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Die Ultimativen X-Men (Bd. 32)

Rezension von Martina Klein

 

"Ultimate X-Men", im Deutschen „Die Ultimativen X-Men“, ist eine neue, "realistischere" Version der X-Men, zu der sich Marvel vor einigen Jahren entschlossen hat, um die altbekannten Charaktere, die in den ca. 40 Jahren ihres bisherigen Daseins in der Comicwelt eine Menge Ballast (in Form ihrer zahllosen bisherigen Abenteuer, die Autoren und Leserschaft natürlich immer im Hinterkopf behalten mussten) angehäuft hatten, mit neuem Leben zu erfüllen. Nicht zuletzt wollte man damit auch Neulesern einen einfacheren Einstieg ermöglichen. Eine goldrichtige Entscheidung: Diese neue Reihe ist äußerst erfolgreich und die ultimativen X-Men erfreuen sich seitdem größter Beliebtheit, was sicherlich auch mit der X-Men-Kinofilm-Reihe zusammenhängt. Sie wirken sehr modern und frisch und sind damit sowohl etwas für alte als auch für neue Fans, außerdem sind sie in ihrer Wirkung leichter, optimistischer und humorvoller als das Original.

 

Leider ist es für den Leser ziemlich verwirrend, die ganzen X-Men-Reihen auseinander zu halten, die es mittlerweile gibt. Da sind die „normalen“ X-Men, die „Astonishing X-Men“ und eben die „Ultimativen X-Men“. Außerdem gibt es zu den wichtigsten Charakteren wie z.B. Wolverine auch noch Extra-Serien. Da hat man es als X-Men-Fan nicht leicht, den Überblick zu behalten. Aber das ist wohl bei allen Comic-Serien so, die sich schon über einen so langen Zeitraum beständiger Beliebtheit erfreuen.

 

Doch soviel zu der Reihe im Allgemeinen. Diese Informationen sollte man aber im Hinterkopf haben, wenn man sich diesem Heft im Einzelnen zuwendet.

 

Der Inhalt dieses Heftes ist laut Verlagsinfo:

 

„Die Fortsetzung von Wolverines und Storms Auseinandersetzung mit einer neuen Ultimativen Gegnerin: Lady Deathstrike! Plus: Der Start eines magnetisierenden Fünfteilers! Freut euch auf den größten Feind der X-Men und ... Teenager Lorna Dane alias ... Polaris!“

 

Als nette verkaufsfördernde Idee wird in diesem Heft erst die zweite Hälfte der alten Geschichte aus dem letzten Heft zu Ende erzählt, dann mit dem ersten von fünf geplanten Teilen der neuen Geschichte begonnen. So bleibt der Leser, der natürlich wissen will, wie es weiter geht, immer bei der Stange.

 

Da ich zugegebenermaßen nicht der allergrößte lebende X-Men-Fan und -Sammler bin, muss ich gestehen, dass ich das vorangegangene Heft nicht kenne und mir daher beim ersten Teil dieses Hefts, also der besagt Auseinandersetzung Wolverines und Storms mit Deathstreike, etwas „ins kalte Wasser geworfen“ vorkam, da es quasi mittendrin und ohne Einführung losgeht. Aber so ist das halt bei diesen Heftreihen. Dennoch: Ein bis zwei Sätze damit, „was bisher geschah...“, hätten hier nicht geschadet. Aber da dieser zweite Teil der Geschichte, der den ersten Teil im Heft bildet, sowieso eigentlich nur noch den finalen Kampf zwischen den dreien zeigt, ist das Fehlen einer Einleitung auch für den „Neueinsteiger“ nicht ganz so tragisch, und man kann die unglaublich Bildästhetik vom Zeichner Stuart Immonen voll und ganz genießen.

 

Apropos Stuart Immonen und die Grafik des Heftes im Allgemeinen:

 

Dieses Heft ist zeichnerisch und grafisch unglaublich gut und unter diesem Aspekt das Beste, was ich seit langem zu Gesicht bekommen habe. Die Bilder sind fast filmisch inszeniert. Und damit meine ich Filme wie eben die X-Men-Filme, bei denen es optisch ja richtig zur Sache geht.

 

Stuart Immonen hat einen hochdynamischen Zeichenstil, der sehr schön mit Abstraktionen arbeitet. Die von ihm geschaffenen Comic-Seiten wirken frisch und außerordentlich lebendig. Das sticht sogar aus den sowieso schon immer technisch perfekt gezeichneten Marvel-Superhelden-Comics heraus.

 

Als besonders toll an diesem Heft sind dann auch noch die wirklich brillanten Farben zu erwähnen.

 

Die Story hingegen ist mit Verlaub eher ziemlich dünn. Vielleicht wirkt das auch nur so, wenn man die Hefte davor nicht kennt. Denn eigentlich gehört Brian K. Vaughan, so lautet zumindest die einhellige Meinung, zu den besten Comic-Autoren der Welt, der – ich zitiere – „neben der Haupthandlung immer auch noch profundere Aspekte in die Geschichten zu integrieren vermag“. So ganz teilen kann ich diese Meinung – zumindest was dieses Heft betrifft – allerdings nicht, da ich schon wesentlich tiefgründigere Comics gelesen habe.

 

In der zweiten Hälfte dieses Heftes beginnt dann wie gesagt eine neue Story um den altbekannten Erzfeind der X-Men, nämlich den sagenumwobenen Magneto. Da geht es dann erzählerisch erst mal etwas ruhiger zu. Hier wird es dann in der Tat auch etwas tiefgründiger, und man lernt die Charaktere und ihre Beweggründe etwas besser kennen.

 

Fazit:

 

Die „Ulitmativen X-Men“ sind ein sehr actionreicher Superhelden-Comic in neuem, modernisierten und optisch unglaublich tollen Look. Die Reihe ist prinzipiell auch und gerade etwas für Leute, die nicht schon seit Urzeiten die X-Men Comics von Marvel lesen, also sozusagen für Neueinsteiger. Dieses Heft eignet sich da aber allerdings nun gerade nicht, da man den ersten Teil ohne Kenntnis des „Vorheftes“ leider nicht richtig versteht.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Die Ultimativen X-Men (Bd. 32)

(Ultimate X-Men 60-61)

Episoden: „Angst und Schrecken“/Teil 2, „Magnetischer Nordpol“/Teil 1

Autor: Brian K. Vaughan

Zeichner: Stuart Immonen

Inker: Wade von Grawbadger

Farben: Justin Ponsor

Lettering: RAM

Verlag: Marvel (Panini Comics)

Format: Heft 32/2006

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 52 Seiten

ISBN-Code: keine ISBN

Erhältlich bei Panini Comics


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Erstellt: 15.06.2006, zuletzt aktualisiert: 19.06.2018 22:20