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Die Zeitreisenden – Die komplette Serie

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Es gibt viele Serien mit phantastischen Inhalt, die nur ein oder zweimal im Fernsehen gelaufen sind und dann in der Versenkung verschwanden, aber dennoch eine kleine Fanbasis zurück ließen. Das trifft auf „Die Zeitreisenden“ zu, einer amerikanischen Fernsehserie von 1982, die erstmals 1989 bei RTL lief und nur einmal wiederholt wurde.

 

Sie erzählt die Geschichte des Zeitreisenden Phineas Bogg und seines jungen Begleiters Jeffrey Jones. Durch einen Defekt seines „Omni“ landet der Pirat aus dem 17. Jahrhundert, der von einer geheimnisvollen Organisation rekrutiert wurde, um Fehler in den Zeitlinien zu reparieren im Schlafzimmer des elfjährigen Jungen, der sehr geschichtsbegeistert ist und trotz seiner Jugend bereits einiges weiß. Ohne es heraus zu fordern wird er mit in den Zeitstrudel gerissen und begleitet von nun an Phineas Bogg durch alle Zeiten und Länder. Bisher hat sich der Zeitreisende immer mit seinem „Guidebook“ beholfen, wenn der Omni rot aufleuchtete und etwas nicht in Ordnung war, doch mit dem Jungen bekommt er eine unschätzbare Hilfe an seine Seite, denn Jeffrey hat nicht nur in der Schule viel gelernt, sondern auch einiges an anderem Wissen gesammelt.

Gemeinsam biegen sie von nun an die Zeit wieder richtig hin. So zeigen sie den ersten Piloten, wie man zum Fliegen kommt, damit England im Ersten Weltkrieg nicht völlig unterlegen ist, helfen einer Sklavin bei der Flucht, die später bei der Befreiung ihrer Leidensgenosse eine wichtige Rolle spielen wird und bringen Spartacus auf den richtigen Weg.

Dann wird landen sie beinahe auf dem Scheiterhaufen, weil man sie in der schönen Stadt Salem für Hexer hält, helfen Thomas Edison bei der Erfindung der Glühbirne und dabei Abraham Lincoln aus den Händen von Entführern zu befreien.

Nicht zuletzt lernt Jeffrey auch einmal andere Voyagers! kennen, als beide in einem seltsamen Gerichtssaal landen und der Omni nicht mehr funktionert. Phineas steht dort vor Gericht, weil er Jeffrey mehrfach gefährdet hat.

Zwar sehnt sich der Junge inzwischen schon nach Hause zurück, er unterstützt seinen Fruend aber nach allen Kräften und sieht zu, dass er schließlich wieder frei gesprochen wird. Das letzte Abenteuer führt sich schließlich mit Arthur Conan Doyle und dem Schatten von Jack the Ripper zusammen.

 

Wie in vielen Serien der 1980er Jahre gibt es keinen besonderen Handlungsfaden, der die einzelnen Folgen verbindet, allein der gelegentliche Versuch Jeffrey in seine Zeit und sein Zimmer zurück zu bringen, kann als ein solcher gewertet werden. Auch über die Organisation der Zeitreisenden erfährt man nicht besonders viel, es gibt auch keine wiederkehrenden Figuren, selbst wenn sie die Zeitlinie noch einmal kreuzen.

Im Vordergrund stehen die einzelnen Abenteuer, die die Helden durch alle möglichen Zeiten und an fremde Orte führt. Viele Geschichten spielen aufgrund der verfügbaren Kulissen in Amerika und zwischen 1776 und 1980. Das kommt dem Geschichtswissen der jungendlichen Zielgruppe am meisten entgegen, die so auf spielerische Weise das ein oder andere noch einmal auffrischen können.

So begegnen Phineas und Jeffrey Präsidenten, Generälen und Wissenschaftlern, aber auch Autoren wie Doyle, Dickens und Mark Twain, aber auch Jules Verne, deren Abenteuerromane gerade zu dieser Zeit als Jugendbuchklassiker hoch im Kurs bei Eltern und Lehrern standen.

Die Folgen vermitteln typisch amerikanische Werte, angefangen mit dem Kampf um die Freiheit in Wort und Selbstbestimmung, den Mut, sich für die Schwachen und Hilflosen einzusetzen, den Wunsch nach Gerechtigkeit und so fort. Das wirkt zwar hin und wieder etwas antiquiert, passt aber zur Erzählweise, die sich sehr an die klassischen Abenteuerfilme und –bücher anlehnt. Die phantastischen Elemente sind eher gering und dienen nur als Mittel zum Zweck, da man auch darauf verzichtet, so erklären, warum es die Voyagers gibt und wer die Omnis herstellt und wie die Geräte, die an Taschenuhren erinnern, überhaupt funktionieren.

Dennoch werden die Geschichten aber recht unterhaltsam und manchmal mit einem Augenzwinkern präsentiert. Man nimmt den Folgen die kleinen Fehler und Schwächen nicht übel – so hat man sich schnell daran gewöhnt, dass die beiden Helden meistens in ihrer Standardkleidung herum laufen, die Sprache in jeder Zeit und an jedem Ort der Welt verstehen und den Einheimischen nicht wirklich seltsam erscheinen.

Die Geschichten sind jugendgerecht aufgearbeitet und leicht zu verstehen und dürften vor allem Kinder ab acht oder neun Jahren ansprechen. Nur einige Folgen wie die um Jack the Ripper sind für ein älteres Publikum gedacht und sollten vielleicht nicht ohne Aufsicht der Eltern gesehen werden. Aber sonst entsprechen sie genau dem, was manch eine andere Abenteuerserie bietet.

Die Qualität von Bild und Ton ist für eine so alte Serie sehr ordentlich und sauber. Einige Folgen sind um die Stücke ergänzt, die bei der deutschen Ausstrahlung entfernt wurden, so dass sie nur auf englisch und mit Untertiteln präsentiert werden.

Besonders interessant ist das Booklet, das nicht nur eine ausführliche Episodenübersicht, sondern auch Infos zur Entstehung der Serie, der Intention und den Schauspielern bietet.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist „Die Zeitreisenden“ eine rundum gelungene Abenteuer Serie, die sich selbst nicht so ganz ernst nimmt, mit historischen Ereignissen und Figuren spielt und dabei humorvolle, spannende und stellenweise sogar gruslige Unterhaltung bietet, bei der man sich gut entspannen kann.

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DVD:

Die Zeitreisenden – Die komplette Serie

USA 1982

Original: Voyagers!

Fernsehserie in 20 Folgen,

Regisseure: Bernard McEveety, Paul Stanley, Virgil W. Vogel

Idee und Drehbücher: James D. Parriot

Komponist: Jerrold Immel, Elliott Kaplan, Jack A. C. Redford

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 4:3

Umfang: 5 DVDs

FSK: 12

Koch Media, 10. Juli 2009

Spieldauer: 931 Minuten

 

ASIN: B002AOUQNA

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Extras:

 

  • Buchbox mit sehr ausführlichem 32seitigen Booklet
  • Bildergalerie

 

 

Darsteller:

Phineas Bogg = Jon-Erik Hexum

Jeffrey Jones = Meeno Peluce

 

 

 

 

 


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Erstellt: 21.11.2009, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56