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Ein Heim für Oscar von Per McGraup

Hörspiel
Reihe: Gruselkabinett Folge 169

Rezension von Cronn

Puppen gelten allgemein als beliebtes Kinderspielzeug. Dass sie allerdings für manche Menschen als Objekte der Furcht gelten, ist ebenfalls inzwischen durch verschiedenste Medien bekannt.

 

Bekannt ist beispielsweise im Filmbereich Annabelle oder – bereits etwas älter – die Chucky-Filmreihe. Mit The Boy ist in diesem Subgenre des Horrors ein ausgezeichneter Vertreter dabei, der sehr geschickt den Zuschauer im Ungewissen über die wahre Natur der Bedrohung hält.

Nun kommt ein neuer Vertreter hinzu: Oscar heißt die Puppe im neuesten Hörspiel von Titania Medien, das von Marc Gruppe unter dem Pseudonym Per McGraup geschrieben wurde. Wie gelungen das Hörspiel ist, soll die nachfolgende Rezension aufzeigen.

 

Verlagsinfo:
London, 1934: Ein neuer, mittlerweile schon der sechste Fall für Alwyne und Colin Hargreaves, unser beliebtes Geister-Ermittler-Pärchen! 
Tante Marilyn hatte es eigentlich nur gut gemeint, als sie der kleinen Pamela in einem Antiquitätenladen einen Puppenjungen gekauft hat. Oscar, wie ihn seine stolze Besitzerin tauft, ist jedoch, wie sich rasch herausstellt, wahrlich keine Puppe wie jede andere …


Kritik:
Ein Heim für Oscar bedient sich erneut des aus den Vorgängerhörspielen bekannten Personals, wobei hier Alwyne im Vergleich etwas mehr Raum zur Entfaltung geboten wird. Sie ist diejenige, die das Geheimnis rund um die Puppe aufdeckt und maßgeblich zur Lösung beiträgt.

Gelungen ist an diesem Hörspiel die äußerliche Beschreibung der Puppe, die unheimlich wirkt. Auch kann der zweite Akt gefallen, in dem die Bedrohung greifbare Ausmaße annimmt. Auch die Abrundung gegen Schluss ist durchaus gruselig ausgefallen.

Allerdings gibt es einige Punkte, die den Hörgenuss abschwächen. Dazu gehört der Beginn mit der nervtötenden Tante Marilyn, die über Frauenparkplätze erzählt. Dies ist storytechnisch wenig geschickt, da als Motiv zweitgradig sinnvoll, und zudem ahistorisch, da das Hörspiel im Jahr 1935 spielt und Frauenparkplätze erst in den 1990er Jahren eingerichtet wurden. Auch der Humor wirkt an dieser Stelle erzwungen künstlich. Humor und Horror sind eh schwer miteinander zu verheiraten, ohne einen missgestalteten Hybriden zu erschaffen.

Auch tritt das Hörspiel im dritten Akt auf der Stelle, da hier sehr lange die Hintergrundgeschichte der Puppe nahezu monologisch erzählt wird. Mit einer Rückblende und Dialogpassagen wäre es lebendiger gewesen.

Die Erzähler und das Sounddesign sind wie gewohnt auf erstklassigem Niveau, sodass hier keine Beanstandungen anzumerken sind.

Fazit:
»Ein Heim für Oscar« ist ein Hörspiel, das positive wie auch negative Merkmale aufweist. Dadurch ergibt sich ein mittelmäßiges Gesamtbild. Das Hörspiel ist demnach eher eines, das im Gesamtportfolio als schwächer einzustufen ist.

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Eure Meinung:

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Hörspiel:

Ein Heim für Oscar
Reihe: Gruselkabinett 169
Dauer: 68.54 Minuten
Umfang: 1 CD
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Produktion und Regie: Stephan Bosenius und Marc Gruppe
Mastering: Michael Schwabe, Monoposto
Cover-Illustration: Ertugrul Edirne
Layout: Doreen Enderlein
Titania Medien, 26. März 2021

ISBN-10: 3785783175
ISBN-13: 978-3785783177

Erhältlich bei: Amazon

SprecherInnen:

  • Alwyne Hargreaves: Stephanie Kellner
  • Colin Hargreaves: Benedikt Weber
  • Pamela Hargreaves: Clara Fischer
  • Tante Marilyn Merriweather: Ursula Sieg
  • Captain George Howard Raymond: Louis Friedemann Thiele
  • Verkäuferin: Dana Fischer
  • Miss Melody: Marion Hartmann
  • Oscar: Marc Gruppe

Serienguide:

Alles zur Reihe Gruselkabinett

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.05.2021, zuletzt aktualisiert: 01.05.2021 17:24