergeordnete Rolle in der Geschichte.

 

Alles in allem mag Fiona McIntosh vielleicht für den ein oder anderen Leser ausschweifend sein, „Der Feuerbund“ bietet aber trotzdem spannende und abwechslungsreiche Unerhaltung mit vielen Überraschungen, die im zweiten Band „Die Prophezeiung“ noch an Schwung zulegt.

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Die Prophezeiung

Reihe: Der Feuerbund, Bd. 2

Autorin: Fiona McIntosh

The Quickening 2: Blood and Memory

Paperback, 670 Seiten

Heyne, erschienen April 2009

Übersetzung aus dem Australischen von Beate Brammertz

Titelbild von Paul Young

ISBN-10: 3453523768

ISBN-13: 978-3453523760

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.06.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35