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Die weiße Königin von Bernhard Hennen

Reihe: Die Chroniken von Azuhr Band 2

 

Rezension von Christel Scheja

 

Bernhard Hennen scheut sich nicht, auch auf gängige Trends aufzuspringen und diesen eine eigene Facette hinzuzufügen. Das ist auch bei seiner neusten Trilogie „Die Chroniken von Azuhr“ der Fall, deren zweiter Band „Die Weiße Königin“ nun dafür sorgt, dass die Geschichte so richtig in Fahrt kommt.


Achzehn Jahre vor den aktuellen Ereignissen treiben Intrigen die Angehörigen zweiter Reiche dazu, folgenschwere Entscheidungen zu treffen. Aus Grausamkeit, Blut und unglücklicher Liebe heraus wird eine junge Frau geboren, die in der Gegenwart die Geschicke in der Hand zu halten glaubt.

Allerdings kann auch sie nicht einlenken, was den Krieg zwischen der Liga der Stadtstaaten und den Herzögen des Schwertwaldes betrifft. Letztere hoffen noch immer, dass die Weiße Königin zurückkommt und sie im Kampf unterstützt, der mit allen Mitteln geführt wird und bereits vielen Unschuldigen das Leben genommen hat.

Mittendrin stecken die Familienmitglied der Familie Tormeno. Während Nandus, der Erzpriester versucht, die Macht seiner Kirche aufrecht zu erhalten und die Herzöge des Schwertwaldes in Schach zu halten – und dabei den meisten wie ein von seinem Gott gesandter Bote vorkommt, steht Milan immer noch zwischen den Fronten, denn er sieht, das die Anführer beider Seiten nur eines im Sinn haben – ihren Machtbereich zu erweitern – egal für welchen Preis.

Dennoch hat er sich einen Namen als Beschützer der Hilflosen gemacht, indem er schon ein mythisches Wesen erschlagen hat, dass Menschen bedrohte. Doch er ahnt, dass gegen die immer häufiger auftauchenden Mährengestalten nicht das Schwert hilft, sondern eine ganz andere Waffe von Nöten ist.


Stand im ersten Roman vor allem Milan Tormeno im Vordergrund der Handlung, so ist er diesmal nur einer von vielen. Zunächst einmal beschreibt eine längere Rückblende, was vor achtzehn Jahren geschehen ist und stellt für einige Figuren, die später auftauchen die Weichen, so dass das Geschehen nicht ganz im Raum stehen.

Danach springt die Handlung zwischen den verschiedenen Schauplätzen hin und her, die sich im ersten Band herauskristallisiert haben. Nandus Tormeno scheint nicht minder wichtig zu sein als sein jüngster Sohn und trägt einiges zu den Wirren bei. Auch die Schwertherzöge und ihre Vertrauten kommen zu Wort, ebenso wie einfache Männer und Frauen, an denen exemplarisch das Grauen des Krieges gezeigt wird.

Die Geschichte springt deshalb immer wieder in kurzen Kapiteln zwischen den Figuren hin und her, so dass keiner wirklich Raum für seine Entwicklung bekommt. Man merkt auch, dass sich der Autor von Fernsehserien wie „Game of Thrones“ inspirieren hat lassen. Auch wenn er nicht kopiert – die blutigen Intrigenspiele und Grausamkeiten sind Leser durchaus vertraut. Spannung entsteht zudem durch viele kleine Cliffhanger – da der Wechsel der Handlungsebenen durchaus erlaubt auch kleine Momente der Aufregung zu einem dramatischen Moment zu machen.

So ist wohl etwas Aufmerksamkeit bei Lesen gefordert – kann es doch viel zu leicht passieren, dass man den Faden ungewollt verliert. Die Sprünge kaschieren aber auch wunderbar, dass der Autor nicht viele Überraschungen bietet und den roten Faden nur dünn weiter führ.

Die Figuren bleiben eher blass, selbst Milan kommt in seiner charakterlichen Entwicklung ins Stocken, auch wenn die bei ihm noch am deutlichsten zu erkennen ist. Die meisten Nebencharaktere sind auf eine besondere Eigenschaft reduziert und danach schnell wieder vergessen.

 

Fazit:

Alles in allem ist »Die weiße Königin« ein solider Roman der vor allem Fans actionreicher Fantasy im Stil von Game of Thrones zufriedenstellen dürfte, aber nicht ganz sein Potential ausnutzt, weil trotz des interessanten Auftakts diesmal zu sehr auf vordergründige Spannung gesetzt wird und weniger auf die Verkettungen zwischen den Figuren und der latent im Hintergrund lauernden Magie.

Eure Meinung:

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Buch:

Die weiße Königin

Reihe: Die Chroniken von Azuhr Band 2

Autor: Bernhard Hennen

Taschenbuch, 424 Seiten

Fischer Tor, September 2018

Karte: Marcus Weber

 

ISBN-10: 3596299993

ISBN-13: 978-3596299997

 

Erhältlich bei Amazon

 

Kindle-ASIN: B07CKK6CP3

 

Erhältlich bei Amazon Kindle-Edition

weitere Infos:


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Erstellt: 01.01.2019, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45