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Die Toten im Schnee von Tamara Siler Jones

Rezension von Christel Scheja

 

Eigentlich hat Tamara Siler Jones Kunst studiert und immer für Naturwissenschaften interessiert. Dass aber ihr Debütroman „Die Toten im Schnee“ ganz andere Seiten der leidenschaftlichen Köchin, Hausfrau und Mutter zeigt, das hat ihr auch einen Preis eingebracht. Nun ist der Roman auf Deutsch erschienen.

 

Schon seit vielen Jahren kümmert sich Kastellan Dubric Byerly um die Sicherheit in dem weit verzweigten Schloss Faldorrah. Ein durch eine Göttin verhängter Fluch unterstützt ihn dabei ohne dass er es wirklich will. Denn er kann die Toten sein, die nach einer Tat durch die Gänge und Hallen geistern. Erst wenn er die Mörder gefunden hat, finden sie endlich ihren Frieden.

Allerdings setzt ihm das auch ordentlich zu, wenn er Pech hat. Das zeigt sich in dem Moment, in dem nach und nach immer mehr einfache Mägde aus Küche und Hof einem bestialischen Mörder zum Opfer fallen. Der bringt sie nicht nur auf grausame Art und Weise um, sondern schneidet ihnen auch die Haare ab und Organe heraus.

Und je länger es dauert, den Killer zu finden, desto mehr Geister erscheinen Dubric. Auch der Mörder wähnt sich sicher und lässt von seiner Position aus Spott und Hohn gegen den Kastellan fallen.

Schließlich führt die Spur zu einem jungen Adligen, ausgerechnet einem der Enkel des Königs. Doch auch als dieser in den Kerker geworfen wird, geht der Spuk weiter. Kann es sein, dass die Indizien den falschen Mann belastet haben? Die Zeit läuft den Ermittlern jedenfalls davon, denn das Volk will Blut sehen.

 

Wäre „Die Toten im Schnee“ ein ganz normaler Kriminalroman, der in unserer heutigen Zeit spielt, würde die Geschichte wohl kaum jemanden überraschen, da dort psychopathische Serienkiller eigentlich schon fast zum Repertoire gehören, genau so wie abgewrackte Ermittler, die fast schon am Ende ihres Lebens stehen.

Die Tatsache Geister zu sehen wird von der Autorin auch nicht all zu sehr überstrapaziert, nur am Ende nutzt sie die damit verbundene Trickkiste, um der Handlung die entscheidende Wendung zu geben.

Über weite Strecken liest sich das Buch allerdings eher wie ein historischer Krimi. Der Ermittler und seine Helfer arbeiten quasi mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, der Hofarzt darf sich immerhin schon als Pathologie beweisen und die Leichen auf der Suche nach der Todesursache sezieren.

Die Handlung selbst ist mit netten Schockeffekten durchsetzt, scheint die Autorin es doch zu genießen, zu beschreiben, wie der Täter seine Opfer umbringt und in welchem Zustand sie später gefunden werden. Dazu scheint sie auch die Serie „Hannibal“ gesehen zu haben, delektiert der Killer doch gelegentlich auch schon einmal die Organe seiner Opfer.

Alles in allem ist die Geschichte solide aufgebaut, hat in der Mitte allerdings einige Längen, da die Ermittler nicht wirklich weiter kommen und zu viel Platz für die persönlichen Befindlichkeiten des Kastellans verschwendet werden. Leider fehlt den Schilderungen der zündende Funke, so dass mal als Leser relativ distanziert bleibt und nicht so wirklich Anteil nimmt. Man erfährt zwar das, was nötig ist, über die Figuren, wirklich lebendig werden sie nicht. Auch der Täter ist auf wenige plakative Eigenschaften reduziert.

 

Alles in allem besitzt „Die Toten im Schnee“ eine nette Idee, die dem Fantasy-Krimi einmal eine etwas andere Note gibt, die Umsetzung in eine durchweg spannende Geschichte ist der Autorin allerdings noch nicht so recht gelungen, so dass unter dem Strich ein durchschnittliches Werk heraus kommt, das man zwar lesen kann aber nicht kennen muss.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Toten im Schnee

Autor: Tamara Siler Jones

Übersetzer: Michael Krug

Titelbild: Hrvoije Beslic

Bastei Verlag, erschienen Oktober 2014

broschiert, 528 Seiten

ISBN-10: 3404207815

ISBN-13: 978-340420781

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B00K5L60VC

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 11.06.2015, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34