Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Doctor Who: Aus der Zeit gefallen

Rezension von Christel Scheja

 

Eine der Stärken, die „Doctor Who“ so lange hat überdauern war, ist die Tatsache, dass immer wieder neue Schauspieler in die Rolle schlüpfen können und es dafür auch eine logische Begründung gibt. Der Timelord ist in der Lage zu „regenerieren“, wenn er zu stark verletzt wurde und nicht mehr auf normalem Wege heilen kann. Seine Persönlichkeit und seine Erinnerungen bewahrt er größtenteils, so dass auch der Nachfolger eigene Facetten in die Figur einbringen kann. Mit „Aus der Zeit gefallen“ ist nun auch Peter Capaldis Zeit gekommen, den Staffelstab weiter zu geben. Das entsprechende Weihnachtsspecial erscheint wie schon das von Matt Smith in einer separaten Box.


Der Doctor weiß, das seine Zeit gekommen ist, und dieses Leben aufgeben muss, um ein neues zu beginnen. Doch er ist nicht wirklich bereit dazu, als er die Arche verlässt, auf der die Cyberman geschaffen wurden und flieht in die Einöde. Dort kommt es zu einer folgenschweren Begegnung, die die Zeit innehalten lässt.

Denn auch seine erste Inkarnation ist nicht wirklich bereit zu gehen, weigert sich ebenfalls, seine Regeneration zu vollenden. Dadurch kommt es zu einer massiven Störung in der Zeit, die auch einen britischen Captain aus seinem Schicksal reißt und die Lage noch ein wenig verschlimmert, denn sie locken auch andere Kreaturen auf den Plan.

Wer sind die Wesen aus Glas, die sie massiv ermahnen, sich dem zu stellen, was sie nicht aufhalten können? Und warum versuchen sie alles, um die Doktoren davon zu überzeugen, das zu tun, was getan werden muss, bringen sogar Bill wieder zurück, die eigentlich tot sein müsste? Gemeinsam versuchen der erste und der zwölfte Doktor nun, herauszufinden, was eigentlich los ist und ihrer Agenda zu folgen, denn sie haben keine andere Wahl mehr …


Mit der 2005 gestarteten „Doctor Who“-Serie wurde auch die Tradition der Weihnachtsspecials geschaffen – in der „klassischen Ära“ gab es allenfalls Sketche und Grußworte der amtierenden Doktoren, und man erkannte recht schnell, dass sie ideal dazu waren, einen Wechsel vorzunehmen, weil es sich von der Stimmung regelrecht anbot. Der Held gab sein Leben für eine gute und wichtige Sache wurde dafür aber auch wiedergeboren. Und die Neugier auf den Nachfolger – in diesem Fall erstmals eine Nachfolgerin, hielt und hält das Interesse der Fans wach.

Peter Moffat verabschiedet sich als Showrunner mit einer sehr interessanten Folge, in der sein Doctor nicht nur Abschied von allem nimmt, sondern auch noch einen Kreis schließt, der mit dem 50jährigen Jubiläum seinen Anfang nahm und zugleich an ein historisches Ereignis erinnert, das 1914 tatsächlich auf dem genannten Schlachtfeld so stattgefunden hat, wie man es nun auf dem Bildschirm sehen kann.

Und natürlich werden nicht nur besinnliche und friedvolle Töne angeschlagen – mit doppeltem Doktoren-Verstand muss man nun daran gehen, das Problem zu lösen, das man selbst geschaffen hat.

Bis dahin aber kommt es zu amüsanten Wortwechseln und augenzwinkernden Momenten, die dazu gehören, wenn zwei verschiedene Inkarnationen des Doktors aufeinander treffen und sich entsprechend beharken dürfen.

Das Ende mag vorhersehbar sein, aber es gibt doch einige nette kleine Überraschungen, die nicht verraten werden sollen und den Weg zum Ziel machen. Die Folge ist durchweg spannend gehalten und liebevoll gestaltet, der Cliffhanger am Ende deutet an, dass der Start ins neue Leben ähnlich stürmisch wie bei Eleven sein dürfte. Dem Fan werden einige herzzerreißende Momente geboten, aber auch viel Humor und Aha-Erlebnisse, so wie man es eigentlich von Peter Moffat her kennt. Auch ist angenehm zu sehen, dass er sich in einer Sache deutlich zurückgenommen halt.

Die Schauspieler geben jedenfalls noch einmal ihr Bestes, gerade David Bradley als erster und Peter Capaldi als zwölfter Doktor scheinen besonderen Spaß an dem Gekabbel ihrer Figuren gehabt zu haben.

Der Übergang in eine neue Ära ist damit also ausgezeichnet gelungen und macht neugierig auf Jodie Whittaker, die nun in die ikonische Rolle schlüpfen wird und auf die der deutsche Zuschauer wohl noch ein gutes Jahr warten müssen wird.

Auch die DVD kann sich sehen lassen. Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, die Extras können sich mit „Doctor Who Extra“, „The End Of An Era“ und dem „Doctor Who Panel: San Diego Comic Con 2017“ durchaus sehen lassen, denn es rundet im Prinzip den Zeitraum ab, in dem Peter Capaldi der Doktor war. Da kann man auch verschmerzen, dass das Special nicht in der Staffelbox erschien, sondern separat.


Fazit:


„Doctor Who: Aus der Zeit gefallen“ ist ein rundes Weihnachtsspecial mit einer bewegenden Geschichte, die zum Teil auf Tatsachen beruht und dem zwölften Doktor wie auch Showrunner Peter Moffat einen würdigen Abschied von der Serie schenkt und in der letzten Minute zugleich neugierig auf die kommende Staffel und neue Ära der Serie macht.


Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

DVD:

Doctor Who: Aus der Zeit gefallen

Regisseure: Rachel Talalay

Künstler: Steven Moffat

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

FSK: 12

Polyband/WVG, 27. April 2018

Produktionsjahr: 2017

Spieldauer: 60 Minuten

 

ASIN: B0794Y2D4V

 

Erhältlich bei: Amazon

 

DarstellerInnen:

  • Peter Capaldi
  • David Bradley
  • Pearl Mackie
  • Matt Lucas
  • Mark Gatiss

Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 01.05.2018, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56