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Drachenzwielicht

Reihe: Die Chroniken der Drachenlanze 1

Hörspiel

 

Rezension von Christel Scheja

 

Seit ihrem Erscheinen Anfang der 1980er Jahre werden die Romane um die „Drachenlanze“ und ihre Helden immer wieder neu aufgelegt, wenn auch nicht immer in Buchform. Die Geschichte wurde bereits mehrfach in Comics und der erste Roman in einen Zeichentrickfilm umgesetzt. In den letzten Jahren kommen nun aber auch noch Vertonungen auf, nach einer vollständigen Lesung nun auch ein Hörspiel, das von dem Label heraus gegeben wird, die bereit ihre eigene Reihe „Die letzten Helden mit Erfolg vertreibt.

 

„Drachenzwielicht“ folgt in etwa den Ereignissen des ersten deutschen Romans und endet mit einem Cliffhanger. Nach der großen Umwälzung leidet die Völker des Kontinentes Krynn noch immer unter den Folgen. Die Götter haben sich zurückgezogen und die Menschen ihrem Schicksal überlassen, Kriegsherren und finstere Magier breiten sich immer mehr über das Land aus. Furcht und Angst regieren, die Hoffnung auf eine bessere Welt ist so gut wie ganz aus der Welt verschwunden.

Bisher war der Ort Solace einer der wenigen, an denen es noch etwas besser aussah, aber inzwischen greift die Dunkelheit durch den Theokraten Hederick und seine Garden ebenfalls nach dem ländlichen Städtchen.

Dann kehren einige junge Abenteuer nach Solace zurück, der junge Krieger Caramon Majere und sein Zwillingsbruder Raistlin, der Halbelf Tanis, sein zwergischer Freund Flint Feuerschmied und der Kender Tolpan Barfuß. Der letzte der Schar, Sturm Feuerklinge, der auf der Suche nach dem Vermächtnis seines Vaters war, bringt anstatt Kitiara, der Halbschwester der Zwillinge, einen Mann und eine junge Frau aus dem Volk der Steppenbarbaren mit sich, die eine sehr seltsame Geschichte erzählen.

Goldmond trägt einen seltsamen blauen Kristallstab mit sich, der das Objekt der Begierde vieler zu sein scheint. Ehe sie sich versehen stecken die Abenteurer mitten in einer wilden Flucht in einem dramatischen Abenteuer, das noch weite Kreise ziehen wird. Denn große Dinge kündigen sich an, die nur wenige erfassen können...

 

Der große Erfolg der „Drachenlanze“-Romane mag darauf beruhen, dass gerade die „Chroniken“ eine der typischen epischen Kampagnen nacherzählt, die in kleinen Abenteuern auf ein Ziel hinarbeiten – den Sieg über das Böse und die Rettung der Welt. Das ist auch schon in „Drachenzwielicht“ zu bemerken. Die Geschichte dient dazu, die Helden einzuführen und miteinander bekannt zu machen, sofern sie nicht schon miteinander verbunden sind. Die ersten kleinen Abenteuer machen deutlich, dass viel mehr hinter allem steckt, als sie dachten, denn der blaue Kristallstab ist mehr als nur ein magisches Artefakt, nämlich ein Zeichen der wiederkehrenden Götter.

Der Rollenspieler erkennt in den Elementen noch sehr deutlich die Mechanismen des zugrundeliegenden Regelwerks und fühlt sich in eigene Kampagnen versetzt, der normale Fantasy-Leser wird merken, dass die Geschichte eher simpel ist und viele Klischees und Archetypen umsetzt.

Dennoch eignet sich die Geschichte ideal dazu, in ein Hörspiel umgesetzt zu werden – da sie sehr dialoglastig ist und auf die Gedanken der Helden mehr oder weniger verzichtet – diese handeln eher als dass sie denken.

Das Hörspiel hält sich sehr eng an den Urtext, so dass manche Dialozeilen aus dem Büchern übernommen wurden.

