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Eastshade

Rezension von Cronn

 

Als ich den Hügel erklimme, liegt die Stadt vor mir. Sie sieht entzückend aus. Kleine Häuser mit organisch wirkenden Mauern, dazwischen Pflastersteine. Im Hintergrund eine Markthalle, wohinter das Meer zu erahnen ist. Möwen fliegen darüber hinweg und lassen ihre Schreie ertönen.

Ich möchte die Szenerie gerne malen, aber ich habe nicht genügend Holz und Stoff für eine Leinwand und den Bilderrahmen. Also muss ich losziehen und mich in der Stadt darum bemühen.

Als erstes treffe ich ein Kind. Es ist ein sprechendes Schimpansenkind, das vor mir steht. Es hat ein Bild gemacht und möchte, dass ich sage, wie es mir gefällt. Selbstverständlich lobe ich es für sein Bild, mache aber darauf aufmerksam, dass ein Rahmen fehlt und auch eine Leinwand als Material gut wäre. Das Schimpansenkind freut sich, hat aber keine Ahnung, wie man so etwas herstellt. Es schlägt vor, dass wir gemeinsam eine Leinwand herstellen. Gut, dann mache ich das. Gemeinsam suchen wir nach Holz und Stoff im Hafen.

Das eine erhalten wir beim Schiffshändler, das andere als Bruch von Kisten in der Markthalle. Auf diese Weise lerne ich auch einen sprechenden Bären kennen, der seinen Bruder mit einem Streich ärgern will. Aber das interessiert mich nicht. Auch der Händler am Schiff ist ein interessanter Charakter. Er ist ebenfalls ein Schimpanse wie das Kind und gibt mir Tipps, wo ich Stoff für Leinwände finden kann.

Auf diese Art gewappnet, kann ich nun mein erstes Bild malen. Ich suche mir eine geeignete Stelle, die mir meine Mutter in ihrem Testament mitgeteilt hat, und male ein Panorama der Stadt.

Es gelingt mir wunderbar und wird sicherlich nicht das letzte Bild gewesen sein, das ich in Eastshade gemalt habe …

 

Eastshade heißt das erste Werk des neu gegründeten Eastshade-Studios, das nun herausgekommen ist. Seit 2013 arbeiteten die Entwickler an dem Game, das einen interessanten Ansatz verfolgt. Doch wie gelungen ist es geworden?

 

Hintergrund:

»Eastshade« stellt sich als Explorationsspiel dar, das auf der Prämisse basiert, dass ein Maler auf eine Insel namens Eastshade per Schiff gelangt und dort die letzten Wünsche seiner Mutter erfüllen soll. Diese bestehen aus der Suche nach geeigneten Locations und dem Malen derselben auf Leinwände.

Die Story ist dabei mehr Auslöser für die Gameplay-Handlung als Motivator für den Spieler. Das ist ordentlich gelungen, böte aber Raum für mehr.

 

Gameplay:

Der Spieler ist in »Eastshade« in der Ego-Perspektive unterwegs und erkundet die namensgebende Insel. Dabei muss er Leinwände herstellen, um die Bilder malen zu können. Diese craftet man mit Hilfe von Stoffen und Holz.

Zudem kann man Bilder an die Einwohner des Eilands verkaufen. Diese sind gerne bereit die Bilder abzukaufen, wenn man Dienstleitungen für sie erledigt. Mal muss man jemandem einen Streich spielen oder jemandem etwas bringen. Die Quests sind wenig tiefgründig und spielen sich flüssig ab.

 

Die Hauptmotivation von »Eastshade« ist das Finden von geeigneten Spots, um seine Bilder zu malen. Dabei gibt es Hindernisse, die überwunden werden sollen, wie beispielsweise eine Brücke, bei der man Brückenzoll zahlen muss. Demnach muss man also erst genügend Bilder verkaufen, um weiter voranzukommen.

 

Die NPCs im Spiel sind allesamt humanoide Tiere, die sprechen können. Das wirkt befremdlich und hat auch keine tiefergehende Begründung. Nach einiger Zeit nimmt man das aber kaum noch wahr und lässt sich auf das Spiel ein.

Das Gameplay lebt davon, dass man als Spieler die Augen eines Malers übernimmt, sozusagen. Nach einiger Zeit gelingt das dem Spiel auch. Allerdings wird man immer wieder herausgeworfen, da die Grafik zwar gut, aber beileibe nicht gut genug ist, um visuell zu begeistern.

 

Grafik und Sound:

Die Grafik von »Eastshade« beruht auf der Unity-Engine. Diese wird gut genutzt, sodass die Lichtstimmung beispielsweise gelungen herüberkommt. Allerdings hat die Grafik gerade bei der Darstellung von Wasser und Vegetation ihre Macken und so wirken manche Stellen der Insel und des umgebenden Meeres nicht so einladend für das Malen, wie sie sein sollten. Dennoch ist insgesamt die Grafik stimmig.

 

Der Sound passt ebenfalls, die Musik ist dem Thema entsprechend eher beruhigend als Soundteppich einzustufen und gibt dem Spieler einen sanften Background.

 

Fazit:

»Eastshade« hat ein spannendes Konzept für Gamer, die entspannende Erfahrungen suchen. Leider verliert das Spiel aufgrund seiner Ecken und Kanten den einen oder anderen Spieler. Aber wer auf entschleunigte Spielerfahrungen steht, wird bei »Eastshade« fündig.

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Eure Meinung:

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PC-Spiel:

Eastshade

Eastshade Studios, 13. Feb. 2019

 

Erhältlich bei: steam


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Erstellt: 19.03.2019, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50