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Diplomacy

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Zum Beginn des 20ten Jahrhunderts, noch vor dem Ersten Weltkrieg, befinden sich die sieben großen europäischen Reiche in einem Kampf um die Herrschaft. Die Armeen und Flotten jedes Reiches befinden sich in einem ewigen Kampf und das Ringen um den europäischen wogt immer wieder hin und her.

 

Anlässlich des 50zig jährigem Jubiläums von Avalon Hill wird „Diplomacy“ wieder einmal neu aufgelegt. Der Strategieklassiker hat wieder einmal ein überarbeitetes Design bekommen und kann sich damit gut sehen lassen. Einziger Wehrmutstropfen für all jene die „Diplomacy“ noch nicht kennen, Spiel und Regeln sind auf englisch.

 

Spielziel

 

Die völlige Vernichtung aller Gegner, das ist das große Ziel von „Diplomacy“. Alles andere wäre…. nicht gewonnen eben. Aber um das zu erreichen braucht man Verbündete. Doch kann man ihnen trauen? Oder fallen sie einem bei der nächst besten Gelegenheit in den Rücken? Dies sind Fragen mit denen sich jeder Spieler auseinandersetzten muss. Denn bei den Kämpfen bei „Diplomacy“ entscheidet kein Würfelglück sonder die pure Überlegenheit der Truppen. Aber dazu braucht man oft Verbündete und genau da kommen wir zum Problem, wem kann man trauen?

 

Ausstattung

 

Der Neue Karton von „Diplomacy“ ist ein wenig kleiner und im praktischen, quadratischen Format. Das Design des Covers ist mehr als nur gelungen, es passt phantastisch zum Thema „Imperialismus“. Die Spielkomponenten im Einzelnen sind:

 

  • 1 Spielplan
  • 1 Regelwerk (englisch)
  • 1 Kartenblock
  • 84 Flottenmarker
  • 84 Armeen
  • 147 Kontrollmarker

 

Trotz des tollen Designs des Spielplans und der Marker bin ich ein wenig enttäuscht. Einfache Pappmarker anstatt von Holz- oder Plastikfiguren finde ich etwas zu wenig. Allerdings sind diese Marker wirklich sehr schön gelungen und das tröstet doch um einiges über diese Enttäuschung hinweg. Die Aufteilung des Kartons hätte leider auch etwas besser sein können. Ein großes Fach für alle Komponenten ist zwar einfach, aber auch einfach unpraktisch. So muss zu Begin des Spiels erst einmal jeder Spieler seine Marker zusammen suchen was unnötige Zeit beansprucht.

 

Spielregeln

 

Wie bereits oben erwähnt, ist das Regelwerk auf Englisch. 23 Seiten warten auf den Spieler, der Diplomacy noch nicht kennt. Allerdings gibt es eine Menge Illustrationen und Beispielbilder und der Schreibstil ist auch nicht wirklich kompliziert. Mit gewissen Kenntnissen in Englisch sollte es für niemanden ein großes Problem darstellen die Regeln zu lesen und auch zu verstehen.

 

Spielablauf

 

Die Spielvorbereitungen sind schnell getroffen. Zunächst wird der Spielplan auf dem Tisch ausgelegt und jeder Spieler wählt eine Nation, die er spielen möchte. Alternativ kann man auch die Nationen den Spielern zulosen. Das bringt einiges mehr an Abwechslung und Würze in die Spiele. Dann sammelt jeder seine Armeen, Flotten und Kontrollmarker zusammen, stellt die betreffenden Einheiten in ihre Startaufstellung und dann kann es losgehen.

Jede Runde besteht aus vier bzw. fünf Phasen und alle zwei Runden symbolisieren ein Spieljahr. Innerhalb eines Jahres symbolisiert die erste Runde die Frühlings- Sommerperiode, während die zweite Runde den Herbst und Winter bedeutet. Jede zweite Runde hat eine Phase mehr, da im Winter unversorgte Armeen und Flotten aufgelöst werden.

 

Phase 1: Diplomatie

 

In dieser Phase liegt es an den Spielern sich zu „treffen“. Dabei gehen zwei Spieler in einen anderen Raum / Garten und unterhalten sich im geheimen. Es ist wichtig an einem Ort zu spielen an dem sich viele Spieler heimlich unterhalten können, zumal man mit mehr als einem Spieler ein Treffen abhalten kann. Hat man nur einen separaten Raum zur Verfügung kann diese Phase sehr lange dauern. Was die Spieler absprechen bleibt unter ihnen. Sie können Bündnisse schließen und gemeinsame Operationen planen, aber auch anderen Spielern erzählen was sie mit anderen Nationen abgesprochen haben.

