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Die Regentin von Joshua Palmatier

Reihe: Geisterthron Trilogie Bd. 2

 

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

„Die Regentin“ ist der zweite Roman der „Geisterthron“ Trilogie des amerikanischen Autors Joshua Palmatier, der die spannende Lebensgeschichte der jungen Diebin und Meuchelmöderin Varis aus „Die Assassine“ weiterspinnt.

 

Zum ersten Mal in der langen Geschichte der Hafenstadt Amenkor gibt es nun zwei Herrscherinnen gleichzeitig. Die alte Regentin Eryn wurde vor Jahren, als das weiße Feuer über die Stadt niedergegangen ist, wahnsinnig und hat fortan ihren Untertanen unsinnige Anweisungen und Befehle gegeben. Durch ein Komplott ihrer eigenen Verwalter sollte sie ursprünglich von einer unbekannten Assassine einfach ermordet und später dann durch eine willige Dienerin ersetzt werden. Doch das Schicksal und die Macht des Geisterthrons hat anders entschieden. In dem Moment, als das ehemalige Straßenkind Varis zum Thron schlich, wurde sie aufgrund ihrer seltsamen Begabung auserwählt Eryns Nachfolgerin zu werden. Nun steht die junge und diplomatisch unerfahrene Assassine vor großen Problemen. Ohne besondere Ausbildung soll sie fortan die Hafenstadt regieren und durch den bevorstehenden Winter bringen, denn unter ihrer Vorgängerin sind nicht nur die gesammelten Vorräte zur Neige gegangen, sondern auch Streitereien innerhalb der Händler-Gilde haben dazu beigetragen, dass der Bevölkerung von Amenkor eine besonders harte Zeit bevorsteht. Zusammen mit Eryn, dem Verwalter Avrell und ihrem alten Freund und ehemaligen Ausbilder Erick organisiert Varis die Regierung neu und schickt die verbliebenen Händler los, um weitere dringend benötigte Lebensmittel zu besorgen. Die junge Regentin lernt dabei schnell sich durchzusetzen, doch die Macht des unheimlichen Geisterthrons bleibt auch für sie nicht ohne Folgen. Nachts wird sie von schrecklichen Visionen gequält und bald schon sieht sie ihre schlimmsten Vermutungen bestätigt. Ein alter Feind ist erwacht und das Volk der blauhäutigen Chorl überfällt eines der Händlerschiffe.

 

Während der erste Roman „Die Assassine“ von der düsteren Atmosphäre in den dreckigen Slums gelebt hat, geht der amerikanische Autor in der Fortsetzung nun einen ganz anderen Weg. Die phantastischen Elemente rücken hier mehr in den Mittelpunkt und Varis` magische Fähigkeiten kommen stärker zum Einsatz. Ungewöhnlich schnell und problemlos kommt das ungeschulte Straßenkind nun mit der aufgedrängten Rolle als Regentin klar und scheinbar selbstverständlich gehen ihr die täglichen Regierungsgeschäfte von der Hand. Aus dem misstrauischen und auch ein wenig verstörten Mädchen ist mal eben binnen kürzester Zeit eine stolze und starke Herrscherin geworden, die trotz, oder auch gerade wegen, ihrer Herkunft von ihren Untergebenen akzeptiert und verehrt wird. Das liest sich zwar anfangs spannend und abwechslungsreich, wirkt gleichzeitig aber auch ziemlich seltsam und unrealistisch. Selbst die aufkommenden Konflikte in der Handlung werden mithilfe ihrer Freunde oder auch dem Geisterthron zu schnell und problemlos gelöst, um wirklich einen als Leser mitreißen zu können. Nun mag man denken, dass durch diese turbulenten Entwicklungen Varis´ Gefühlswelt gehörig durcheinander gewürfelt ist. Das Gegenteil ist hier jedoch der Fall und die Heldin ist trotz der gravierenden Änderungen in ihrem Leben ungewöhnlich gelassen und nüchtern geblieben. Das Ganze will nicht so wirklich zusammenpassen und der Roman ist trotz der gelungenen Action-Szenen leider nur mäßig spannend geworden. Positiv ist hingegen, dass man endlich durch Varis´ neuer Stellung auch mehr Details über Land und Leute von Amenkor erfährt. Zudem ist der Roman abgesehen von einigen holprigen Stellen auch flüssig und leicht lesbar geschrieben und der amerikanische Autor hält eine weitere interessante Wendung am Schluss bereit. Wahrscheinlich wird auch der dritte und abschließende Teil der Trilogie „Die Kämpferin“ wieder anders ausfallen als erwartet.

 

Fazit:

Insgesamt ist „Die Regentin“ ein solider, aber nicht überragender Fantasy-Roman mit mäßig Spannung und Action. Der interessante Twist das Straßenkind zur Herrscherin zu machen, ist in der Umsetzung nicht wirklich gelungen und man kann mit der tragischen Heldin weder mitfühlen, noch ihre Gedanken oder Motive nachvollziehen. Manch ein Fan des ersten Teils wird daher auch ein wenig enttäuscht sein.

 

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Roman:

Die Regentin

Reihe: Geisterthron Trilogie Band 2

Autor: Joshua Palmatier

Original: „The Cracked Throne“, 2006

Übersetzer: Michael Krug

Umschlagmotiv Frank Fiedler

Bastei Lübbe, 16. Januar 2010

Klappenbroschur, 493 Seiten

 

ISBN-10: 3785760183

ISBN-13: 978-3785760185

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.04.2010, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35