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Die Stadt der tausend Treppen von Robert Jackson Bennett

Reihe: Die göttlichen Städte Band 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Der amerikanische Autor Robert Jackson Bennett wurde 1984 in Baton Rouge, Louisiana, geboren und lebt heute mit seiner Familie in Texas. Er hat für seine Romane schon mehrere Preise gewonnen, selbst Die Stadt der tausend Treppen war bereits für den World Fantasy Award nominiert.

 

Rezension:

Die Stadt Bulikov zehrt immer noch von dem Ruhm vergangener Tage, denn damals als noch die Götter in ihr wandelten und sie beschützten, warf sie ihren Schatten über die ganze Welt. Inzwischen ist das anders, die Stadt nur noch eine wenig beachtete Kolonie des mächtigen Reiches Saypur, deren Herrscher dafür gesorgt haben, dass die Götter verschwanden und der Glauben an sie verboten wurde.

Eines Tages kommt nun die junge Shara Tivani in die Stadt, vordergründig eine weitere und eher unbedeutende Verwaltungsangestellte, die die Reihen verstärken soll. Tatsächlich ist sie aber eine geheime Ermittlerin, die herausfinden will, warum ihr Mentor sterben musste, der als Gelehrter die Geheimnisse in der Stadt erforscht hat.

Im Zuge ihrer Ermittlungen taucht sie immer tiefer in die Mysterien ein, die die Saypurer bisher nur angekratzt haben und stellt schnell fest, dass es dort viele Geheimnisse gibt, die nicht nur tödliche Gefahren bieten, sondern alles ändern könnten, an was sie bisher geglaubt hat.

 

Der Roman durchbricht die Schranken die das Fantasy-Genre bietet, denn was vordergründig wie ein weiterer Kriminalroman vor exotischer Kulisse aussieht, ist eigentlich viel mehr. Tatsächlich geht es mehr um den Weg als das Ziel. Shara mag zwar den Mörder ihres Mentors suchen, wird dabei aber zur Identifikationsfigur in einem Labyrinth aus Phantasien und Unmöglichkeiten, seltsamen Enthüllungen und Bildern, die vor allem den Leser zum Nachdenken anregen sollen.

Der Roman verzichtet bewusst auf Action, ist seine Heldin doch nicht als Kämpferin angelegt, sondern eher eine Frau des Geistes.

Ein wenig fühlt man sich an die britische Kolonialzeit in Indien erinnert, in der die Engländer ja auch über ein Land herrschten, deren Mysterien und Glauben sie nur oberflächlich verstanden oder verstehen wollten. Und damals wie auch hier sorgt genau diese Ignoranz immer wieder für Konflikte.

Die Heldin ist nun diejenige, die die Geheimnisse zu verstehen versucht und als verbindendes Element durch die Handlung wandert. Allerdings bleibt sie als Figur erstaunlich blass, noch mehr gilt das für die Nebenfiguren, an die man sich am Ende so gut wie überhaupt nicht mehr erinnert.

Spannung entsteht eher durch die vielen Andeutungen und Hinweise, denen Shara nachgeht, weniger durch handfeste Auseinandersetzungen. Und nicht zuletzt durch das komplexe Konstrukt an Ideen, durch das der Autor seine Leser jagt.

 

Fazit:

Alles in allem ist »Die Stadt der tausend Treppen« mehr als eine schlichte Kriminalgeschichte vor einem schrägen Hintergrund. Der Roman fordert den Leser und seine Phantasie heraus, bietet viele Elemente, über die es sich nachzudenken lohnt, und das mehr als einmal.

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Stadt der tausend Treppen

Reihe: Die göttlichen Städte Band 1

Original: City of Stairs, 2014

Autor: Robert Jackson Bennett

Übersetzung: Eva Bauche Eppers

Bastei Verlag, Februar 2017

Taschenbuch, 620 Seiten

Cover: Karazyna Oleska

 

ISBN-10: 3404208617

ISBN-13: 978-3404208616

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B01F5DQ3XE

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.01.2019, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35