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Die Tochter des Drachen von Robin Hobb

Reihe: Das Kind des Weitsehers Band 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Nachdem schon zwei andere Verlage versucht hatten, die gesamte Weitseher-Saga zu veröffentlichen, scheint es Penhaligon nun zu schaffen, auch die dritte und abschließende Trilogie und damit die gesamte Serie zu veröffentlichen. Die Tochter des Drachen wirbt nicht ohne Grund damit, erstmals auf Deutsch zu erschienen – tatsächlich sind bisher weder Bastei noch Heyne so weit gekommen.

 

Fitz hat es geschafft und sehnt sich nur noch nach einem – endlich seine Ruhe zu haben. Er will sich nicht länger in die Intrigen am Königshof einspannen lassen, nun nachdem er nicht nur Prinz Pflichtgetreu geholfen hat, seine Frau zu bekommen, den äußeren und inneren Frieden zu bewahren, sondern auch noch einen Drachen gerettet hat. Zusammen mit seiner Jugendliebe Molly, die er endlich sein nennen darf, zieht er auf das ländliche Gut Weidenhag. Sie sind glücklich, nur eines wird ihnen lange Zeit verwehrt: Noch einmal ein gemeinsames Kind zu haben.

Als dieser Traum wahr wird, kommt mit Biene jedoch ein seltsames Kind zur Weit – viel zu klein und in seiner Entwicklung weit gegenüber anderen zurück. Und es scheint Angst vor dem Vater zu haben. Einzig Molly glaubt an die Kleine und soll recht behalten. Doch Fitz bemerkt erst, dass das Kind etwas besonderes ist, als Molly überraschend stirbt und er mit der Neunjährigen allein ist. Von da an verbessert sich das Verhältnis der beiden schlagartig, doch zieht neue Gefahr herauf – scheint jemand doch an Biene interessiert zu sein als Fitz lieb ist – doch warum?

 

Das Besondere an Robin Hobbs Geschichten ist wohl, dass sie auch dem Alltag und den Figuren rund um ihre Helden sehr viel Platz einräumt. Man bekommt deshalb nicht nur eine spannende Geschichte geliefert, sondern auch gleich ein lebediges Szenario, in dem die wenigsten Figuren austauschbar sind. Das ist auch in diesem ersten Band der dritten »Weitseher«-Trilogie so, die diesmal nicht nur aus der Sicht von Fitz-Chivalric erzählt wird, sondern auch aus der seiner Tochter Biene.

Hier bricht die Autorin ein wenig mit der Tradition – was aber auch hilft, sich mit dem Charakter vertraut zu macht, der vermutlich den Staffelstab von gleich zwei Personen übernehmen wird.

Zunächst einmal bekommt die Idylle auf dem Gut erst einmal genug Raum, aber auch schon da passieren immer wieder Dinge, die deutlich machen, dass Fitz sich noch so sehr verstecken mag – das Abenteuer ihn nach und nach einholen wird.

Zunächst einmal darf er aber liebender Ehemann und später auch Vater sein, letzteres gestaltet sich schwierig, weil das Kind vor ihm zurückweicht. Aber wie Molly beschützt er es vor den anderen – wohl ahnend, dass sein winziges Töchterchen vermutlich etwas ganz Besonderes ist.

Wie besonders wird ihm allerdings erst bewusst – als Molly stirbt – und auch hier bleibt sich die Autorin treu.

Mit diesem Schicksalsschlag nimmt aber auch die Geschichte deutlich mehr Fahrt auf. Genau so wie Fitz die Besonderheit seiner Tochter entdeckt, öffnet diese sich der Welt und beginnt schneller zu reifen als gedacht – etwas, was ihr vermutlich sehr bald zu gute kommen wird.

Gleichzeitig mehren sich auch die Zeichen, das Gefahr in der Luft liegt und die sorgen am Ende für einen fiesen Cliffhanger.

Die Figuren sind wie die Welt wieder sehr liebevoll ausgearbeitet und ziehen einen in die Geschichte hinein. Es gibt Momente zum Schmunzeln und genervt sein, Charaktere die man gelegentlich an die Wand klatschen möchte … aber jeder noch so auf den ersten Blick klischeehafte Charakter ist vielschichtiger als gedacht.

Der Roman mag dadurch seine Längen haben, entschädigt aber durch die angenehm lebhafte Erzählweise und die interessanten Charaktere, deren Schicksal man gerne weiter verfolgt.

 

Fazit:

»Die Tochter des Drachen« mag der eher ruhige Auftakt der Saga um »Das Kind des Weitsehers« sein und anfangs sehr behäbig erzählt werden, entschädigt aber durch eine sehr lebendig gestaltete Welt und vielschichtige Figuren, die man so schnell nicht aus dem Kopf bekommt. Zudem führen nun langsam Fäden zusammen, die in der zweiten »Weitseher-Trilogie« ausgeworfen wurden, sodass Penhaligon mit der Veröffentlichung endlich eine Lücke schließt.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Tochter des Drachen

Reihe: Das Kind des Weitsehers Band 1

Original: Fool’s Assassin. The Fitz and The Fool Trilogy Book 1, 2014

Autorin: Robin Hobb

Taschenbuch, 969 Seiten

Penhaligon, August 2019

Übersetzung: Maike Claußnitzer

Cover: Isabelle Hirtz

Karte: Andreas Hancock

 

ISBN-10: 3764532297

ISBN-13: 978-3764532291

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07RC6G75G

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.09.2019, zuletzt aktualisiert: 09.08.2020 13:31