Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Die zwölf Kronen von Aleš Pickar

Reihe: Kalion Band 3

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Der Himmel zürnt den Völkern Neroês mit Feuer. Doch dies mahnt niemanden zur Einkehr, im Gegenteil. Denn der Westen zieht in den Krieg und im Osten wird weiter intrigiert.

Seitdem die junge Zofe Kemi die umstürzlerischen Pläne von des Königs Schwägerin erlauschte, wird sie unerbittlich gejagt. Derweil gelingt es dem gefangenen Feldherrn Gellen, sich gegnerisches Vertrauen zu erschleichen. Und während im kalten Norden ein seltsamer Magier dem Licht befiehlt, erblickt Prinzessin Linederion im Süden einen weißen Wal am Firmament.

Schwerter kreuzen sich, Blut wird vergossen und Unschuld zerstört. Die einen sind erfolgreich im Ränkespiel, den anderen geschieht Entsetzliches und auch jene, die sich in Sicherheit wähnen, unterliegen einem Irrtum. Denn alles folgt einem viel größeren, klug gesponnenen Plan …

 

Rezension:

Auf der Kalion-Homepage warnt Aleš Pickar davor, dass seine High-Fantasy-Reihe nur etwas für Leute sei, die mehreren Handlungssträngen folgen können. Über die Bände und über die Zeit zwischen ihrem Erscheinen hinweg.

Im dritten Band, Die zwölf Kronen, scheut sich der Autor nicht, die Menge an Handlungsfäden durch das Knüpfen gänzlich neuer deutlich zu erweitern und mit ihnen gleich noch etwas an der Genre-Einordnung zu kratzen. Auch wenn sich einige der Protagonisten im Laufe der Handlung treffen und für gewisse Zeit zusammen auftreten, sind es mehr als ein Dutzend Schauplätze und Figurengruppen, denen man bei ihrem Kampf ums Überleben in der zunehmend chaotischer werdenden Welt von Neroê folgen muss.

 

Zunächst begleiten wir die Zeugin der politischen Intrige am, Hof von Kendaré. Kemi versucht zusammen mit dem jungen Pferdezüchter Airo der brutalen Schlägertruppe zu entkommen, die man ihr auf die Fersen heftete. Diese Hetzjagd wird bald darauf den sibelinischen Fürst Andor dazu bringen, König Belkar zu besuchen.

Der wiederum sorgt sich um seine Kinder und startet eine militärische Rettungsmission, die ihn letztlich nach Sarangar führt. Diese stark befestigte Stadt wird von einer riesigen Armee aus Peleori und Argan-Khôr belagert. Angeführt von einer bisher unbekannten Fraktion, den Qovales, deren technischer Fortschritt nichts Gutes für den Ausgang des Krieges verheißt. Denn ihnen geht es nicht allein um das Erobern, sie kommen mit Siedlern …

Und natürlich begegnen wir Nelei und ihrem Widersacher Gellen, auch Lakriel und Empala, General Tagram, Kaptän Subar, Linlin mit ihrem Beschützer Hedrig und der neue Ximanté-König Tikred bekommen ihre Screen-Time. Gänzlich neu ist im Ensemble neben den Qovalesen auch noch Rikandreus, der sich um den sterbenden Vater Neleis kümmert. Mit ihm wird der Hintergrund Kalions auf völlig andere Füße gestellt.

 

»Die zwölf Kronen« ist nicht der abschließende Band einer Trilogie, vielmehr entwickelt er sich zu einem Schlüsselteil des Epos, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Die Zeichen stehen auf Veränderung. Hightech und Renaissance treffen auf das Mittelalter und mit jedem Kapitel wird klarer, dass die bisherige Welt am Auseinanderbrechen ist, wie sehr manche Figuren auch für Stärke und Stabilität stehen. Die mit der Invasion begonnene Entwicklung ist nicht mehr zurückzudrehen, wie sich diese Dynamik entwickelt und wohin sie führt und was mit den Figuren geschieht, liegt in den Händen des Autors. Dass er nicht davor zurückschreckt, Figuren und Orte zu opfern, hat Aleš Pickar bereits bewiesen.

 

Aber nicht nur das Handlungsgeflecht hat der Autor verstärkt, auch die Verwendung seiner Sprach-Schöpfungen nimmt deutlichen größeren Raum ein als im Vorgänger-Band Die dunkle Wunde. Kwantarisch, Ledonisch, Ximanti – die Sprachen stehen wie bei Tolkien für den kulturellen Hintergrund der Völker und Aleš Pickar bedient sich ihrer in genau der richtigen Menge um nicht gewollt und aufdringlich zu wirken. Andere kulturelle Bereiche gewichtet er nicht mehr als ganz so relevant, man kann nur vermuten, dass der hohe Actionanteil und die Fülle der abzuarbeitenden Handlungsteile keinen Platz mehr ließen, oder in Anbetracht ihrer möglichen Auslöschung einer Vertiefung nicht lohnten. Band 2 gab sich da etwas exotischer.

 

Nun heißt es warten, wann der nächste Kalion-Band in der Edition Drachenfliege schlüpft.

 

Fazit:

»Die zwölf Kronen« von Aleš Pickar bringen eine Zuspitzung bereits bekannter Konflikte aus den ersten beiden Bänden und führen zwei gänzliche neue Fraktionen ein, die dem bisherigen epischen Handlungsbogen eine komplett andere Ausrichtung verleihen. Statt den Abschlussband einer Trilogie vorzufinden erwartet die Leserschaft ein komplexes Handlungs- und Figurengeflecht, dem zu folgen sich unbedingt lohnt.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Buch:

Die zwölf Kronen

Reihe: Kalion Band 3

Autor: Aleš Pickar

Taschenbuch, 344 Seiten

Periplaneta, Dezember 2018

Cover: Aleš Pickar

Zeichnungen: Sialyx Ebony und Zuzanna Vizkova

 

ISBN-10: 3959960522

ISBN-13: 978-3959960526

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07LBWC75D

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 16.09.2019, zuletzt aktualisiert: 10.10.2019 18:07