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Die Wikinger – Legende und Wahrheit

Filmkritik von Christel Scheja

 

Über kein anderes europäisches Volk gibt es so viele Dokumentationen und Spielfilme wie die Wikinger. Aber das liegt auch daran, dass die Seefahrer aus dem hohen Norden tiefen Eindruck in der alten Welt hinterlassen haben und auch genügend Spuren, die bis heute zu finden sind. Die zweiteilige Dokumentation aus dem Jahr 2016 versucht nun auf wissenschaftliche Weise den Mythen und Legenden nachzugehen, die sich um diese Menschen ranken.


„Die Räuber aus dem Norden“ verheerten seit dem späten 8 Jahrhundert für mehrere Jahrzehnte die Küsten von Nord- und Ostsee, überfielen Städte und Klöster, plünderten Dörfer und verschleppten Menschen in ihre Ursprungsländer. Aber sie kamen auch als Händler, die sich Weg über das Mittelmeer bis ins Schwarze Meer erschlossen und auch in Russland ihre Wege fanden. Und sie siedelten dort, wo sie sich festsetzen konnten, vermischten sich dort nach und nach mit den Einheimischen. So sind es Nachfahren der Wikinger – die Normannen die im 11. Jahrhundert die britischen Inseln unter ihre Herrschaft brachten.

Zugleich besiedelten sie auch die rauen Inseln im Norden, gründeten Siedlungen auf Island und Grönland, die im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung noch nicht so unter Eis lagen wie heute. Und es scheint auch als sei ihr „Aufbruch in die Neue Welt“ nicht nur eine Erfindung der überlieferten Sagas, oder?


Die Dokumentation folgt dem Weg der beiden Archäologen und Historiker, die die Geheimnisse der Wikinger zu entschlüsseln versuchen. Sie versuchen heraus zu finden, wie dieses Volk gelebt hat, von was man sich ernährte, wie Raubzüge und Handel in der Denkweise der Seefahrer eigentlich zusammenfassen, und wie ihre Schiffe die stürmische See des Nordatlantiks durchkreuzen konnten und besuchen dafür verschiedene Ausgrabungsstätten und lassen sich von ihren Kollegen erklären, was diese gerade gefunden haben, oder welche Techniken die Nordmänner benutzt haben, um nicht nur schnelle, sondern auch hochseetaugliche Schiffe zu bauen.

Auch versuchen sie nun Spuren in Amerika zu finden, was nicht gerade einfach ist, da kaum Siedlungsspuren zu finden sind, die sich nach tausend Jahren noch einfach zuordnen lassen. Am Ende bleiben meistens doch immer Zweifel, weil nur wenige Hinweise, wie Erzschlacke auf ihr Wirken hinweisen könnten.

Kultur und Lebensart der Wikinger werden diesmal nur am Rande angerissen, es dreht sich mehr, wie weit die Seefahrer eigentlich gekommen sind, wo sie gewütet oder gehandelt und sich manchmal auch niedergelassen haben und mit welchen Mitteln, sie das zustande bekamen. Dabei konzentrieren sich die Macher wirklich nur auf die Fakten und Funde, das was man anhand der Forschungen sagen kann.

In dem Sinne ist es vor allem interessant, mit welchen wissenschaftlichen Techniken heute gearbeitet wird, und wie genau oder ungenau die sind, um Funde zu datieren, wirklich neue Erkenntnisse werden dem heutigen Wissensstand leider nur in kleinen Details beigefügt.

Aber die Erläuterungen werden sehr leidenschaftlich und vor allem auch für den Laien verständlich vermittelt, so dass geschichtsinteressierte Zuschauer sicherlich ihren Spaß an den beiden Episoden haben werden.

Die sind von Bild und Ton her auf dem neusten Stand, kommen aber auch ohne irgendwelche Extras daher.



Fazit:


„Die Wikinger – Legende und Wahrheit“ ist eine wissenschaftlich ausgerichtete Dokumentation, in der man durch die Augen von Archäologen den noch heute zu findenden Spuren folgt, die die nordischen Seefahrer hinterlassen haben oder hinterlassen haben könnten. Spielszenen gibt es weniger, dafür eher interessante Einblicke in die Arbeit der Forscher und ihre Methoden. Neue Informationen gibt es allerdings nur wenige, auch können genug Fragen immer noch nicht eindeutig beantwortet werden.


 

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DVD:

Die Wikinger – Legende und Wahrheit

Regie: Dan Snow und Sarah Parcak

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

Polyband/WVG, 27. Oktober 2017

Produktionsjahr: 2016

>Spieldauer: 100 Minuten

 

ASIN: B0753FNKZX

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205174656d14afcfb
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Erstellt: 10.11.2017, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01