 

Phase 2: Befehle niederschreiben

 

Die Zettel auf dem Kartenblock zeigen immer eine Europakarte mit allen Regionen. Hier kann man seine Befehle notieren, was geheim geschehen sollte. Auf Dauer empfiehlt es sich aber neutrale Zettel zu nehmen denn sonst gehen einem die Zettel von Block aus. Man kann seinen Truppen die Befehle „angreifen“, „verteidigen“ und „unterstützen“ geben. „Angreifen“ und „verteidigen“ erklärt sich von selbst. „Unterstützen“ kann man eigene, aber auch fremde Truppen. Würde eine Armee in einem Kampf in eine 1 zu 1 Situation geraten würden sich beide Armeen nach dem Kampf zurückziehen. Unterstützt eine Armee aber eine andere, welche in eine 1 zu 1 Situation gerät, so stehen nun zwei Truppen gegen eine und gewinnen so den Kampf und das Territorium.

 

Phase 3: Befehle ausführen

 

Nun werden die aufgeschriebenen Befehle ausgeführt. Ob das nun ein Spielleiter macht, oder jeder Spieler seine Truppen selbst bewegt bleibt der Spielrunde überlassen.

 

Phase 4: Konflikte bereinigen

 

Sei es nun durch gezielte Angriffe oder per Zufall, es dürfen niemals mehr als eine Truppe in einem Gebiet stehen. Kommt es also zu Konflikten gilt das Mehrheitsprinzip. Es gewinnt die Seite, welche aus mehreren Spielern bestehen kann, die mehr Truppen aufbringen kann. Bei einem Unentschieden gewinnt der Verteidiger.

 

Winterphase 5: Versorgungsphase

 

Diese Phase wird nur im „Winter“ gespielt, also alle zwei Züge. Jede Nation hat zu Begin drei Versorgungszentren. Das bedeutet, dass jede Nation zum Spielanfang über drei Truppeneinheiten verfügt. Hat man zum Ende eines Jahres mehr Versorgungszentren als Einheiten, so darf man Neue Truppen in freien Zentren ausheben. Hat man weniger als Truppen, so muss man so viele Einheiten aus dem Spiel nehmen bis man genau so viele Truppen wie Versorgungszentren hat. Ist diese Phase beendet, beginnt ein neues Jahr.

 

Spielspaß

 

„Diplomacy“ ist und bleibt ein klasse Spiel. Kein Würfelglück, was einem einen Strich durch die Rechnung macht, sondern pure Strategie und Berechnung. Natürlich braucht es auch ein wenig Glück die passenden Bündnispartner zu haben, aber irgendwie spielt das Glück ja immer mit. Der neue Spielplan ist sehr gut gelungen und auch das Design der Einheiten und Kontrollmarker kann sich sehen lassen!

 

Allerdings kommt man auch nicht umhin eine Warnung auszusprechen: Wer Diplomacy spielt, braucht viel Platz, viel Zeit und definitiv die richtigen Mitspieler, viel Platz, damit man sich in mehreren Räumen ungestört zu Gesprächen „treffen“ kann. Viel Zeit, weil eine Partie Diplomacy sehr lange dauern kann. Wenn man ohne Zeitlimit für die Treffen spielt, kann ein Spielzug schon mal schnell mehr als eine Stunde dauern. Auch empfiehlt es sich, sich auf eine begrenzte Anzahl von Jahren vor dem Spiel zu einigen. Sonst kann „Diplomacy“ ewig dauern. Zum Schluss ein Wort an die Mitspieler.

 

Da es bei „Diplomacy“ auch um Vertrauen und Betrug geht, kann es schnell passieren, dass ein Spieler einige Aktionen während des Spiels zu persönlich nimmt. Es empfiehlt sich vor dem Spiel noch einmal ganz klar anzusagen, dass alles, was im Spiel geschieht Spiel ist und nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.

 

Fazit

 

„Diplomacy“ ist auf jeden Fall ein Spiel für jeden Strategiefreund. Hier sind Mut und Einfallsreichtum gefragt und auch ein bisschen Betrug.

 

(anklicken zum vergrößern)
 

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Diplomacy

Avalon Hill

Spieleranzahl: 3 - 7

Spielzeit: ab 120 Minuten

Mindestalter: ab 14 Jahren

ASIN: 0786950080

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielplan
  • 1 Regelwerk (englisch)
  • 1 Kartenblock
  • 84 Flottenmarker
  • 84 Armeen
  • 147 Kontrollmarker

 


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Erstellt: 02.09.2008, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40