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Die Wikinger – Seefahrer, Krieger, Entdecker

Rezension von Christel Scheja

 

Die Nordmänner oder Wikinger sind in den letzten Jahren in den Mittelpunkt des Interesses geraten. Mittlerweile versuchen unzählige Dokumentationen das Bild der grimmigen Krieger und Seefahrer differenzierter zu gestalten und auch in Serien nehmen sie nicht nur mehr die Rolle der Antagonisten ein. Auch die Dokumentation „Die Wikinger – Seefahrer, Krieger, Entdecker“ versucht hinter die Klischees zu blicken . Der renommierte Archäologe und Historiker Neil Oliver reist daher auf Spurensuche durch die halbe Welt.

 

Drei Folgen beschäftigen sich mit dem rauen Volk aus dem Norden. Gleich die erste „Die mysteriösen Vorfahren“ sucht nach den Wurzeln der Wikinger. Wer waren die Menschen, die sich irgendwann dazu entschlossen, die Welt mit ihren Langbooten zu erkunden, um dabei nicht nur Angst und schrecken zu verbreiten, sondern auch ein weitreichendes Handelsnetz aufzubauen? Die Spurensuche beginnt im Herzen Skandinaviens, wo auch heute noch die Überreste ihrer heidnischen Stätten und Dörfer zu finden sind.

„Der Anfang des Handelsimperiums“ zeigt, wie die Seekrieger aufhörten nur zu rauben und plündern. Bald schon erkundeten ihre Langschiffe neben Nord- und Ostsee auch Mittel- und Schwarzes Meer. Von der Krim aus stieß man bis in das Herz Russlands vor. Bald schon wurden die unterschiedlichsten Waren gehandelt, Sklaven, aber auch chinesische Seite. In dieser Zeit entwickelten sie auch ihre größte Kunstfertigkeit.

„Das Ende der Entdecker“ berichtet zunächst, welche Fahrten die Wikinger unternahmen, um die Welt kennen zu lernen. Die Reisen nach Island, Grönland und Amerika sind ebenso Thema wie der langsame Rückgang der Erkundungen, als sich die Könige dem Christentum zuwandten und damit mehr und mehr in das gesellschaftliche Netz von Europa einzubinden. Reisen and andere Ende der Welt verloren dabei an Bedeutung.

 

„Die Wikinger“ gehört zu den Dokumentationen, die auf Spielszenen verzichten und lieber den Erzähler an die wichtigsten historischen Orte reisen lassen. Tatsächlich sieht man nur Ruinen und archäologische Fundstücke, es gibt so gut wie keine Rekonstruktionen zu sehen, in denen man Lebensart der Wikinger zumindest andeutungsweise zu verstehen lernt. Auch die Beschreibung der Raubzüge bleibt eher schwammig, so als wolle man diesen negativen Aspekt ganz ausklammern.

Neil Adams wird nicht müßig – unterlegt von entsprechenden Landschaftsbildern, von den weniger bekannten Seiten des Seefahrervolkes zu erzählen. Dabei setzt er sich selbst immer sehr gekonnt in Szene, sein Thema bleibt eher im Hintergrund.

Insgesamt kommen leider nur wenige neue Aspekte ans Licht. Fast alles dürfte der interessierte Zuschauer bereits aus vielen anderen Dokumentationen kennen, auch verzichten die Folgen auf das Schicksal der Wikinger in Island und Grönland oder Amerika einzugehen, ebenso wenig erfährt man viel über ihr Wirken in Russland und Byzanz. Historisch endet die Dokumentation leider bereits bei Knut dem Großen, der zwar das Ende der Ära eingeläutet haben mag, nicht aber wirklich am Abschluss steht.

An Ende bleibt man doch etwas enttäuscht zurück, da man nicht wirklich etwas Neues erfährt. Gerade einmal, wenn man bis jetzt noch nicht viel über das Seefahrervolk aus dem Norden weiß, bekommt man einen groben Überblick, der die dunklen Klischees vermeidet.

Die DVD ist von Bild und Ton her auf dem Stand der Zeit, Extras gibt es allerdings keine.

 

 

Fazit:

 

„Die Wikinger“ erweist sich daher als eher enttäuschende Dokumentation, die das Thema zwar halbwegs interessant anreißt aber nicht wirklich spannend und erhellend auszuführen weiß. Dafür bleibt sie zu allgemein und auch der Moderator rückt sich selbst ein Stück zu sehr ins Rampenlicht.

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DVD:

Die Wikinger – Seefahrer, Krieger, Entdecker

Regisseure: Oliver Neil

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Polyband/WVG, 27. September 2013

Produktionsjahr: 2012

Spieldauer: 150 Minuten

 

ASIN: B00DM1TDNE

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 24.10.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01