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Die Rache der Cimmerier von Loren Coleman

Reihe: Die Legenden von Conan Bd. 2

Rezension von Christian Endres

 

Kearn Wolfsauge und sein kleines »Rudel« verstoßener Stammeskrieger aus Cimmerien, befreiter Sklaven aus der Fremde und verbliebener Reitersoldaten aus Aquilonien sind nach wie vor in den unwirtlichen Regionen der cimmerischen Berge unterwegs, um die Heimat des legendären König Conan vom eisigen Griff der Vanir zu befreien. Nach dem ersten Schlagabtausch und Genesen ihrer Wunden drängt es Außenseiter Kearn und die seinen auch bereits wieder nach der Fortsetzung ihres erbitterten Kampfes gegen die Invasoren. Doch die anderen Clans und ihre sonst so tapferen Häuptlinge zögern, sich Kearns Befreiungskampf um die verschneite Heimat anzuschließen und den Kindern des Frostriesen Ymir entgegenzustellen...

 

Und nicht nur die Häuptlinge zögern in »Die Rache der Cimmerier«. Autor Coleman wartet abermals zu lange, bis er seinen Cimmeriern – und damit seinen Lesern - endlich ein Stück ihrer herbeigesehnten und im Titel suggerierten Rache gibt. Wieder verschläft der Roman seine ersten gut 120 Seiten, und selbst danach plätschert die Handlung eher unmotiviert vor sich hin und vermag es viel zu selten, den Leser aus der Winterstarre der kalten Gebirgsregionen herauszureißen. Für Colemans zweiten Legenden-Band, der auch stilistisch bestenfalls abgebaut hat, sprechen eigentlich nur einige recht passable Action-Sequenzen sowie eine ab und an recht amüsante und sympathische Supporting Cast, die Coleman inzwischen um Kearn Wolfsauge als »Rudel« aufgebaut hat – allerdings sollte es zu denken geben, wenn die Nebenfiguren griffiger und charismatischer erscheinen als der eigentliche Held.

 

Der Auftakt zu dieser Serie machte Hoffnung: Ein bisschen mehr Esprit hier, ein bisschen mehr Entschlossenheit dort, und am Ende würde vielleicht eine wirklich gute Fantasy-Reihe vor vertraut-bewährter Kulisse herauskommen, irgendetwas zwischen Hommage und Würdigung von Robert E. Howard sowie einer von dessen Schöpfung inspirierten neuen Generation Geschichten aus dem Hyborischen Zeitalter. Allerdings fehlt diesem Mittelstück der Trilogie (noch mehr als seinem Vorgänger) das nötige Herz, von jedweder möglichen Steigerung in Sachen Stil oder Storytelling ganz zu schweigen, damit sich diese Hoffnungen zumindest schon bei den ersten beiden Titeln erfüllen könnten.

 

Coleman, eigentlich ein Autoren-Veteran oder zumindest doch -Routinier, wirkt manchmal fast schon erschreckend hilflos, wenn er stilistische Pseudo-Extravaganzen oder gar »Erotik« in einer Szene unterbringen will, genauso wie er und seine Cimmerier zu keinem Zeitpunkt über ihren eigenen Schatten springen können, um das zweifellos vorhandene Potential des Settings richtig zu nutzen. Möglicherweise war es auch falsch, sich für die eisige Ödnis Cimmeriens als Schauplatz zu entscheiden, anstatt den Erstling der Legenden in einer der exotischen, vor Leben pulsierenden Städte des flirrend heißen Südens spielen zu lassen...

 

Gnadenlos wie der Gott Crom persönlich, bleibt somit am Ende eigentlich nur ein Fazit für das einmal mehr schön im Stil der Conan-Werkausgabe aufgemachte Taschenbuch: Wer das Hyborische Zeitalter oder gar die wahren Legenden von Conan erleben möchte, der tut dies am besten aus erster Hand und mit den Originalen von Robert E. Howard – und hier am besten mit besagter Conan-Werkausgabe, die in drei dicken, illustrierten und redaktionell vorbildlich betreuten Paperbacks mittlerweile komplett bei Heyne auf Deutsch vorliegt.

 

 

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Die Rache der Cimmerier

Reihe: Die Legenden von Conan Bd. 2

Autor: Loren Coleman

Taschenbuch, 398 Seiten

Heyne, Juli 2007

ISBN: 3453521633

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.08.2007, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35