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Die wilden Hühner und das Leben (DVD)

Rezension von Julia

 

Rezension:

Erwachsenwerden ist schwierig, wer erinnert sich nicht an die Zeit, in der man rebellieren wollte, manchmal die ganze Welt nicht mochte, sich dann wieder himmelhochjauchzend gefühlt hat? Was bedeutet erwachsen? Wohin führt einen der eigene Lebensweg und wann muss man sich entscheiden, welchen Pfad man in Zukunft beschreiten möchte? Darum geht es in dem dritten und letzten Film rund um eine Mädchenbande.

Die wilden Hühner sind ursprünglich eine Jugendbuchreihe der Erfolgsautorin Cornelia Funke, die einmal ein Buch schreiben wollte, in dem keine fantastischen Wesen vorkommen. Die ersten beiden Verfilmungen griffen verschiedene Ereignisse und Elemente aus den bisher erschienenen Büchern auf, richteten sich jedoch nicht strikt nach der jeweiligen Buchvorlage. Der neuste Film soll auch direkt einen Abschluss darstellen und die Geschichte rund um die Mädchenbande abrunden.

 

Ein Jubiläum steht an, Fred und Sprotte sind seit zwei Jahren zusammen und wollen diesen Tag feiern. Es kommt jedoch zum Streit, als Fred sagt, dass er mit Sprotte schlafen möchte, sie sich jedoch noch nicht bereit fühlt. Als sie bei ihrer Großmutter darum bittet, das diese die Hühner hütet, solange sie alle auf der bevorstehenden Klassenfahrt sind, erfährt das Mädchen auch von dem Schicksal der alten Frau und warum diese so verbittert ist.

Ausgerechnet Sprottes Mutter begleitet die Klasse als Busfahrer, sodass diese sich nur noch bedingt auf die Klassenfahrt freuen kann. Wilma möchte die Schule schmeißen und Schauspielerin werden, auch wenn ihre Mutter nichts davon erfahren darf. Aus diesem Grund übt diese heimlich und meldet sich zu allerlei Castings an. Melanie löst sich gänzlich von ihren Freundinnen, gibt sich unnahbar und ist offensichtlich unglücklich, möchte aber nicht über ihre Probleme sprechen. Sie ahnt zudem schon, dass ein Mitglied der wilden Hühner ausgerechnet in ihren Freund verliebt ist.

Doch auch die Lehrer haben so ihre Probleme, auch wenn sie versuchen sich nicht allzu sehr einzumischen. Als es während einer Karaokenacht zwischen Fred und einem fremden Mädchen knistert, folgt Sprotte ihm nachts heimlich zu einer privat organisierten Party, wo sie mit ansehen muss, wie er mit der anderen im Gebüsch verschwindet. Das ist jedoch erst der Anfang, denn die Jugendherberge birgt allerlei Überraschungen, auch in Form von drei Viertklässlerinnen, die sich die wilden Küken nennen und in die Fußstapfen ihrer Vorbilder treten möchten, indem sie ihnen einen Streich nach dem anderen spielen.

 

Dieser Film ist bittersüß. Zum einen geht es um Freundschaft und darum zusammenzuhalten, selbst wenn der andere Mist baut oder am Abgrund steht. Zum anderen geht es um die Liebe, darum, das man jemanden festhalten, aber auch loslassen muss, wenn es nicht mehr funktioniert. Ehrlichkeit ist ebenfalls ein Thema und die Angst vor der Zukunft. Zusätzlich werden einige Jugendprobleme mit eingeflochten wie Alkohol, das große erste Mal, Trauer, aber auch Schwangerschaft.

Dabei gibt es ein Problem, das den Film schwächeln lässt. Viele dieser Themen werden angerissen, sie scheinen einfach da zu sein, werden aber nicht richtig ausdiskutiert, sodass sie ihre Daseinsberechtigung verlieren. Beispielsweise der Zustand, dass Fred mit Sprotte schlafen möchte, sie jedoch noch nicht bereit ist. Anstatt darüber zu sprechen, was man nach zwei Jahren Beziehung ja irgendwie erwarten würde, lässt sich Fred mit dem ersten Mädchen ein, das ihm über den Weg läuft. Die Beziehung endet, sie sprechen sich nicht aus. Realität? Die Geschichte zwischen den beiden endet sehr unschön, auch wenn es am Ende noch Hoffnung gibt, bei der man sich aber unsicher ist, ob man sie empfinden möchte. Das ist nur eine der Unstimmigkeiten. So sind es beispielsweise auch die Hühner, die in diesem Film alles abbekommen, egal ob sie nun die Schuld an etwas tragen oder nicht.

Nachdenklich machen die Szenen, die aus dem Leben gegriffen und teilweise doch vollkommen überzogen sind. Die wilden Hühner lösen sich auf, immerhin werden sie erwachsen, wollen keine Streiche mehr spielen und wenn sie es tun, endet das in einer Katastrophe, wie sich im Film immer wieder abzeichnet.

Wenn man davon absieht, hat man hier einen Film, bei dem man lachen und weinen kann, der zum Nachdenken anregt und dazu führt, das man sich fragt, was man eigentlich vom Leben erwartet und wie ehrlich man zu sich selbst und auch anderen ist.

Am Ende heißt es zwar, das dies nicht das letzte Mal ist, das man von den wilden Hühnern gehört hat, aber der Film hat eindeutig abschließende Tendenzen.

Die schauspielerische Leistung hier ist gut, man leidet und fiebert mit den Personen und schaut gerne hin. Auch die musikalische Untermalung ist gut gelungen.

 

Rezension:

Damit bleibt zu sagen, dass hier ein Film für Fans vorliegt, den man zwar ansehen kann, wenn man die Serie oder die vorherigen Filme nicht kennt, aber dann wahrscheinlich nur halb so viel Spaß haben wird. Die Machart, die Botschaften und die Leistung bleiben letztendlich aber nur positiv zu bewerten, der Film ist damit zu empfehlen!

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DVD:

Die wilden Hühner und das Leben

BRD 2008

Regisseur: Vivian Naefe

Komponist: Niki Reiser

Format: Dolby, DTS, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9

FSK: 0

Paramount, 13. August 2009

Spieldauer: 107 Minuten

 

ASIN: B001PKUJNW

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Michelle von Treuberg

Lucie Hollmann

Sonja Gerhardt

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 12.09.2009, zuletzt aktualisiert: 27.11.2017 19:32