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Die zweite Legion von Richard Schwartz

Reihe: Das Geheimnis von Askir, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den Neuentdeckungen des Piper-Verlages gehört neben Heide Solveig Göttner auch Richard Schwartz, der im letzten Herbst mit seiner Saga um „Das Geheimnis von Askir“ debütierte. In „Das erste Horn“ trafen höchst unterschiedliche Charaktere in einem Gasthof im hohen Norden aufeinander. Havald, ein alter Krieger, der seine Ruhe sucht, sie aber durch einen Fluch nicht finden kann, und Leandra, die stolze und gerechtigkeitsliebende Halbelfe mit der machtvollen Seelenklinge Steinherz. Zusammen mit den anderen Gästen zu denen die Dunkelelfe Zokora, eine Gruppe wilder Briganten unter dem verwegenen Janos und ein zwielichtiger Baron mit seinem Gefolge gehören, wurden sie durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten und müssen sich mit den dort verborgenen Geheimnissen des legendären Reichs Askir herumschlagen.

 

Als die Wege wieder frei sind, erfahren die Verbündeten, dass der brutale Herrscher Thalak einen Feldzug gestartet hat, um die freien Länder unter seiner Knute zu vereinen. Da sie schon einmal gut miteinander zusammen gearbeitet hatten, und die Machenschaften eines dunklen Magiers verhindern konnten, lassen sie sich dazu überreden, sich zu der Donnerfestung zu begeben und dort durch ein magisches Portal zu treten. Denn nur wenn sie die sagenhafte Hauptstadt des Reiches Askir vor Thalak finden, können sie verhindern, dass er die absolute Macht über die bekannte Welt erhält.

Doch statt in die legendäre Metropole gelangen sie in das ebenso fremdartige wie gefährliche Wüstenland Bessarein. Auch wenn sie durch eine beherzte Rettung schnell Freunde finden, so ist es doch nicht immer leicht, mit den fremdartigen Sitten und Gebräuchen des neuen Landes zurecht kommen. Und wird ihnen überhaupt jemand Glauben schenken?

Havald ist da anderer Meinung, als er sieht, wie nahe aneinander Großzügigkeit und Grausamkeit in Bessarein liegen und wie launisch die Despoten dort sind. Mehr als einmal geraten seine Gefährten und er in Gefahr, und die stammt nicht nur von skrupellosen Wüstenräubern und Sklavenhändlern, sie sich vor allem an den Frauen der Gruppe interessiert zeigen.

 

Anders als „Das erste Horn“ ist „Die Zweite Legion nicht in sich abgeschlossen sondern nur der Auftakt zu weiteren Abenteuern der Helden, da das Buch mit einem Cliffhanger endet.

Ansonsten bleibt Richard Schwartz seiner Linie treu und wählt mit dem arabisch anmutenden Wüstenreich Bessarein erneut einen exotischen Handlungsschauplatz.

Auch wenn seine Helden nun auf der Reise sind, so konzentriert er sich doch weiterhin nur auf seine Gruppe und stellt die Ereignisse streng aus deren Sicht dar. Vor allem Havald und Leandra stehen im Mittelpunkt. Sie haben aus den Erlebnissen im Gasthof ihre Lehren gezogen und sich weiterentwickelt, die dortigen Gefahren haben sie mit ihren Begleitern zusammen geschmiedet. Der Hintergrund und die Nebenfiguren sind nicht zu ausschweifend geschildert, aber dennoch sehr gut vorstellbar. Dabei verzichtet Richard Schwarz auf ein exotisches Umfeld sondern erschafft eher eine glaubwürdige, realistische Kulisse, in der auch dunkle Seiten und Grausamkeiten nicht ausgespart werden.

Da sie nun eine Aufgabe haben, verfolgen sie diese konsequent, auch wenn sie sich durchaus den Gegebenheiten anzupassen wissen. Auch diesmal schlägt bei der Schilderung der Vorgehensweise der Helden oder der Charakterisierung der Nebenfiguren hin und wieder der erfahrene Rollenspieler durch, das bleibt jedoch auf einem angenehmen Niveau. Klischees vermeidet Richard Schwartz weitestgehend, und wenn, dann variiert er sie.

 

Insgesamt hebt sich auch „Die zweite Legion“ wohltuend von vergleichbaren Werken ab. Der Autor entwickelt seine Charaktere weiter und bietet eine gesunde Mischung aus vordergründige Action und Abenteuer und den vielen feinen wie kleinen Hinweise, die sorgfältig über das Buch verstreut sind und so die Spannung bis zum Ende des Romans aufrecht erhalten. So lohnt es sich, den Zyklus weiter im Auge zu behalten.

Eure Meinung:


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Die zweite Legion

Reihe: Das Geheimnis von Askir Bd. 2

Autor: Richard Schwartz

Broschiert - 426 Seiten

Piper, erschienen März 2007

Titelbild von Markus Gann

ISBN: 978-3-492-26629-1

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.03.2007, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35