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Die Schattenweberin von Monika Felten

Reihe: Das Erbe der Runen Bd.3

Rezension von Carmen Huber

 

Mit „Die Schattenweberin“ legt Monika Felten den dritten und letzten Band ihrer Saga „Das Erbe der Runen“ und damit die Fortsetzung zu „Die Nebelsängerin“ (Band 1) und „Die Feuerpriesterin“ (Band 2) vor. Bekannt geworden mit ihrer „Saga von Thale“-Trilogie arbeitet die erfolgreiche Fantasy-Autorin derzeit an einer neuen Serie: „Ascalon – das magische Pferd“, dessen erster Band bereits im Januar 2007 erscheinen wird.

 

Erneut ist Friede in Nymath eingekehrt, und wenn auch der Umgang zwischen den Uzoma und den Bewohnern Nymaths teils noch ein wenig zaghaft ist, so wird doch auch schon reger Handel miteinander geführt, während die Abgeordneten beider Völker über einen dauerhaften Frieden verhandeln. Auch die Nebelsängerin Ajana genießt das ruhige Leben in Nymath und die gemeinsame Zeit mit ihrer großen Liebe Keelin. Doch der Zeitpunkt ihrer Heimkehr rückt näher, der Ulvar – einst beinahe ganz zerstört – beginnt zu treiben, und seine Kraft kehrt zurück. Bald schon wird sie mit seiner Hilfe wieder in ihre Welt zurückkehren können. Aber gerade der Abschied von Keelin fällt ihr unglaublich schwer. Trotzdem ist sie entschlossen zu gehen, denn sie macht sich große Sorgen um ihre Familie, die daheim in Ungewissheit über Ajanas Schicksal hofft und bangt.

 

Dann erhält Ajana eine erschütternde Nachricht: Der Ulvar wurde zerstört. Ihre einzige Möglichkeit, jetzt doch noch nach Hause zurückzukehren, ist der Götterbaum in Andaurien. Getrieben von den Sorgen um ihre Familie und bösen Vorahnungen ist sie entschlossen, das Wagnis einzugehen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Streit zwischen Keelin und Ajana. Tief verletzt bricht die Nebelsängerin alleine auf, nur begleitet von ihrem treuen Freund, dem Wunandkrieger Abbas. Zu zweit machen sie sich auf den gefährlichen Weg durch die unberechenbare Wüste nach Andaurien, einem Land, das sie nur aus Geschichten kennen ... Als die anderen bemerken, dass Ajana fort ist, folgen sie ihr: Keelin und sein Falke Horus, Kruin, der Stammesfürst der Uzoma, die Heermeisterin Aileys und die Elbin Inahwen ...

 

Inzwischen tobt in Andaurien ein erbitterter Kampf zwischen den Anhängern des dunklen Gottes unter der Führung Vharas und jenen letzten Widersachern, die noch treu an die Rückkehr der alten Götter glauben. Denn Vhara hat entgegen aller Vermutungen doch irgendwie überlebt und ist nach Andaurien geflohen, wo sie nach Rache trachtet und für ihren Herrn erneut die Herrschaft über Nymath an sich reißen will. Dann gelingt es Vhara, eine Felis gefangen zu nehmen. Diese mysteriöse Wesen – halb Katze und halb Mensch, makellos schön und unberechenbar – gelten aus unbesiegbar und zählen zu den mächtigsten Feinden der Priester. Die Felis soll hingerichtet werden, um die Macht des dunklen Gottes zu beweisen und den letzten Widerstand zu brechen ... Doch kampflos geben die Widersacher des dunklen Gottes nicht auf: Die Nuur – Amazonenkriegerinnen, die auf riesigen, panterartigen Raubkatzen reiten – Rebellen aus den unterschiedlichsten Stämmen und auch die anderen Felis vereinen sich zu einer letzten großen Schlacht ...

