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Die Wächter der Dunkelheit (Sternenwächter-Kampagne Teil 3)

Rezension von Jens Peter Kleinau

 

 

Unter dem Titel "Die Wächter der Dunkelheit" erschien der dritte Abenteuerband zur dem Weltraumabenteuerspiel "Perry Rhodan". Verfasst wurde der Band wie zuvor die beiden Vorgänger von dem erfahrenen Rollenspielautor Rainer Nagel. Rein faktisch werden laut Ankündigung und auch tatsächlich dem Käufer 76 Seiten, sieben neue Illustrationen, sieben Lagepläne und eine Karte des Aschtarak Sternensystems geboten (ob neben den sieben neuen auch eine Reihe alter Illustrationen verkauft werden, war mir schlicht egal, die Angabe selber verwirrte mich jedoch ein paar Sekunden, bevor sie mit einem Achselzucken abgetan wurde). Die Zeichnungen und Illustrationen bewegen sich zwischen sorgfältig genau und liebevoll verrückt. So sind Lagepläne mit einer beeindruckenden Akribie möglichst "realitätsnah" gestaltet (schön zu wissen, dass fremde Wesen im fernen Weltall auch gerne Fußball spielen), während die Seitenrandillustrationen mit einem zwinkernden Auge im Comicstyle gehalten sind. Zusammen mit dem etwas schlichten Cover, dem sehr praktischem Layout ein im Durchschnitt optisch angenehmer Rollenspielband, dessen Grafiken durchaus zum Verstehen des Inhalts beitragen.

 

Der textliche Inhalt des Bandes bezieht sich auf die Vorgängerbände "Die Fährte der Eloxima" und "Kinder der BASIS". Allen Dementis zum Trotz macht es absolut keinen Sinn sich als Spielleiter mit dem vorliegenden Titel "Die Wächter der Dunkelheit" auch nur zu befassen, wenn man nicht im Besitz der eben genannten Vorgänger und einer Grundkenntnis des Inhalts ist. Zwar kann man als Spieler auch im Band "Die Wächter der Dunkelheit" einsteigen, doch ein Spielleiter muss in der Lage sein, die Hintergrundgeschichte und die bisherigen Vorgänge darzustellen, da sie ein wesentlicher Teil der Kampagne um die "Guardians" prägten. Bisher unbefleckte Charaktere (das kann man auch wörtlich nehmen) werden durch NPCs in das Abenteuer eingeführt. Weltraumhelden, die bereits die beiden ersten Bände durchflogen haben, werden sich sofort erneut ins Abenteuer stürzen.

 

Der vorliegende Band ist zwar mit einem zwinkernden Auge in der Herleitung somit auch losgelöst zu spielen, macht aber als Teil einer Kampagne weitaus mehr Sinn, Schließlich treffen die Helden des Weltraums hier auf alte Bekannte, erleben einen Abschluss eines kontinuierlichen Abenteuers und hinterlassen bei Freund und dem einen oder anderen Erzbösewicht einen bleibenden Eindruck (welches dann im " Finale für die Guardians" entsprechend Reaktion hervorruft).

 

Das Abenteuer, welches sich wie immer bestens in die Romanserie "Perry Rhodan" eingliedern ließe, ist recht gradlinig im Verlauf und könnte man durchaus als schlicht bezeichnen. Die größte und einzige Denkanstrengung müssen die Spieler für ihre Helden auf Hawar Hahanera vollbringen, denn sie müssen ein Rätsel lösen, dass (sofern es der Spielleiter nicht korrigiert hat), im Handout falsch angegeben ist und somit nur lösbar ist, wenn die Spieler erkennen, dass es sich bei "Upaszemssacha" um eine Lautverschluckung mit schriftlicher Entsprechung des phonetischen Sachstands handelt - oder schlicht und ergreifend um ein vergessenes "ch" zu "Upachzemssacha - Ich gedenke den (eigenen) Schweber zu fliegen". Da frage ich mich wirklich, ob der Band jemals in den Spieltest gegangen ist.

 

Was die futuristisch spannenden Atmosphäre des Spielbandes betrifft so leidet sie deutlich unter dem Stationsgehirn Hawar Hahanera das sich wie ein Kneipenwirt benimmt, der zuviel in die eigenen Flaschen geschaut hat. Ansonsten gibt es schon die eine oder andere spannende Szene, die Achtsamkeit und Fingerspitzengefühl von den Spielern erwartet, um überstanden zu werden.

 

Insgesamt benimmt sich das Abenteuer aber wie Rollenspielstandardware für Abenteurer und könnte mit minimalen Änderungen auch im Fantasy-Bereich stattfinden. Die Problematik, dass ein zerstörtes Raumschiff oder eine geeignete futuristische Waffe auch die gesamte Heldengruppe vernichtet, hat man nicht zufriedenstellend im Regelwerk gelöst, weshalb hier mit unpassender Vorsicht Charakterschonung betrieben werden muss.

 

Wie es mit Fortsetzungen nun mal so ist, so mochte man den ersten Teil sehr und liebt deswegen auch den Rest (mehr oder weniger - mag auf jeden Fall nicht darauf verzichten) man verzichtet dankend auf das Vergnügen. Auch wenn das Abenteuer vom reinen Plot etwas simpel gestrickt ist und weder viel Raffinesse erfordert, noch die grauen Zellen der Spieler eher gekünstelt ins Schwitzen bringen wird, hat es doch seinen Reiz. Es mangelt nicht an Action und auch etwas taktisches Fingerspitzengefühl ist angesagt. Wer sich blindwütig ins nächste Gefecht mit übermütigen Gegnern stürzen will, wird darin umkommen. Somit gehört es in die Gruppe solider Abenteuer für Perry Rhodan Fans, die man nicht versäumen sollte.

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Die Wächter der Dunkelheit (Sternenwächter-Kampagne Teil 3)

System: Perry Rhodan

Autor: Rainer Nagel

Broschiert

76 Seiten

Erschienen: Oktober 2005

Verlag: VFSF

ISBN: 3-924714-29-0

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 22.12.2006, zuletzt aktualisiert: 24.02.2015 15:38