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Dunkelmond von Julian May

Rezension von Christel Scheja

 

Obwohl Julian May in ihrer Heimat schon seit langem eine der anerkannten SF- und Fantasy-Autorinnen ist, kennt man sie in Deutschland gerade einmal durch ihre Zusammenarbeit mit Marion Zimmer-Bradley an den „Ruwendra“-Romanen. Ihre mit Preisen ausgezeichnete „Pliozän“-Saga wurde hier nur von wenigen wahr genommen.

Dennoch wagt der Bastei-Verlag den Start einer neuen Reihe von Romanen der Autorin, in denen Menschen und Magie die Hauptrolle spielen.

 

Abgeschnitten von allen anderen Ländern der Welt führen die Bewohner einer Insel im Nordmeer einabgeschiedenes Leben und achten sehr genau darauf, dass kein Reich die Oberhand gewinnt und alle anderen erobert, denn schon einmal hat das zu einer Katastrophe geführt. Dennoch ist das Machtgleichgewicht immer wieder am Schwanken, denn nicht alle halten sich an die Verträge und Vereinbarungen.

Das tut auch nicht König Konrig von Kathra, der sich mit Hilfe eines wilden Magiers bereits einige andere Länder untertan gemacht hat und es ausnutzt, dass die Bevölkerung durch ständige Vulkanausbrüche und Missernten in lähmende Angst versetzt worden ist.

Allein das geheimnisvolle Reich Moss war bisher von den Naturkatastrophen verschont geblieben, aber als dort nach dem Tod des Herrschers ein Machtkampf zwischen Bruder und Schwester entsteht, müssen auch die dortigen Bewohner einiges mitgemacht.

Schließlich hat die selbstbewusste Prinzessin Ullanoth sich mit Konrig verbündet und so die Macht in ihrem Reich zurück erobert. Dafür hat sie ihm bei der Eroberung der restlichen Insel geholfen.

Doch der Sieg ist nicht vollkommen. Nicht wenige arbeiten daran, den Ursupator wieder vom Thron zu stoßen und suchen nach jeder Möglichkeit um seine Macht zu schwächen. Dabei kommt ihnen jede Hilfe recht – und wenn es das Gerücht ist, dass Konrig über einen Hauch von Magie verfügt – und laut alter Gesetze kein Zauberer die Krone des Hochkönigs tragen darf. Dabei kommt seinen Feinden sehr vonstatten, dass die verstoßene erste Frau des Königs noch lebt und auch noch einen Sohn geboren hat, der im Gegensatz zu seinem Vater alle Voraussetzungen erfüllt. Zudem verschwindet eine Reihe von kostbaren Talismanen, die bisher zum Schutz einiger Reiche der Insel gedient haben.

Und nicht zuletzt verbündet sich Ullanoths Bruder Prinz Beynor mit den ursprünglichen Feinden der Menschen aus dem Meer, die nun eine neue Chance gekommen sehen, um ihre Gegner zu vernichten.

 

Auch wenn Julian May ihrer Linie treu bleibt und den gewohnten Mix aus Politik und Intrigen, gespickt mit ein paar Kämpfen, Magie und einem Schuss Drama, bietet, ist „Dunkelmond“ um einiges spannender als „Schwertmond“.

Mag es daran liegen, dass man einige der Protagonisten schon kennt und ihr Schicksal interessiert weiter verfolgt, oder dass sie die Zahl der Handlungsebenen und Figuren etwas reduziert hat – tatsächlich liest sich der Roman viel einfacher und flüssiger, die einzelnen Stränge fügen sich viel fließender ineinander und ergeben mehr Sinn. Dadurch, dass sie nicht mehr ganz so viel erklärt, kann sie sich mehr auf die Geschehnisse konzentrieren und damit einiges an Spannung erzeugen.

Tatsächlich passiert viel mehr in diesem Band als vorher, die Figuren unternehmen mehr von sich selbst aus und reagieren nicht mehr nur und einige der Figuren gewinnen sogar etwas an Profil und bleiben nicht ganz so blass wie vorher.

Zwar ist es ein wenig schwierig zunächst zu verstehen, was los ist, aber die für die Handlung notwendigen Informationen gibt die Autorin immer dann, wenn sie zum Verständnis notwendig sind, auch am Anfang fasst sie noch einmal die Geschehnisse des ersten Bandes übersichtlich zusammen, so dass man wieder schnell in die Geschichte kommt. Allein das offene Ende lässt ein wenig enttäuscht zurück.

 

„Dunkelmond“ erzählt eine spannende und intrigenreiche Fantasy-Geschichte, die um einiges spannender als sein Vorgänger ist und auch ohne die Kenntnis desselben gelesen werden kann.

 

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Dunkelmond

Autor: Julian May

Broschiert, 605 Seiten

Bastei Lübbe, erschienen Dezember 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Hubert Strassl

Titelbildgestaltung von Guter Punkt, Motiv Alan Lathwell, Karten von H. W. Pesch

ISBN-10: 340420610X

ISBN-13: 978-3404206100

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.02.2010, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 19:38