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Doctor Who – Der Tag des Doctors

Rezension von Christel Scheja

 

Es gibt nut wenige Serien, die auf eine so lange Geschichte zurückblicken können wie „Doctor Who“, die 2013 ihren 50. Geburtstag feierte. Zwar wurde die Ausstrahlung der ersten Folge durch das Kennedy-Attentat überschattet, aber der Mut und die Spielfreude von Machern und Schauspielern – vor allem aber auch eine solide Fanbasis, unterstützte das Franchise dabei, bis heute zu überleben, wenn auch mit einer größeren Pause zwischen 1989 und 2005, die nur 1996 von einem Film unterbrochen wurde.

Seit einigen Jahren ist die Durststrecke ohne neue Staffeln vergessen, „Doctor Who“ zieht mittlerweile Zuschauer aus drei Generationen in ihren Bann und feiert immer noch hohe Einschaltquoten, obwohl bereits drei Schauspieler in die Titelrolle geschlüpft sind und der nächste Wechsel ansteht.

Dementsprechend groß wurde nun auch das Jubiläum gefeiert, neben vielen Specials und dem Fernsehfilm „An Adventure in Space and Time“ (über die frühen Jahre der Serie) gab es natürlich auch noch das Special „The Day of the Doctor“, das nicht nur im britischen Fernsehen, sondern auch noch weltweit in verschiedenen Fernsehsendern ausgestrahlt und sogar in 3D in ausgewählten Kinos gezeigt wurde.

 

In drei verschiedenen Zeitebenen bahnt sich Unheil für die Erde und das Universum an. In der fernen Vergangenheit entscheidet sich ein geheimnisvoller alter Mann auf Gallifrey, den die Verantwortlichen nur den „Doctor“ nennen, zu einem folgenschweren Schritt.

Der Zeitkrieg zwischen den Timelords und den Daleks, der schon so vielen Wesen das Leben kostete, soll endlich aufhören – und er sieht nur noch ein flammendes Ende mit Schrecken als einzige Möglichkeit, das zu erreichen...

Derweil werden der elfte Doctor und Clara von der Spezialeinheit UNIT eingesammelt, um sich ein düsteres Vermächtnis in der Londoner Nationalgalerie anzusehen. Doch was haben der Brief von Königin Elizabeth I. an den Timelord und die Bilder, die eindeutig von gallifreyschem Ursprung sind, miteinander zu tun? Ereignisse im Jahr 1562, die einer Königin das Leben kosten sollen, scheinen mehr über alles verraten zu können.

Es kommt wie es kommen muss – der Doctor sieht sich nicht nur mit dem Zorn einer lange nicht mehr aufgetauchten Rasse, den Zygonen, konfrontiert, sondern auch mit früheren Inkarnationen seiner Selbst, von denen er eine am liebsten vergessen hätte, ist sie doch für ein Verbrechen verantwortlich, dass er bis heute nur verdrängen konnte.

Doch nun eröffnen sich den drei Doktoren mit dem gemeinsamen Wissen, dass sie mittlerweile gesammelt haben ein neuer Weg, den sie zuvor noch nicht bedacht haben. Und Zeit ist genau das, was ihnen nicht mehr bleibt, es sei denn...

 

Schon in früheren Jubiläums-Specials von Doctor Who trafen mehrere Inkarnationen des Doktors aufeinander, dies ist die erste seit dem Neustart 2005. Die Autoren nutzen die Gelegenheit, den Bogen zur Vergangenheit zu schlagen und eine große Lücke zu füllen.

Man erfährt erstmals ein wenig mehr über den Zeitkrieg, der die Heimat des Doktors zerstörte, aber auch welch bittere Rolle er in ihm spielte, warum er bis heute unter den Folgen seines Handelns leidet.

Vor dem Hauptfilm sollte man sich allerdings die beiden einleitenden Mini-Episoden anschauen, die einerseits auf den Kampf auf Gallifrey aus der Sicht einfacher Soldaten vorbereiten, andererseits aber auch verraten, wer der geheimnisvolle alte Mann wirklich ist, und warum der zehnte und elfte Doktor nicht sonderlich angetan von seiner Anwesenheit sind.

Die Geschichte selbst wird rasant auf drei Handlungsebenen erzählt, die nach und nach zusammenfließen und am Ende die Geschichte eventuell umschreiben. Gerade für die langjährigen Fans gibt es viele Andeutungen und Hinweise zu entdecken, die manchmal auch nur in Details verborgen liegen – sei es in Namen und Orten.

Aber auch diejenigen, die bisher noch nicht so viel von Doctor Who kennen, werden die Geschichte genießen können, da die wichtigsten Dinge erklärt werden. Nur zum Einstieg ist das Special nicht geeignet, da es zu viel Wissen über das „Who-Universum“ und die letzten beiden Inkarnationen des Doctors voraus setzt.

Tricktechnisch wurde einiges mehr an Geld in die Jubiläumsfolge gesteckt als normalerweise üblich, was sich vor allem auf den Szenen um Gallifrey zeigt, aber die Folge verkommt nicht zu einem reinen Effektspektakel, gibt auch den Figuren den Raum, um mit einander zu agieren und sich ein wenig weiter zu entwickeln.

Die Geschichte darf sich angemessen weiter entwickeln und die zunächst unabhängigen Handlungsebenen genau so spannend wie amüsant zusammenführen, am Ende für die im Jubiläumsspezial aufgeworfenen Fragen eine passende Lösung finden, die auch Hardcore-Fans zufrieden stellen dürfte.

Polyband hat die britische Ausgabe mit allen Extras übernommen und bietet hohe Bild und Tonqualität, auch in der frisch hinzugefügten deutschen Tonspur.

 

 

Fazit:

 

Fans von „Doctor Who“ kommen an „Der Tag des Doktors“ nicht vorbei, auch wenn es die sechste und siebte Staffel noch nicht auf DVD gibt. Aber die Geschichte ist so gehalten, dass man sie auch so verstehen kann, wenn man wenigstens einige Staffeln der Neuauflage kennt. Viele kleine aber feine Details und knüpfen Verbindungen zu früheren Erlebnissen und Inkarnationen des Doktors und machen die Folge so zu einem würdigen Special des fünfzigjährigen Jubiläums einer Serie, die nicht ohne Grund Fernsehgeschichte geschrieben hat.

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

TDoctor Who – Der Tag des Doctors

Darsteller: Matt Smith, David Tennant

Regisseur(e): Keith Boak, Euros Lyn, Joe Ahearne, Brian Grant, James Hawes

Komponist: Murray Gold

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 20. Dezember 2013

Produktionsjahr: 2013

Spieldauer: 75 Minuten

ASIN: B00G75BN58

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 29.12.2013, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56