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Die Welt in den Wolken von Jay Amory

Reihe: Die Wolkenwelt, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Jay Armory ist ein britischer Autor, der nur wenig über sich selbst Preis gibt. Er verfasst vor allem Romane für junge Erwachsene und Jugendliche, unter anderem auch die Reihe um „Die Wolkenwelt“. Der erste, 2006 in seiner Heimat erschienene Roman ist nun bei Blanvalet erschienen und heißt „Die Welt in den Wolken“.

 

Azriel Gabrielson hat es nicht leicht. In einer Welt, in der alle Menschen Flügel haben, gilt er als armselige Missgeburt, die von allen mitleidig betrachtet oder gar verspottet wird. Nur wenige, wie zum Beispiel seine Familie, können den Makel hinnehmen auch wenn sie schwer daran zu knabbern haben. Ansonsten ist Az eher ein Ausgestoßener, der von seinem Leben nicht viel erwartet. Denn trotz akzeptabler Schulleistungen wird er niemals einen vernünftigen Beruf ausüben können.

Doch eines Tages ändert sich alles. Der geheimnisvolle Herr Mordatson taucht bei seinen Eltern auf, der behauptet von Lady Aanfielsdotter zu kommen, der Frau, welche die Geschicke des Wolkenvolkes im Moment leitet.

Damit er nicht ganz alleine ist, kommt sein Bruder Michael mit, der sich nicht so leicht einschüchtern lässt, wie die Eltern oder der junge.

Im Silbersanktuarium angekommen erfährt Az, welchen Auftrag die Lady für ihn hat: Er soll in einem der Aufzüge, die in die Säulen integriert sind, die die Wolkenstädte stützen, in die Tiefe reisen und sich dort umsehen. Der letzte Erkunder, den sie nach unten schickten ist allerdings nicht zurückgekehrt. Aber sie hoffen, dass ein Flügelloser es dort unten vielleicht einfacher hat.

Denn nun enthüllen sie und ihr Berater dem Jungen ein wohl gehütetes Geheimnis: Die Erdlinge sind nicht ausgestorben sondern noch recht lebendig. Und es könnte sein, dass da unten Dinge vor sich gehen, die den Wolkenstädten schaden.

So lässt sich Az auf das Wagnis ein und entdeckt unter den Wolken nicht nur, dass die Lady recht hatte, sondern tatsächlich einiges vor sich geht, was sehr unangenehm werden könnte. Denn zum einen gilt sein Volk auf dem Erdboden selbst als Legende und wird auch noch von einer schurkischen Oberschicht dazu benutzt, die anderen Erdlinge in Sklaverei zu halten. Mit leeren Versprechungen mit einem Aufstieg über die Wolken im nächsten Leben, halten sie die Menschen in Schach.

Doch auf der anderen Seite sind die sogenannten „Humanisten“ auf dem Vormarsch, die erkannt haben, dass sie belogen werden und nun daran arbeiten, alles zu zerstören, was mit dem Volk in den Wolken zusammen hängt. Es ist nun an ihm, eine Katastrophe zu verhindern und der Mittler zwischen den Kulturen zu werden.

 

Jay Amory erzählt seine Geschichte sehr einfach. Kapitel und Sätze sind sehr kurz, auch die Geschehnisse selbst sind eher kindgerecht aufgearbeitet als wirklich bedrohlich, so dass sich „Die Welt in den Wolken“ durchaus schon an Kinder ab zehn oder elf Jahren richtet. Darauf deutet auch das jugendliche Alter des Helden hin. Auch Liebe spielt später noch keine Rolle, eher Freundschaft und Vertrauen – Akzeptanz und Toleranz. Ältere Leser werden sehr schnell merken, dass die Geschichte sehr geradlinig ist und nur an der Oberfläche kratzt, gerade, was die Intrigen der Erdling-Oberschicht – die sich selbst als „Vikare“ bezeichnen und die Zeichnung der Charaktere angeht. Zwar ist das Buch sehr gefällig geschrieben, aber wirklich berührend und spannend ist es nicht mehr, wenn man ein gewisses Alter bereits überschritten hat.

Die Atmosphäre schwankt auch zwischen Steampunk, Science Fiction und Fantasy. Man kann sich die Wolkenstädte nicht wirklich vorstellen, da der Autor zu wenig erklärt und beschreibt oder Details einbringt.

 

Alles in allem wäre „Die Welt in den Wolken“ vermutlich besser in einem Jugendbuch-Verlag aufgehoben gewesen, Die Geschichte mag zwar All-Age-Fantasy sein, fordert aber erwachsene Leser, die schon ein wenig mehr Ansprüche an ihre Lektüre stellen nicht wirklich heraus.

 

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Die Welt in den Wolken

Reihe: Die Wolkenwelt, Bd. 1

Autor: Jay Amory

Broschiert, 447 Seiten

Blanvalet, erschienen August 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Joannis Stefanidis

Titelfoto von Christopher Gibbs

ISBN-10: 3442244730

ISBN-13: 978-3442244737

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.10.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35