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Die Welt der Raubkatzen

Filmkritik von Christel Scheja

 

Wenn jemand von Raubkatzen spricht, haben die meisten Leute wahrscheinlich nur wenige Arten im Kopf: Löwen und Tiger, vielleicht auch noch Luchse – aber dass es viel mehr, insgesamt gut 38 Arten gibt, ist den wenigsten bewusst und interessiert auch nicht so sehr, wenn man nicht das vorgesetzt bekommt, was man gemeinhin sehen will – blutrünstige Bestien, die andere Tiere schlagen und fressen. Diesen Eindruck will „Die Welt der Raubkatzen ändern.


Tatsächlich gibt es nicht nur vielfältige Erscheinungsformen der Raubkatzen, sie lassen sich auch nicht allein auf das Prädikat „Besonders tolle Jäger“ und „Gute Läufer“ reduzieren, sondern haben auch noch viele andere Facetten. Die drei Episoden nehmen sich die Zeit, nicht nur die bekannten Katzenarten vorzustellen, sondern auch die, die sonst kaum in Erscheinung treten, weil sie entweder schwer zu filmen sind oder bereits so selten, dass man lange nach ihnen suchen muss. Das ist etwa beim Schneeleoparden der Fall, der im Himalaya lebt, oder auch kleinsten Katzen der Welt, die sich oftmals als noch tödliche Jäger erweisen als ihre großgewachsenen Cousins.

Auch in der Wüste beweisen Katzen einen erstaunlichen Überlebensinstinkt. Sie passen sich den Gegebenheiten an und finden immer einen Weg, zu überleben und auch noch Nachwuchs groß zu ziehen.

Und in dieser Hinsicht erweisen sich die meisten von ihnen als hingebungsvolle Eltern, die nicht nur beschützen, sondern in diesem Moment auch ihre sanfte Seite zeigen, die viele auch von ihren eigenen Hauskatzen kennen.


All das haben die Macher, die sich auch schon für „Planet Erde II“ verantwortlich zeigen, in einer atemberaubenden und dreiteiligen Dokumentation zusammengestellt, die hier gegenüber der Fernsehausstrahlung tatsächlich in der ungekürzten Fassung erhältlich ist.

Wie immer hat man alle heutigen Möglichkeiten genutzt um an die oftmals scheuen Tiere heranzukommen seien es nun hochempfindlichen Nachtsichtkameras oder aber solche, die an markanten Stellen aufgenommen wurden und via Bewegungssensor auf die Katzen reagieren, die ganz gerne diesen Weg nehmen.

Heraus gekommen sind sehr unterschiedliche Aufnahmen, natürlich von den Jagden, aber auch von den ruhigeren Momenten, wenn die Katzen sich daran machen, ihren Kleinen die elementaren Dinge beizubringen. Interessant dabei auch, dass die vielgerühmte Scheu vor Wasser bei einigen Arten überhaupt nicht gilt, denn sie haben sich auf Fische spezialisiert, die man auch nicht auf dem Trockenen finden kann.

Die Episoden sind so gestaltet, dass immer Abwechslung garantiert ist. So wechselt man bewusst von einer Art zur anderen, bringt den Zuschauer auch dazu, sich wieder neu zu konzentrieren, mischt Vertrautes mit Neuen.

Die einzelnen Folgen stehen zwar unter einem lockeren Oberthema, dieses wird aber auch recht frei ausgelegt. Wie immer funktioniert die Mischung aus Landschafts- und Tieraufnahmen, die Mischung aus Musik und Informationen, so dass die Dokumentation sicherlich für die ganze Familie interessant ist, gerade wenn die Kinder ein Faible für Katzen entwickeln.

Bild und Ton sind wie immer auf der Höhe der Zeit, Extras gibt es leider keine, nicht einmal ein Making-of, sondern gerade einmal Trailer.

 

Fazit:

Wer Katzen liebt, der sollte sich diese Dokumentation gönnen, denn „Die Welt der Raubkatzen“ geht nicht nur auf die gängigen Arten ein, sondern zeigt auch bisher nur selten vor die Linse geratenen Katzenvölker und Verhaltensweisen, die man den Tieren sonst nie zugetraut hat – und das alles in der brillanten Optik, die den BBC-Dokus so eigen sind.

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DVD:

Die Welt der Raubkatzen

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

Polyband/WVG, 25. Mai 2018

Produktionsjahr: 2018

Spieldauer: 150 Minuten

 

ASIN: B07BF3T9GD

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.06.2018, zuletzt aktualisiert: 21.09.2018 14:26