 

In "Die Schattenweberin" verlegt Monika Felten ihre Geschichte nun vom inzwischen bekannten Nymath ins geheimnisvolle und fremde Andaurien, wo sie mit neuen Geschöpfen, Völkern und Charakteren ihre Geschichte bereichert. Ganz besonders faszinierend fand ich die Felis, diese mysteriösen Wesen, halb Katze und Mensch, wunderschön und unberechenbar mit magischen Fähigkeiten und einem Blick, mit dem sie ihre Gegner bannen können. Auch die Amazonenkriegerinnen, die auf ihren Djakûn – riesigen, panterarartigen Raubkatzen – durch unwegsames Moorland streifen und immer noch erbitterten Widerstand leisten verleihen der Geschichte eine geheimnisvolle Note. Insgesamt trifft man im dritten Band von „Das Erbe der Runen“ auf viele neue Charaktere, wobei auch die alten Helden natürlich wieder mit dabei sein müssen. Der Kampf der Rebellen gegen Vhara ist gut gelungen und arbeitet sich geschickt auf einen Höhepunkt und eine finale Schlacht zu.

 

Insgesamt bietet „Die Schattenweberin“ einen recht gelungenen Abschluss. Ajana wird reifer und entschlossener, wenn sie auch teilweise nur aus Trotz und Verletztheit handelt. Während die neue Szenerie und auch die neuen Charaktere und Geschöpfe gut gelungen sind, halten die alten Helden aus Nymath wenig Überraschungen bereit. Die Liebesgeschichte zwischen Ajana und Keelin bleibt nach wie vor flach und vorhersehbar, und auch den Streit durchblickt man von Anfang an als den selbstlosen Versuch Keelins, Ajana den Abschied zu erleichtern. Wieder bestimmt auch diesmal ziemlich viel Zufall die Geschichte, und auch das Wiedererwachen der Götter, das stets angedeutet wird, spielt letztendlich nur mehr eine kleine Rolle.

 

Die Aufmachung des Romans ist auch diesmal wieder sehr schön gelungen: Die Gestaltung von „Die Schattenweberin“ ist in Gelbtönen gehalten, mit passendem Schutzumschlag und wieder einheitlich zu den vorhergehenden Bänden. Zu dritt sehen die drei Teile von „Das Erbe der Runen“ inzwischen großartig nebeneinander im Bücherregal aus. Im Inneren findet man wieder eine schöne Karte von Nymath und eine von Andaurien, diesmal mit silbernen Schriftzügen auf dunkelgelbem Papier, welche allerdings auf Grund des schlechten Kontrasts eher schwer zu erkennen sind. Auch gibt es diesmal wieder einen umfangreichen Anhang, der dem aus dem 1. und 2. Band gleicht und nur ein wenig erweitert wurde. Eigenartigerweise – und bedauerlicherweise! – gibt es diesmal aber keine CD mehr, was ich einerseits schade fand, denn die Idee hat mir sehr gut gefallen, und was andererseits auch irgendwie nicht passt: Zu Band 1 und 2 gibt es eine – wenn auch ziemlich kurze – Musik-CD, zum 3. Teil aber nicht mehr? Was ist mit dem Konzept von wegen „Elbenmagie zum Lesen und Hören“ plötzlich geworden? Gilt das nur für die ersten zwei Bände einer Trilogie?

 

Fazit: Ein recht gelungener Abschluss, wenn auch „Das Erbe der Runen“ nichts ist, was man gelesen haben muss.

 

Eure Meinung:

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ni fu
Montag, 21. September 2009 21:20 Uhr
Ich finde diese Reihe sehr gut! Ich bin nicht mehr davon losgekommen.
Schade finde ich bloß, dass die geschichte mit ajana und keelin nicht zu ende geführt wird.
vllt aber auch besser so, sonst ist die geschichte total "ausgelutscht". so kann man sich seinen eigenen schluss denken!!

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Die Schattenweberin

Reihe: Das Erbe der Runen Bd.3

Autorin: Monika Felten

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

Verlag: Piper (September 2006)

ISBN: 3492700675

erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 18.12.2006, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45