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Die Tore der Dämmerung von Robert Newcomb

Reihe: Tristan: Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Tore der Dämmerung“ ist zwar in sich geschlossen und relativ unabhängig von seinem Vorgänger, man versteht jedoch einiges besser, wenn man „Die fünfte Zauberin“ bereits kennt.

 

Der „Bund der Zauberinnen“, der im Gegensatz zu den männlichen Magiern nur destruktive Kräfte anwandte und ihre Macht pervers und grausam gegenüber allen anderen auslebte, ist zwar zerschlagen und seine Mitglieder tot, aber Prinz Tristan und seine Gefährten haben noch immer mit den Hinterlassenschaften der Hexen zu kämpfen. Die Vergangenheit ist noch lange nicht besiegt, und deren Schatten breiten sich immer noch weiter aus.

Tristan hat seine Schwester Shahilia retten können, bevor sie zur „fünften Zauberin“ des Bundes gemacht werden konnte, dafür aber seine Geliebte und seinen Sohn verloren. Das beschäftigt ihn noch, als neue Schreckensmeldungen Eutrakien durcheilen. Jemand scheint die Macht und die Kenntnisse der finsteren Hexen zu nutzen, um neue Plagen über die Menschen zu schicken, wie etwa Aaskäfer, die ganze Städte entvölkern und ausrotten.

Der „Unvergleichliche“, das magische Juwel, das bisher die Sicherheit des Landes garantierte und als Quelle der Magie diente verliert immer mehr Kraft.

Tristan und seine Verbündeten können nicht viel dagegen unternehmen, denn noch immer wird der Prinz als Mörder seines Vaters gesucht und kann nur aus dem Verborgenen heraus operieren.

Die erfahrenen Magier Wigg und Faegan suchen ebenfalls nach dem Initiator der neuen Schrecken. Sie wissen, dass die Zauberinnen besiegt wurden und mit Sicherheit tot sind. Wer aber hat sich ihres Erbes bemächtigt und kann es beherrschen? Etwa der Magier Ragnar, der zur Hälfte ein Blutpirscher ist? Oder ein hinterhältiger Meuchelmörder, der Tristan schon mehrfach versucht hat zu ermorden?

Sie bekommen nach und nach, durch kleine Hinweise eine Ahnung, das mehr als nur ein Wahnsinniger seine Hände im Spiel hat und etwas viel Größeres in den Schatten vor sich geht.

Und sie müssen damit leben, das Tristan immer unzufriedener wird, weil sie ihm verschweigen, dass sie noch viel mehr von ihm und Shahilia erwarten als sie sagen wollen und ihn damit mehr als einmal in Gefahr bringen. Warum dem aber so ist, das erfährt er erst, als sich ihm derjenige enthüllt, der die Macht der Zauberinnen übernommen und seinen eigenen Interessen unterworfen hat.

 

„Tore der Dämmerung“ steht seinem Vorgänger „Die fünfte Zauberin“ in nichts nach. Der Leser bekommt ein Fantasy-Epos geboten, wie es im Buch steht. Actionreich und abenteuerlich, mit einem Setting, das vertraute Elemente mit exotisch-neuen verbindet und vielen alten Klischees. Der Autor beschwört in seinem Buch die schlichte Moral der Sword & Sorcery. Zwar sind die bösen und verderbten Hexen jetzt Geschichte, dafür treten an ihre Stelle nicht minder perverse männliche Bösewichte, die ihre Opfer „mal eben“ brutal vergewaltigen oder grausam vom Leben zum Tod befördern. Der Hauptdrahtzieher ist sogar ein Wesen, dass auf unnatürliche Weise geboren und aufgewachsen ist.

Damit sind Feinde klar umrissen die Handlung folgt eingetretenen Pfaden, und setzt immer dann aus, wenn es wirklich spannend wird, schon in der darauf folgenden Szene ist die Hauptperson gerettet. Zwar wird erklärt, wie das vonstatten ging, aber diesen stilistischen Trick bemüht der Autor einmal zu oft.

Wie auch schon im ersten Band der Trilogie bleiben die Figuren und auch Inhalte des Buches sehr oberflächlich.

 

„Tore der Dämmerung“ ist absolut nicht mehr als seichte Unterhaltung ohne Tiefgang oder überraschende Wendungen. Der Roman ist ein schlichtes, wenn auch flüssig zu lesendes exotisches Fantasy-Abenteuer, das mehr oder minder die klischeebeladenen Erwartungen eher anspruchsloserer Leser erfüllt.

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Ich
Sonntag, 05. November 2006 15:30 Uhr
Die Bewertung wir dem Buch bei weitem NICHT gerecht ...

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Die Tore der Dämmerung

Reihe: Tristan, Bd. 2

Autor: Robert Newcomb

Broschiert - 704 Seiten

Heyne, erschienen Oktober 2006

ISBN: 3-453-52239-7

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Michael Koseler

Titelbild von n. n., Karte von Don Oliver Matthies

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.10.2006, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28