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Die Rache des Feuervogels von Sarah Zettel

Reihe: Das Licht von Isavalta

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Die Rache des Feuervogels“ findet die Geschichte um „Das Licht von Isavalta“ nun seinen Abschluss. Nachdem die Kaiserinwitwe Medeoan besiegt und der Feuervogel aus seinem Käfig entlassen wurde, findet Bridget Lederle, die junge Amerikanerin immer noch keine Ruhe. Mittlerweile kennt sie die dramatische Geschichte, die hinter allem steckt und auch schon ihre eigenen Eltern in Mitleidenschaft zog. Ihr Vater gab sein Leben, um den Phönix zu halten, ihre Mutter kehrte zwar nach Amerika zurück, aber die Ereignisse in Isavalta verfolgten sie bis zu ihrem Tode weiter.

Und auch Bridget erkennt nun, dass ihr ganzes bisheriges Leben von den Taten Medeoans überschattet wurde, denn der schurkische Zauberer Valin Kalami entwickelte ganz eigene Pläne aus den Geschehnissen.

 

Bridget erfährt von der Herrin der Füchse, einem mächtigen Geist, nicht nur, dass der fremde Seemann, mit dem sie kurzfristig eine Affäre hatte, kein anderer als Valin Kalami war, sondern auch, dass ihre Tochter Anna noch lebt, obwohl sie deren toten Körper vor neun Jahren in den Händen gehalten hat.

Wie und wo, dass weiß sie allerdings nicht, und deshalb macht sie sich zusammen mit ihrem Geliebten Sakra auf eine verzweifelte Suche. Denn wenn das Kind wirklich noch lebt, dann möchte sie es in ihre Arme schließen können.

Davon möchte sie allerdings die Hofzauberin abhalten, denn auch wenn es noch nicht so scheint - über Isavalta schwebt drohend eine andere Gefahr. Der Phönix ist nach seiner Befreiung zwar erst einmal geflohen, aber die Zauberkundigen ahnen, dass er zurückkehren wird, um für die jahrzehntelange Einkerkerung Rache zu nehmen. Und das kann das Ende des Landes bedeuten.

Allein Bridget besitzt durch ihren Vater die Macht, den Feuervogel erneut einzufangen. Und da kann sie nicht einfach auf eine sinnlose Suche gehen, zu der ihr die Füchsin geraten hat, die gerne einmal ein falsches Spiel mit den Menschen treibt.

Derweil bricht das Verderben über das ferne Reich Hung-Tse herein. Von der Macht der dortigen Zauberer angezogen beginnt der Feuervogel sein grausames Zerstörungswerk. Inmitten des Chaos wird eine junge begabte Zauberin von ihrer Leibwächterin Mae Shan aus den verzehrenden Flammen gerettet. Es ist keine andere als Bridgets und Valin Kalamis Tochter, die er einst im Tausch gegen Wissen als Geisel zurückließ.

Das Kind und seine Beschützerin ahnen noch nicht, dass sie gesucht werden. Statt dessen wird Anna, die nun den Namen Tsu Na trägt, in ihrem Träumen vom ruhelosen Geist ihres Vaters heimgesucht, der den Tod betrogen hat, um durch sie sein zerstörerisches Werk fort zu setzen. Denn das Mädchen ist eine Zauberin der dritten Generation und damit mächtiger als ihre Eltern. Er will so dem Zorn der Füchsin entkommen, die noch eine Rechnung mit ihm offen hat.

 

„Die Rache des Feuervogels“ schließt ziemlich direkt an den ersten Roman der Trilogie „Die Intrige der Kaiserin“ an, und setzt die Abenteuer Bridgets fort. Allerdings kennt man durch „Der Thronräuber“ nun die Hintergründe wie es zu der Einkerkerung des Phönix kam, und welches schwere Erbe Bridget anzutreten hat. Daher kann man diesen Roman auch nicht so richtig genießen, wenn man die anderen nicht kennt – auch wenn die Handlung relativ eigenständig bleibt. Interessant bleibt das Setting, dass irgendwo zwischen Russland und China angesetzt ist und sich respektlos bei deren Sagenfiguren wie der Baba Yaga und den Geisterfüchsen der fernöstlichen Folklore bedient.

Auch wenn die Ziele schon klar sind – Bridget möchte ihre Tochter zurück, Valin wieder ins Leben und der Feuervogel seine Rache, so gibt es doch immer wieder überraschende Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat – auch am Ende passiert nicht unbedingt das, was man eigentlich erwartete.

 

Insgesamt bleibt dennoch ein zwiespältiger Eindruck. Denn stellenweise quält man sich leider durch einige Längen, und vermisst die interessanten Charakterzeichnungen des ersten Bandes. Sakra z. B. ist nicht mehr länger der geheimnisvolle Gefährte der Heldin, er verkommt eher zu einer blassen Nebenfigur, und er ist nicht der Einzige. Stellenweise scheint die Handlung etwas aus dem Ruder zu laufen und das eigentliche Ziel nicht mehr weiter zu verfolgen, so dass das Lesevergnügen zwar alles in allem gegeben, aber nicht immer ungetrübt ist.

Eure Meinung:


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Die Rache des Feuervogels

Reihe: Das Licht von Isavalta Bd. 3

Autorin: Sarah Zettel

Broschiert - 571 Seiten

Blanvalet, erschienen September 2006

ISBN: 3-442-24147-2

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Regina Winter

Titelbild von Jarling und Hanka Steidle (Collage)

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.09.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35