Leider bricht dabei auch ein wenig die episodenhafte Struktur des Romans durch – es gibt mehrfach Sprünge, die man nicht ganz nachvollziehen kann.

Musikuntermalung und Soundeffekte sind von großer Qualität. Gerade bei den stimmungsvollen Liedern hat man sich auf die Experten von Erdenstern verlassen. Musikstücke, die im Hörspiel zu hören waren, liegen auf einer Bonus-CD bei und machen so auch Werbung für deren Programm.

Der große Schwachpunkt des Hörspiels sind tatsächlich die Sprecher. Einige der Stimmen der männlichen Figuren wirken durch Klangfarbe und Tonfall sehr ähnlich, so dass man schon genau hinhören muss, um mitzubekommen, wer da jetzt spricht. Ob die Stimmen nun zu den Figuren passen, muss jeder Hörer wohl für sich entscheiden, da Geschmäcker wohl verschieden sind und die etwas festere Stimme von Raistlin ihn nicht ganz so schwach und hilflos erscheinen lässt. Am markantesten ist wohl Sturm Feuerklinge, da vor allem fleißige Zuschauer von Star Trek immer Worf vor Augen haben werden.

Bis auf diesen Punkt liefert das Label sehr solide Arbeit ab, die Lust und vor allem auch Spaß auf mehr macht und die alten Erinnerungen an die „Drachenlanze“-Saga weckt, die viele wohl in ihrer Jugend gelesen haben. Auf jeden Fall passt die Geschichte in das Programm von Holysoft. Dafür spricht auch die sorgfältige Aufmachung mit der Bonus CD und dem ausführlichen Booklet, das die Drachenlanze-Saga sehr ausführlich und reich bebildert vorstellt.

 

„Drachenzwielicht“, das erste Hörspiel zu den „Chroniken der Drachenlanze“ ist nicht nur ein Schmankerl für Fans der Saga, sondern auch für jüngere Fantasy-Fans, die Spaß am Rollenspiel und epischen Geschichten mit Elfen Zwergen, Magiern und Kriegern haben. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Sprecher es schaffen, ihren Figuren mehr eigenständiges Leben einzuhauchen, denn daran hapert es in dieser Folge noch ein bisschen.

 

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Eure Meinung:

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Hörspiel:

Drachenzwielicht

Reihe: Die Chroniken der Drachenlanze 1

Hörspiel nach den Romanen von Weiß & Hickman

Drehbuch, Produktion, Regie: David Holy

Regieassistenz, Bearbeitung & Sounddesign: Björn Korthof

Zusätzliche Bearbeitung: Andrea Ebert, Sebastian Hartmann

Musik: Erdenstern

Texte Booklet: Dominik Zentrarra

Umfang: 2 CDs

Laufzeit: ca. 150 Minuten

Holysoft/Hearoic, erschienen Dezember 2011

 

ASIN: 3941899554

 

Erhältlich bei Amazon

 

Sprecher:

Tanis: Dirk Hardegen

Goldmond: Julia Haacke

Besucher 1: Wolfgang Bahro

Besucher 2: Christian P

Besucher 3: Heiko Simon

Bupu: Katja Brügger

Bertrem: Kim Hasper

Drakonier 3: Phillip Gorges

Fistandantilus: Klaus Nägelen

Goblin 2: Martin Beyer

Goblin 3: Marco Rosenberger

Goblin A: Dominic Boeer

Justarius: Hennes Bender

Koch: Paul Burghardt

Kind: Jamie Leaves

Khisanth: Sebastian Hartmann

Mishakal: Antje Peters

Otik: Markus Raab

Pegasus: Jens Wendland

Par-Salian: Andreas Mannkopff

Raistlin: Frank Schröder

Reza: Marion Hartmann

Tolpan: Hannes Maurer

Toede: Sven Matthias

Tearsong: Antje Peters

Tika Waylan: Maren Rainer

Untoter: Sebastian Hartmann

Zentaur: Jan Schroeder

 

weitere Infos:


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Erstellt: 03.01.2012, zuletzt aktualisiert: 29.04.2019 09:41