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Dilbert

Reihe: Klassiker der Comicliteratur Bd. 17

Rezension von Christian Endres

 

Als es an dieser Stelle vor gut einer Woche um Micky Maus ging, da sprach ich davon, dass man die Geschichten mit Disneys berühmter Maus einfach mögen muss, um mit ihnen warm zu werden. Dilbert nun, der im siebzehnten Band – der gleichzeitig der letzte für 2005 ist, ehe die letzten drei Bände der Reihe im nächsten Jahr erscheinen und die Klassiker der Comicliteratur der FAZ abschließen werden – muss man nicht nur mögen, sondern auch verstehen ...

 

Scott Adams und sein Dilbert sind trotz aller Komplexität und manchmal recht schwer verdaulichen Inhalte ein kleines Phänomen: Optisch schlicht und nicht selten sogar erschreckend karg, parodieren sie den bei Zeiten sinnlosen und niederschmetternd leeren Alltag von Büromenschen, nehmen die in Firmen herrschende Hierarchien und Arbeitsmethoden aufs Korn und lassen auch kein gutes Haar an manch einem stereotypen Kollegen, wie man ihn wohl in jeder Firma findet. Inhaltlich gliedert sich der Dilbert-Band dabei in folgende drei Bereiche:

 

Firmenpolitik und Überlebenstaktiken

Im Büro

Tiere

 

Der siebzehnte Band der Klassiker der Comicliteratur bietet von der Aufmachung her nicht viel Neues: Ein schönes, schlichtes Design, das vom Covermotiv diesmal jedoch ein wenig hinter dem Rest der Reihe zurück bleibt (was nicht zuletzt daran liegt, dass es beim Dilbert-Stil einfach nicht »besser« geht, vermute ich, da Adams eben diesen bestenfalls als reduziert zu bezeichnenden Stil hat), und warum man die Szene auf der Rückseite nicht freigestellt und auf den roten Font gestellt hat, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben, da wir in dieser Hinsicht von der Klassiker-Bibliothek die letzten Wochen und Monate doch schon sehr verwöhnt worden sind. Die Papierqualität ist auch diesmal wieder ein Ärgernis, doch haben wir uns damit mittlerweile ja alle abgefunden, und mit Herrn Bahners komme ich persönlich auch beim Thema Dilbert nicht so ganz zurecht, obwohl man natürlich nun ein bisschen zynisch an die Sache herangehen und behaupten könnte, dass ein solches Vorwort just bei diesem Titelhelden besser aufgehoben ist als bei den Fantastischen Vier oder den Peanuts (um die es aber auch in diesem Vorwort wieder geht – irgendwie ...)

 

Fazit: Dilbert ist ... anders. Optisch und inhaltlich hat er nichts mit Donald, Batman oder Tarzan gemein und ist – was den Inhalt anbelangt – noch am ehesten mit Volker Reiches Strizz im Bunde, dem ich seinerzeit schon den Klassikeranspruch abgesprochen habe. Außerdem muss man Dilbert mögen und natürlich auch verstehen, und ich persönlich tue beides ehrlich gesagt nicht immer, wenngleich viele der Strips dennoch recht geistreich, ja nahezu giftig sind und mit wenigen Bildern äußert treffend und satirisch zu Werke gehen, was die Strips in ihrer Gesamtheit sicherlich auszeichnet.

 

Anders als bei Strizz ist es bei Dilbert wohl sein Vorreiter-Status und sein kommerzieller Erfolg sowie die riesige Fangemeinde (welche die Strips in Tageszeitungen und dem Internet tagtäglich verfolgt, auch wenn ein Großteil der Leser sonst überhaupt nichts mit Comics am Hut hat), die den Klassiker-Anspruch von Scott Adams’ Erfolgs(büro)helden fundamentieren.

 

Dennoch gilt für mich in diesem Fall: Neuzeitlicher Klassiker mit einer dicken Portion Satire hin oder her – mein Fall ist Dilbert nach wie vor nicht, auch wenn er in dieser Reihe natürlich abermals für die Vielseitigkeit des Mediums steht und eine ganz andere Seite, ein anderes Stilmittel und eine andere Absicht zeigt.

 

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Eure Meinung:

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Comic:

Dilbert

Reihe: Klassiker der Comicliteratur Bd. 17

Autor: Scott Adams

Verlag: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 3899810988

Anzahl Seiten: 256

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 27.12.2005, zuletzt aktualisiert: 01.05.2020 11:16