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Die Töchter von Ilian von Jenny-Mai Nuyen

Rezension von Christel Scheja

 

Jenny-Mai Nuyen gehört zu den jungen Autorinnen, die schon als Teenager die Chance bekamen ihre ersten Romane zu veröffentlichen. Anders als viele andere ist es ihr aber gelungen weiter am Ball zu bleiben und alle paar Jahre mit einer neuen Geschichte in Erscheinung zu treten. Nach wie vor gilt ihre Liebe der High Fantasy mit all ihren Völkern und deren Magie, das merkt man auch bei ihrem neuesten Roman Die Töchter von Ilian.

 

Es heißt, das vier magische Artefakte das Schicksal der Welt bestimmen und durch ihre magischen Eigenschaften in der Lage sind, die Vergangenheit zu bewahren, mit Tieren zu sprechen, um sich selbst zu erkennen und in die Zukunft zu sehen. Doch nur wenn diese Dinge freiwilllig weiter verschenkt werden steigert sich ihre Macht, Gewalt und zu langes Verweilen in einer Hand sorgen dafür, dass die Kräfte schwinden.

Einst regierten die Weisen Frauen mit diesen Gegenständen gerecht und friedvoll über das Land, doch als ihnen die Artefakte genommen wurden und zum Teil ganz verschwanden, zogen Krieg und Not ein. Die Kriegsfürsten der Menschenvölker sorgten dafür, dass die Stämme einander spinnefeind blieben, die Zwerge verbarrikadierten sich in ihren Städten und die Elfen mieden den Kontakt mit den anderen ganz, nachdem so viel Leid über sie gebracht wurden.

Alles ändert sich, als die junge Walgreta trotz langer Ausbildung von den Weisen Frauen zurückgewiesen wird und nach Horuns Bauch zurückkehren muss, um wieder das zu tun, was ihre Großmutter, die Zwergenkönigin, von ihr will. Dort trifft sie während jährlicher Festlichkeiten den geheimnisvollen Fayami, einen Elfen, der die Aufgabe bekommen hat, die Artefakte wieder zu finden und doch ein ganz anderes Ziel vor Augen hat, eines, das auch Walgreta teilen kann.

 

Man kann sagen was man will, Jenny-May Nuyen ist zu einer magischen Erzählerin herangewachsen, die ihre mystischen Fantasy-Welten zwar nicht wer weiß wie ausbaut, aber dennoch mit magischem Leben erfüllt. Zugleich interpretiert sie die Fantasy-Völker neu, ohne ihnen gleich damit die Identität zu rauben.

Gerade die Zwerge sind diesmal die hoch entwickelten Bewohner der Welt, die Elfen bleiben auf ihre Art naturverbunden, und die Menschenstämme erinnern eher an die Reiternomaden der Antike als dass sie sesshaft wären.

Im Mittelpunkt steht die von den Weisen Frauen zunächst enttäuschte Walgreta, die eigentlich gar keine Lust hat, das Schicksal jeder Frau zu teilen – aber sie kann sich auch nicht gegen die Wünsche ihrer Großmutter stellen, die sie an einen Fürsten der Menschen verheiratet.

Doch genau das scheint die Aufgabe zu sein, die die junge Zwergenfrau erfüllen muss – gefangen zwischen ihren Pflichten als Ehefrau und ihren Träumen, die sie nur mit dem jungen Elfen teilen kann, der von allen Charakteren am geheimnisvollsten bleibt.

Immerhin kommen mit der Zeit auch noch einige andere Charaktere hinzu, entwickeln sich weiter und bleiben nicht in ihrem Archetypus hängen. Freunde werden zu Feinden und umgekehrt – gerade das sorgt dafür, dass die Spannung erhalten bleibt und man nie weiß, was dann passiert.

Gerade einmal zum Ende hin wird es hektisch, man hat das Gefühl, dass die Autorin nun mit aller Gewalt die Fäden miteinander verknüpft und eine Lösung erzwingt. Dass nicht alles in einem absoluten Happy End endet, versöhnt dann wieder. Jenny-May Nuyen beweist Gespür, die Geschichte glaubwürdig und ohne Übertreibungen enden zu lassen.

Die Beschreibungen sind ohnehin nüchtern und eher lebensnah, Elfen und Zwerge wie auch die Menschen bedienen vielleicht auf den ersten Blick viele Klischees, diese werden aber sehr angenehm abgewandelt und bieten so auch neues.

 

Fazit:

»Die Töchter von Illian« ist daher ein angenehm zu lesender und unterhaltsamer High-Fantasy-Roman, dessen Erzählerin genau weiß, welche Fäden sie ziehen muss, um den Leser am Ball zu halten und bis zum Ende mitzunehmen. Magisch, Mythisch und doch abenteuerlich ist die Welt, durch die sich ihre Helden kämpfen müssen, und in der Freundschaft und Vertrauen mehr zählen als Romantik.

Eure Meinung:

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Buch:

Die Töchter von Ilian

Autorin: Jenny-Mai Nuyen

Taschenbuch, 652 Seiten

Fischer Tor, März 2019

 

ISBN-10: 3596299977

ISBN-13: 978-3596299973

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07JN7LQT4

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.04.2019, zuletzt aktualisiert: 16.04.2019 10:17