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Die Seelenjägerin von Celia S. Friedman

Reihe: Die Magister, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1957 geborene Celia S. Friedman arbeitete mehr als zwanzig Jahre als Kostümdesignerin, ehe sie Mitte der 1980er Jahre mit dem Schreiben begann und sich irgendwann dazu entschied, ihren Brotberuf an den Nagel zu hängen.

Sie hat inzwischen acht Romane und zahlreiche Kurzgeschichten im Bereich der Science Fiction und des Horrors veröffentlicht, unter anderem die von Kritikern und Fans sehr geschätzte „Coldfire“/„Kaltfeuer“ -Trilogie.

Mit „Die Seelenjägerin“ wagt sich die Autorin erstmals auch in den Bereich der Fantasy. Da sie früher aber auch viele Geschichten für das Rollenspiel „Vampire – The Masquerade“ verfasst hat, bleiben auch der erste Band ihrer „Magister“-Trilogie eher dunkel und unheilvoll.

 

Magie hat einen hohen Preis. Das wissen diejenigen, die die Gabe besitzen, diese übersinnlichen Kräfte zu nutzen nur zu genau. Denn jeder Zauber – sei es nun eine Heilung oder etwas anderes, nimmt einen Teil der eigenen Lebensenergie. Und auch wenn sie äußerlich nicht viel altern, innerlich vergreisen viele der Kundigen schon nach kurzer Zeit und sterben – es sei denn, sie haben einen Weg gefunden, die Lebenskraft von jemand anderem zu nehmen. Eine Gruppe von Männern, die sich Magister nennen haben das gelernt und so auch keine Scheu die Magie nach ihrem Gusto einzusetzen.

Ein Erlebnis aus ihrer Kindheit hat die junge Kamala geprägt. Und so ist und bleibt sie anders, auch als sie überraschenderweise als erste Frau in die Gilde aufgenommen wird, um den Umgang mit ihren besonders ausgeprägten Kräften zu erlernen. Gezeichnet von ihrer eigenen dunklen und grausamen Kindheit, ist sie nicht gewillt, andere für sich leiden und sogar sterben zu lassen, sondern alles zu tun, damit das Leid endlich aufhört.

Derweil herrscht am Hof des Königs Danton Aufregung, denn sein ältester Sohn und Erbe Andovan ist schwer erkrankt. Er leidet an einer auszehrenden Krankheit, die weder die Medizinkundigen noch Magister heilen können und siecht immer mehr dahin. Schließlich weiß der Prinz keinen anderen weg mehr, als seinen Tod vorzutäuschen und auf eigene Faust nach der Ursache seiner Schwäche zu suchen.

Ohne es heraus zu fordern kommt Kamala auf die Spur der düsteren Verschwörung, die hinter den Kulissen des Hofes tobt und entdeckt, dass einer der neuen Berater des Königs längst mit Wesen im Bund ist, die eigentlich vertrieben worden waren und nun zusätzlich dafür Sorgen, dass Menschen dahin welken – die sogenannten „Seelenfresser“. Entschlossen nimmt sie den Kampf gegen diese Wesen auf.

 

Spätestens am Ende merkt man, dass man es sich um den Anfang einer viel längeren Geschichte handelt. Denn auch wenn einige der Handlungsstränge abgeschlossen werden, so bleiben viele Fragen unbeantwortet und die Heldin mag vielleicht einen ersten Schritt getan, aber noch nicht viel bewirkt haben.

Celia S. Friedman zeichnet eine düstere und sehr kalte Welt, in der die Menschen einander die größten Feinde sind und nicht einmal Eltern ihre Kinder so beschützen wie es sein sollte. Vor allem die weibliche Hälfte der Bevölkerung ist der Willkür ausgeliefert.

Ihre eigenen bitteren Erfahrungen mit Hunger und Armut, sexuellem Missbrauch und Demütigung haben die Heldin hart gemacht, wenn auch nicht gebrochen. Aus diesem Grunde fällt es ihr vermutlich sehr leicht, in der Männergesellschaft der „Magister“ zu bestehen und dennoch ihren eigenen Weg zu gehen.

Von ihrer Stärke profitiert auch Andovan, der junge Erbe, der viel feinfühliger und weicher als der Rest seiner Umgebung ist, dafür aber auch mehr wahr nimmt. Allerdings lässt ihn das auch einige schwerwiegende Fehler begehen.

Die Handlung verläuft sehr charakterzentriert. Sowohl die junge Zauberin als auch der Prinz kommen den Geheimnissen nach und nach auf die Spur. Der Leser ist ihnen immer ein kleinen Stück voraus, da er auch einiges von der Gegenseite erfährt. So entsteht Spannung, auch wenn die Action und das Abenteuer eher moderat gehalten sind. Es kommt kaum zu dramatischen Szenen, dafür erfährt man mehr von dem, was die Figuren ausmacht und baut eine Bindung zu den Helden auf, die einen bei der Stange hält. Und die Geheimnisse enthüllen sich nur stückweise, so dass man bis zum Ende nicht weiß, wer hier eigentlich welches Spiel spielt.

 

„Die Seelenjägerin“ ist etwas anspruchsvollere Fantasy, die vor allem den Lesern gefallen dürfte, die gut ausgearbeitete Figuren mit Charakterentwicklungen und eine komplexe Handlung voller Geheimnisse schätzen. Denn das bekommen sie in dem Buch zur Genüge. Nur wer Action sucht, ist hier eher fehl am Platz.

 

 

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Die Seelenjägerin

Reihe: Die Magister

Autorin: Celia S. Friedman

Paperback, 556 Seiten

Piper, erschienen Oktober 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Irene Holicki

Titelbild von Nicolai Georgiew

ISBN-10: 3492701345

ISBN-13: 978-3492701341

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.02.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28