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Dirt Showdown

Rezension von Cronn

 

Mit vollem Karacho rase ich durch die Kurve im 8-Ball-Rennen. Gleich werde ich die Kreuzung passieren, meine Fahrlinie sich mit denen von sieben anderen Fahrern kreuzt. Jedes Mal habe ich eine Heidenangst davor und so ist es auch diesmal – denn diese Kreuzung hat es in sich! Keiner achtet in der Hast des Rennens auf den anderen, so dass es nahezu in jeder Runde einen Crash gibt. Hoffentlich bin ich diesmal nicht dabei!

Ich zünde den Nitro-Boost, werfe einen Blick nach links – und erkenne, dass der Schub meiner Nitro-Einspritzung wohl nicht reichen wird – ein grüner Bolide wirbelt mächtig viel Staub auf – und der Kerl ist auf Kollisionskurs mit mir!

Daher gehe ich auf die Bremsen, doch es ist zu spät: Ich rutsche mit der Eisenschnauze auf die Kreuzung und werde von dem Typen gerammt und glatt mitgeschleift. Mein Vorsprung ist damit zusammengeschmolzen wie Eis in der Sonne. Verdammt!

Mühselig muss ich den Wagen wenden und zusehen, wie zwei, drei andere vorbeiziehen, ehe ich nachsetzen kann.

Aber das Rennen ist noch lange nicht vorbei!

Eine letzte Runde gilt es noch zu absolvieren – passt nur auf, ihr Asphaltcowboys! Der Boss ist hinter euch her – und er kennt alle Tricks!

 

Rezension:

Dirt Showdown heißt der neueste Streich der Macher aus den Codemaster-Studios in Großbritannien. Die Dirt-Reihe gehört auf dem PC zu den renommiertesten Rallye-Simulationen überhaupt. Codemasters hat damit Spiele-Geschichte geschrieben. Und nun haben sie sich etwas Neues einfallen lassen: Dirt Showdown ist kein direkter Nachfolger zu Dirt 3, sondern ein Spinn-Off. So etwas wie die dreckige Variante der cleanen Dirt-Reihe. Was das bedeuten soll, wird im Laufe der Rezension geklärt werden.

 

Inhalt:

Mit Story sollte man sich in »Dirt Showdown« erst gar nicht befassen. Es gibt schlicht und ergreifend keine. Man muss sich als Spieler durch vier verschiedene Ligen emporfahren, die aus 13 Events bestehen, um am Ende der weltbeste Fahrer zu sein.

 

Gameplay:

In »Dirt Showdown« geht es rau und schmutzig zu. Während es in den übrigen Dirt-Teilen verpönt war, Blechkontakt zu den Mitstreitern zu suchen, ist Blechschaden in »Dirt Showdown« nicht nur gewollt, sondern geradezu das Nonplusultra des Spiels.

Nun darf man nach Herzenslaune die Gegner rammen und aus dem Spiel schubsen, auch wenn es sich um ein Rennevent handelt. Für Drifts, Sprünge, das Rammen von Gegnern und Streckenelementen gibt es Nitro-Boost. Diesen sollte man geschickt einsetzen, um seine Mitstreiter hinter sich zu lassen.

Neben den reinen Rennen hat es der Gymkhana-Modus auch ins Spiel geschafft. Bei dieser in Fernost erfundenen Motorsportart muss der Fahrer sein Gefährt perfekt beherrschen, um z.B. um Streckenpfosten sog. Donuts zu driften oder Sprünge zu vollführen. Eine Art Stuntmodus also.

Auch gibt es Extermination-Rennen, bei denen stets der letzte Fahrer aus dem Rennen fliegt, was gerade bei Online-Partien einen Heidenspaß macht. Zudem existieren auch die aus dem Klassiker Destruction Derby bekannten Destruction-Matches in Bowles, bis nur noch einer übrig bleibt.

»Dirt Showdown« zeigt sich hier als wunderbar einfach gehaltener Action-Rempler, der den Spieler schnell Erfolge zuspielt, da das Game sich arcadelastig anfühlt. Das gilt für das Fahrverhalten ebenso, wie für das Auto- und Streckendesign. Wer hier Realität erwartet, ist am falschen Platz. Die vielen, freischaltbaren Boliden sind zwar durchaus hier und da Lizenzwagen, doch existieren auch erfundene Blechkutschen, die kaum mehr sind als zusammengeschweißte Käfige mit viel Farbe drum herum.

Die Steuerung ist herrlich eingängig und somit für Action-Freunde und Simulations-Abstinenzler hundertprozentig passend, ohne dabei simpel zu sein. Wer möchte, kann mit »Dirt Showdown« diffizil umgehen und das Letzte aus den Wagen herausholen.

 

Multiplayer:

»Dirt Showdown« besitzt einen vorbildlich in die sozialen Netzwerke von Steam eingebetteten Multiplayer-Modus. In all den verschiedenen Modi aus dem Singleplayer-Part kann man auch online antreten. Sogar im Singleplayer kann man seine Bestzeiten an die Freunde schicken und somit die Partylaune anheizen.

Das Matchmaking funktionierte problemlos und es waren auch stets einige Mitstreiter zu finden. Der Multiplayer beginnt da, wo der Singleplayer aufhört. Dieser fühlt sich mehr wie ein Testfahren für den Multiplayer-Part an, und der lässt es rocken!

 

Grafik und Sound:

Bei der Grafik lässt die hauseigene Ego-Engine die Muskeln spielen und zaubert wunderbare Lichteffekte auf den Monitor. Dabei ist sie gut skalierbar, so dass auch ältere Rechner in den Genuss kommen. Auf Quad-PCs sieht »Dirt Showdown« aber um einiges besser aus!

Im Soundbereich gibt sich »Dirt Showdown« keine Mängel. Gerade der rockige Soundtrack kann sich hören lassen und motiviert zur gepflegten Blechkarambolage.

 

Fazit:

»Dirt Showdown« ist ein Spin-Off, wie man sich kein besseres wünschen kann. Es sieht gut aus, spielt sich flüssig und macht auch nach der hundertsten Runde noch Spaß. Und das unterscheidet »Dirt Showdown« von so manchem Möchtegern-Actionracer.

Eine klare Kaufempfehlung, gerade, wenn man ein paar Kumpels hat, die auch gern mal ihre Karosserien verbiegen wollen – natürlich nur virtuell!

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Eure Meinung:

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Spiel:

Dirt Showdown

Namco Bandai Partners/Codemasters Racing, 24. Mai 2012

Plattform: Windows 7 / Vista

USK: 6

 

ASIN: B007P29HAA

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 19.06.2012, zuletzt aktualisiert: 18.06.2019 11:05